Intensives Trainingslager: Hinter den Schanzer Profis liegt eine anspruchsvolle Vorbereitung in Spanien. Alles wurde dem Ziel Klassenerhalt untergeordnet.
Julian Schultz
Alicante

1. Mit den bisherigen Neuzugängen Philipp Tschauner, Mergim Mavraj und Björn Paulsen haben die Ingolstädter nicht nur an Qualität, sondern vor allem an Mentalität dazu gewonnen. 

In den Tagen an der Costa Blanca war es eines der meistgebrauchten Worte. Von Geschäftsführer und Interims-Sportdirektor Harald Gärtner über Trainer Jens Keller bis hin zu Kapitän Almog Cohen: Sie alle appellierten für einen erfolgreichen Abstiegskampf an eine andere Mentalität als über weite Phasen der bislang so enttäuschenden Saison. Entsprechend machen die Neuzugänge allesamt Sinn. Jeder aus dem Trio Tschauner, Mavraj und Paulsen hat in seiner Karriere schon bedrohliche Szenarien gemeistert – und soll diese Erfahrung einbringen. „Sie sind sehr wichtig für das Mannschaftsgefüge.  Die anderen Spieler können sich an ihrer Persönlichkeit hochziehen“, sagt Keller. 

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Fotostrecke: Trainingslager FCI in Alicante 6.1.2019
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2. Trainer Jens Keller befreit die Mannschaft mit seiner Entschlossenheit aus ihrer Lethargie. 

Hart, aber herzlich: Der 48-Jährige lebte im Trainingslager vor, worauf es für die Schanzer in den restlichen 16 Partien ankommen wird. Keller präsentierte sich entschlossen, hochkonzentriert und anspruchsvoll. Auf der anderen Seite suchte er immer wieder Einzelgespräche und versetzte sich in die Lage der Spieler. „Wir haben gut gearbeitet“, bilanziert der designierte Kapitän Almog Cohen und spricht von „einer der härtesten Wintervorbereitungen seit Jahren“. Auch Keller zieht ein zufriedenes Fazit. „Aber wir müssen da jetzt weitermachen“, fordert er und erwidert Cohen mit dem für ihn trockenen Humor: „Wir waren hier ja nicht zum Urlaub machen, sondern für ein Trainingslager.“

Interview mit Christian Träsch

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3. Der FCI kehrt künftig wohl in das 4-3-3-System zurück.

Die Grundordnung im Ingolstädter Spiel wird sich vermutlich ändern. Beim 4:3-Erfolg  gestern gegen den niederländischen Klub Heerenveen schickte Keller seine Mannschaft zunächst mit einem 4-3-3 aufs Feld, nach rund einer Stunde stellte er auf ein 4-4-2 um. Bislang hatte er stets auf das 4-2-3-1 gesetzt. „Ich möchte die stärkste Mannschaft auf dem Platz haben. Wenn ich das System dann etwas verändern muss, werde ich das machen“, erklärt der Ingolstädter Trainer. 

FCI Trainingslager in Alicante

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4. Die anfällige Defensive sollte in der Restrunde stabiler sein.

Beinahe täglich ließen Chefcoach Keller und Assistent Thomas Stickroth unterschiedliche Pressing-Varianten trainieren. „Wir haben zu viele Gegentore kassiert, deswegen lag der Fokus auf der Defensive und auf dem Umschaltspiel“, so Keller. Erste Erfolgserlebnisse holten sich seine Spieler im Test gegen Heerenveen. Denn trotz der drei Gegentore machten die Schanzer vor allem in der gegnerischen Hälfte die Räume geschickt eng und eroberten die Bälle.
 

Fotostrecke: Trainingslager FCI in Alicante 4.1.2019
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5. Trotz der vier Tore im Testspiel gegen Heerenveen wartet in der Offensive noch viel Arbeit.

Nach zwei trainingsfreien Tagen nimmt der FCI am Sonntag wieder die Trainingsarbeit auf – und muss bis zum Auftakt bei Greuther Fürth (29. Januar) seine zweite große Baustelle neben der Defensivschwäche in Angriff nehmen. Denn während der Einheiten in Alicante offenbarten die Schanzer weiter Probleme im Torabschluss – was Keller auch immer wieder lautstark monierte. „Das werden wir in den nächsten Tagen angehen“, verspricht der Trainer. Sollte er künftig auf ein 4-3-3 setzen, dürfte Dario Lezcano in der Sturmmitte vor Charlison Benschop, Stefan Kutschke und Fatih Kaya gesetzt sein. „Es ist sicher nicht einfach für einen Trainer, da alle den Anspruch haben zu spielen“, sagt Keller über den Konkurrenzkampf und ergänzt: „Jeder hat immer wieder die Chance. Nichtsdestotrotz ist es bei mir schon so, dass ich den Spielern, die spielen, ein gewisses Vertrauen gebe. Das muss ein Spieler, der hintendran ist, akzeptieren.“