Der ehemalige Bundesligaprofi und serbische Nationalspieler weist derweil alle Vorwürfe von sich: Er habe dem Verein stets nur helfen wollen und etwa die ersten Monate ohne Gehalt gearbeitet. Doch die Vermischung von Privatem mit Geschäftlichem wird dem Sportchef nun wohl zum Verhängnis.
 

An Transfers mitverdient

Von einem "System Stevic" ist die Rede, bei dem Berater und Strippenzieher im Hintergrund kräftig an Transfers mitverdient haben sollen. Insbesondere eine dubiose Lian Sports GmbH mit Sitz in Berlin soll in die Geschäfte der Löwen verstrickt sein. Hinter der Firma – einer Agentur zur Spielervermittlung – stehen die Geschäftsleute Fali Ramadani und Nikola Damjanac. Letzterer ist Stevics Trauzeuge. Und seine Verbindung zu Lian Sports geht noch weiter: Stevic war früher der Berater von Marco Marin – der bei Lian Sports unter Vertrag stand.

Auch wegen hohen Spielergehältern steht Stevic in der Kritik: So sollen Spieler wie Lauth, Bierofka oder Kiraly trotz Finanznot erstligareife Verträge erhalten haben – jewels mehr als 30 000 Euro im Monat, statt den in der zweiten Liga üblichen 12 000 bis 15 000 Euro. Hoffnungsvolle Talente wie Sven und Lars Bender wurden dagegen verkauft. Eine nachhaltige Personalpolitik sieht anders aus.

"Waren zu gutgläubig"

Deshalb geraten auch die Aufsichtsgremien in die Kritik: "Wir waren zu gutgläubig, der Vertrauensvorschuss war zu groß", gab Vizepräsident Franz Maget gegenüber den Medien zu. Stevic gilt im Verein monentan offensichtlich als unhaltbar. In diesem Zusammenhang klingen die Worte von Bayernpräsident Uli Hoeneß seltsam nach, der schon bei Stevics Verpflichtung prophezeihte, sein Bauch sage ihm "das ist der Anfang vom Ende von 1860."