Die Aussichten, dass dies bei den Lilien gelingt, ist zumindest historisch gesehen nicht schlecht. Von zehn Duellen mit den Südhessen ging in der Vereinsgeschichte des FCI nur ein einziges verloren. Viermal siegten die Ingolstädter, fünfmal gab es ein Unentschieden.

Wie Keller seine erste Aufgabe angehen will, verriet er auf der Pressekonferenz nicht. Gerade nach dem personellen Wechselspiel von Interimstrainer Roberto Pätzold, der vier Kräfte erstmals einsetzte, kann der 48-Jährige auf ein Überraschungseffekt hoffen. „Alle haben diese Woche mittrainiert. Aber in vier Trainingseinheiten ist es nicht einfach, jeden einzelnen einzuschätzen. Was ich sagen kann, ist, dass die Mannschaft ist unheimlich willig und leistungsbereit ist. Sie arbeitet sehr konzentriert und hört auch aufmerksam zu“, meinte Keller.

Andererseits warnt auch Keller – wie bereits seine Vorgänger Alexander Nouri und Stefan Leitl – vor einer überhöhten Selbsteinschätzung. „Die Mannschaft befindet sich in einer gefährliche Situation. Sie ist sich ihrer Stärke irgendwo bewusst. Trotzdem steht sie am Tabellenende. Wenn nicht jedem im Kopf klar ist, dass wir im Abstiegskampf sind, werden wir es nicht schaffen“, sagte Keller und nahm die Partie gegen den Hamburger SV (1:2) als Beispiel. „Ich kann nicht hören, dass das nicht so schlecht war. Ich glaube, am Anfang der Saison hat man sich gewünscht, dass das ein Spitzenspiel wird. Der HSV spielt nicht in einer anderen Liga, sondern in der gleichen wie wir. Und wenn ich verliere, habe ich keine Punkte. Da kann man nicht sagen: Die sind erster und wir letzter, da kann man mal verlieren. Nein, das ärgert mich ungemein. Ich hasse Niederlagen.“