1. Schanzer Runde
FCI-Profi Tobias Schröck (rechts) und Ex-Profi Ralf Keidel (3. von links) stellten sich den Fragen der Fans. Von Fanseite waren Patricia Bakowski und ihr zwölfjähriger Sohn Philip aus Gaimersheim zur Runde gestoßen. Radio-IN-Moderator Torsten Krauskopf (links) führte durch den Abend, auf dem Podium saß auch Herrnbräu-Geschäftführer Gerhard Bonschab (2. von rechts).
Josef Bartenschlager
FCI
Die Entscheidung, aufs Land zu gehen, wurde von den Organisatoren bewusst getroffen – man will den zahlreichen Fans rund um Ingolstadt die Gelegenheit zur Teilnahme geben. Rund 70 Gäste waren in den mit Fanartikeln und den Farben des FCI geschmückten Saal des „Alten Wirts“ gekommen. Auf dem Podium saßen MTV-Präsident und Herrnbräu-Geschäftsführer Gerhard Bonschab, der ehemalige FCI-Spieler Ralf Keidel und der Mittelfeldspieler Tobias Schröck, der gerade eine Verletzung auskuriert. Wie Schröck mitteilte, mache seine Gesundung Fortschritte, er sei vor kurzen wieder gelaufen, steigere die Belastung nach und nach und sei zuversichtlich, nach der Länderspielpause „langsam wieder zur Mannschaft zu stoßen“. Von Fanseite waren Patricia Bakowski und ihr zwölfjähriger Sohn Philip aus Gaimersheim zur Runde gestoßen. Philip hatte schon als Kinderreporter Sonny Kittel und Stefan Leitl interviewt. Das ganze wurde souverän und auf pfiffige Weise von Torsten Krauskopf von Radio IN moderiert.

Die erste Schanzer Runde

Fotostrecke: Erste "Schanzer Runde" in Gungolding
32


Unter die Zuschauer hatten sich auch die munteren U-16-Mädels des FCI gemischt, die derzeit den dritten Platz in der Landesliga belegen und seit 32 Pflichtspielen ungeschlagen sind. Bei der ersten Mannschaft sieht es dagegen nicht gerade rosig aus. Doch wurde im Laufe des Gesprächs, das sich um „Geschichte und Entwicklung des FC Ingolstadt von 2004 bis heute“ drehte, deutlich, dass auch schon früher Rückschläge zu überwinden waren. Durchaus launig berichtete Gerhard Bonschab, wie es zur Gründung des FCI kam, und dass damals viele skeptische Stimmen laut geworden seien. Doch hatten die Verantwortlichen schon von Beginn weg den Ehrgeiz, die 2. Liga anzustreben. Er sei gewöhnt gewesen, vor 30 000 Zuschauern zu spielen, erinnerte sich Ralf Keidel, der sich nach seinen Wechsel zu den Schanzern plötzlich vor einer Kulisse von gerade mal 300 Fans wiederfand. Es sei aber sehr familiär zugegangen, und er habe gewusst, dass der Verein eine große Perspektive habe. Philip Bakowski erzählte, wie unter seinen Freunden der anfängliche Spott über den FCI unter seinen Freunden langsam Respekt gewichen sei, besonders, als der Verein in der 1. Bundesliga spielte.

Die Zuschauer waren aufgefordert, schriflich Fragen zu stellen. Entsprechende Bierdeckel lagen bereit. Ein Fan wollte wissen, wann der FCI sein Stürmerproblem lösen würde. „Wir haben richtig gute Stürmer. Die gesamte Mannschaft muss den Stürmern helfen, sie mit Flanken füttern, Pässe hereinspielen“, antwortete Schröck, der auf Nachfrage schilderte, wie er sich vor einem Spiel durch Musikhören motiviert. Die nächsten beiden Spiele, zunächst gegen Sandhausen und dann gegen Duisburg seien äußerst wichtig, waren sich alle einig. Da müsse die Mannschaft zeigen, dass sie vorwärts kommen wolle. Keidel erwartet sehr kampfbetonte Spiele. Patricia Bakowski appellierte an die Fans: „Es gibt Erfolgfans, aber man muss in guten und in schlechten Zeiten zum Verein halten.“ Dafür erntete sie viel Applaus. Zum Abschluss wurden Karten für das Spiel der U-21-Nationalmannschaft gegen Norwegen im Audi-Sportpark verlost. Außerdem gab es ein Gästebuch, in das sich jeder eintragen konnte. „War mir eine Ehre“, hinterließ Ralf Keidel. Die „Schanzer Runde“ wird weitergeführt; genaue Termine stehen aber noch nicht fest.