Schnell unterwegs: Darmstadts Außenbahnspieler Marcel Heller ist kaum zu halten, wenn er den Turbo zündet.
Schnell unterwegs: Darmstadts Außenbahnspieler Marcel Heller ist kaum zu halten, wenn er den Turbo zündet.
Anspach/dpa
Darmstadt
"Bei mir ist auch Wehmut dabei. Es waren immer wieder Momente, in denen ich als Trainer Gänsehaut bekommen habe", sagt Dirk Schuster, der bislang 88-mal auf der Trainerbank des SV Darmstadt Platz nahm. Beim vorerst letzten Blick auf die Gegengerade in blau-weiß hofft der 50-Jährige daher auf einen besonderen Effekt. "Ich hoffe darauf, dass es zum Abschied nochmal ein Fußballfest gibt. Wir wollen in Sachen Bereitschaft und Willensstärke im Vergleich zu Berlin ein paar Schippen drauflegen", meint Schuster, der zuletzt mit dem 1:3 bei Union Berlin die dritte Niederlage in Folge kassierte. Zudem rätselt er über den Plan des neuen FCI-Trainers Jens Keller: "Es erschließt sich für uns nicht so richtig, was er vorhat."

Mit 17 Punkten führen die Lilien als Tabellenzwölfter quasi die Kellerkinder an - zwar mit komfortablen sieben Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsrang, aber auch schon fünf Punkten Rückstand auf die vordere Tabellenhälfte. Größtes Plus der Hessen ist ihre Heimstärke (13 Punkte). Dazu haben sie mit Serdar Dursun (sechs Treffer) einen lange vermissten Torjäger.

"Mit Serdar hat der Verein einen guten Einkauf getätigt", sagt auch Flügelflitzer Marcel Heller. Der 32-jährige Rechtsaußen, der zu Saisonbeginn nach einjährigem Intermezzo beim FC Augsburg zu den Lilien zurückgekehrt ist, zählt immer noch zu den antrittsschnellsten Spielern der Liga. Auch der FCI bekam dies schon zu spüren, als Heller am 21. Dezember 2014 den Turbo zündete und einen Konter zum 2:2 abschloss. Auch in dieser Saison hat Heller, der für Darmstadt in 164 Einsätzen 18 Tore erzielte, mit zwei Treffern und vier Vorlagen seinen Beitrag geleistet.

Am Samstag setzt er auf die Heimstärke. "Ich denke, dass es eine sehr kampfbetonte Partie wird. Wir müssen schauen, wie Ingolstadt unter dem neuen Trainer agieren wird und uns dann schnell darauf einstellen. Umgekehrt wollen wir vor unserem Publikum unsere positive Heimbilanz weiter ausbauen. Die Fans pushen uns auch in schwierigen Phasen des Spiels. Und natürlich wollen wir die Gegengerade vor dem dann folgenden Umbau mit einem erfolgreichen Spiel verabschieden", sagt Heller.

Allerdings sind ihm 24 Gegentore ein Dorn im Auge. "Wir haben in gewissen Situationen defensiv zu viele Fehler als Mannschaft gemacht. Die wollen wir abstellen. Auch bei Standards wollen wir wieder stabiler stehen", kündigt Heller bessere Abwehrarbeit an. Dabei müssen die Hessen gegen Ingolstadt aber auf Kapitän Aytac Sulu (Gelbsperre) verzichten.