Torjubel
Frankfurts Ante Rebic (l-r), Sebastien Haller und Torschütze Filip Kostic jubeln nach dem Auftakttreffer.
Arne Dedert
Frankfurt/Main

Eintracht Frankfurt hat seine Festspielwochen in der Europa League fortgesetzt und kann quasi für die nächste Runde planen. Der deutsche Pokalsieger gewann mit 2:0 (2:0) gegen Apollon Limassol aus Zypern und fuhr souverän den dritten Sieg im dritten Spiel ein.

Vor 47.000 Zuschauern in der ausverkauften heimischen Arena schossen Filip Kostic (13. Minute) und Sébastien Haller (32.) früh eine beruhigende Führung heraus und bescherten der Eintracht wettbewerbsübergreifend den fünften Sieg nacheinander. Solch eine Serie war dem Club zuletzt im März 2012 gelungen.

„Es macht Freude, wenn du ein Spiel nach dem anderen gewinnst. Da sind wir sehr glücklich darüber. Diese Siege sind sehr verdient“, sagte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. „Die Mannschaft macht das zusammen richtig gut, das ist auch unsere Stärke. Wir hätten aber das dritte Tor machen müssen. Wir haben es unnötig spannend gemacht.“

Mit neun Punkten und 8:2 Toren führen die Frankfurter von Trainer Adi Hütter vor den Favoriten Lazio Rom und Olympique Marseille überraschend klar die Vorrundengruppe H an. Schon ein Sieg im Rückspiel in Limassol in zwei Wochen würde der Eintracht das Weiterkommen ins Sechzehntelfinale garantieren. Zuvor hatte es in Marseille (2:1) und gegen Rom (4:1) zwei Erfolge gegeben.

„Das war schon schwer, weil die Erwartungen heute hoch waren“, sagte Defensivspieler Marco Russ: „Wir haben einen riesigen Schritt gemacht in Richtung K.o.-Phase. Das wollen wir so früh wie möglich schaffen - und sind da auf einem richtigen guten Weg.“

Die Gastgeber waren gegen den Außenseiter von der ersten Minute an spielerisch klar überlegen, profitierten bei der frühen Führung aber auch von einem krassen Torwartfehler. Ein eigentlich harmloser und unplatzierter Schuss von Kostic rutschte Limassols Keeper Bruno Vale durch die Beine. Frankfurt leistete sich gegen die tief stehenden Gäste, aktuell Zweiter in Zypern, anschließend zu viele Abspielfehler in der gegnerischen Hälfte. Limassol versuchte sich zwar in Offensivaktionen, spielte aber keine klaren Chancen heraus.

Frankfurt verzichtete in der Startelf auf Toptorjäger Luka Jovic, der in der Bundesliga zuletzt noch mit einem historischen Fünferpack gegen Düsseldorf geglänzt hatte. Stattdessen setze Coach Hütter in der Offensive auf Haller und Vize-Weltmeister Ante Rebic. Der erneut starke Franzose Haller köpfte nach Vorarbeit von Evan Ndicka das 2:0, kurz darauf hätten Mijat Gacinovic und Jonathan de Guzman bei bester Europapokal-Stimmung schon für die nächsten Treffer sorgen können.

Auf der Gegenseite war Frederik Rönnow im Tor der Eintracht lange fast beschäftigungslos. Der Däne spielte für den angeschlagenen Nationaltorhüter Kevin Trapp. Den Verzicht auf Trapp nannte der Tabellensiebte der Bundesliga „eine Vorsichtsmaßnahme“, nachdem er zuletzt mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte.

Nach der sicheren Zwei-Tore-Führung ließen es die Hessen zunächst merklich ruhiger angehen und investierten nicht mehr immer alles. Zu Beginn der zweiten Halbzeit bot sich erneut Haller eine Großchance (50.), auch weitere hochkarätige Möglichkeiten blieben ungenutzt. Frankfurt verpasste es aufgrund von ungenauen Angriffen, den dritten Treffer nachzulegen, geht aber trotzdem mit viel Selbstvertrauen in das nächste Bundesliga-Gastspiel beim 1. FC Nürnberg am Sonntag.

Dem umtriebigen Rebic wurde in der Schlussphase noch ein möglicher Foulelfmeter verwehrt. Aus dem Nichts bot sich dann den lange Zeit zu harmlosen Gästen noch die Chance zum Anschluss: Fotis Papoulis scheitert an der Latte, danach rettete der eingewechselte Marco Russ einen Schuss von Emilio Zelaya gerade noch vor der Linie (80.).

Drin
Hinter Limassols Torwart Bruno Vale geht der Ball zum 1:0 für Eintracht Frankfurt ins Tor.
Arne Dedert
Frankfurt/Main
Wechsel
Frankfurts Luka Jovic (M) kommt für Ante Rebic (r) ins Spiel.
Arne Dedert
Frankfurt/Main
2:0
Frankfurts Sebastien Haller (l) erzielt gegen Limassols Georgios Vasiliou das Tor zum 2:0.
Arne Dedert
Frankfurt/Main