Almog Cohen
FCI-Mittelfeldspieler Almog Cohen.
Bösl
Ingolstadt
Ein Ball nach dem anderen schlug hinter Marco Knaller, Philipp Heerwagen und Fabijan Buntic ein. Immer wieder feuerten sich die FCI-Profis gegenseitig an. Schließlich galt es für beide Trainingsgruppen beim Torschusstraining, die "Strafe" in Form von Liegestützen zu vermeiden. Zwar gelang auch Cohen der eine oder andere Treffer, am Ende fand sich der Israeli aber doch auf dem Boden wieder. Jetzt fällt dem Mittelfeldspieler das Verlieren wahrlich nicht leicht, die Liegestützen nahm er dennoch gerne in Kauf. "Es fühlt sich einfach gut an, wieder mit der Mannschaft auf dem Rasen zu stehen - ohne Schmerzen, das ist das beste Gefühl, das es gibt", sagte Cohen gestern Vormittag nach dem Training.

Kurz vor Saisonstart hatte sich der 30-Jährige das Syndesmoseband gerissen und war seitdem ausgefallen. Tatenlos musste der "Terrier", wie Cohen aufgrund seiner kampfstarken Spielweise auch genannt wird, zusehen, wie seine Teamkollegen immer tiefer in die Krise rutschten und nach neun Spieltagen am Tabellenende angelangt sind. "Du kannst tausend Worte sagen, aber wenn du dann nicht auf dem Rasen helfen kannst, ist das schwer", beschreibt er seine Leidensgeschichte - doch der Führungsspieler richtet den Blick lieber nach vorne.

Neben der "positiven Energie", die Cohen nun auch wieder auf dem Platz ausstrahlen will, nennt der 30-Jährige seine ganz persönlichen "Basics", damit die Schanzer die Negativserie von fünf Niederlagen in Folge so schnell wie möglich beenden. "Laufen, Pressing, aggressiv, zweikampfstark - so müssen wir jeden Spieltag angehen", fordert Cohen und ergänzt: "Wenn wir das abrufen, werden die Punkte kommen."

Im Testspiel gegen Drittligist Würzburg (siehe Kasten) gibt es freilich keine Punkte, dennoch können sich Cohen & Co. das verloren gegangene Selbstvertrauen vor den Kellerduellen beim SV Sandhausen (19. Oktober) und gegen den MSV Duisburg (28. Oktober) ein wenig zurückholen. "Das Erfolgserlebnis muss zurückkommen", meinte Cohen, den Trainer Alexander Nouri "mit Bedacht" heranführen will. Heute traut er ihm "maximal 45 Minuten" zu.

"Es geht nicht von heute auf morgen. Keiner wird von mir erwarten, dass ich gleich wieder voll dabei bin", bremste auch Cohen die Erwaltungshaltung. Insgeheim kann er es aber kaum erwarten, mit seinen "Basics" voranzugehen und damit auch wieder ein Kandidat für die israelische Nationalmannschaft zu sein. Gestern Abend verfolgte der 22-fache Nationalspieler die Partie seines Heimatlandes in der Nations League gegen Schottland (Spiel bei Redaktionsschluss nicht beendet, d. Red.) nämlich nur vor dem Fernseher.

22-fache Nationalspieler

Isreal am Donnerstagabend (20.45 Uhr) in der Gruppe C der Nations League gegen Schottland (Ergebnis bei Redaktionsschluss unbekannt, d. Red.)

 

Testspiel

Im dritten Jahr in Folge bestreitet der FC Ingolstadt heute Vormittag (11.30 Uhr, Trainingsplatz am Audi-Sportpark) ein Testspiel gegen die Würzburger Kickers aus der 3. Liga. Für Trainer Alexander Nouri ist das Ergebnis – die vergangenen Duelle endeten 1:2 und 1:1 – dabei zweitrangig. „Das ist bei mir in Testspielen immer so“, erklärte der 39-Jährige und ergänzte: „Ich will den Spielern die Möglichkeit geben, sich unter Wettkampfbedingungen zu präsentieren.“ Neben Rückkehrer Almog Cohen (siehe links) sollen auch die zuletzt wenig berücksichtigten Marcel Gaus und Robert Leipertz ihre Chance erhalten, wie Nouri durchblicken ließ. Im Tor wird Philipp Heerwagen sein Debüt im Ingolstädter Trikot feiern. Nicht mit dabei sind Angreifer Charlison Benschop (Länderspiel mit Curacao gegen die Jungferninseln), Nachwuchsspieler Patrick Sussek (U 19-Lehrgang), die Langzeitverletzten Christian Träsch und Joey Breitfeld (beide Kreuzbandriss) sowie Sonny Kittel. Der Spielmacher bekam zu Wochenbeginn die Weisheitszähne gezogen und muss im Training kürzertreten. Der SV Sandhausen um Interimstrainer Gerhard Kleppinger, nächster Gegner des FCI in der 2. Bundesliga, verlor gestern unterdessen ein Testspiel gegen den VfB Stuttgart mit 1:3.szj