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Football-Bundesliga: Ingolstadt Dukes beenden durchwachsene Spielzeit mit 30:34 gegen Marburg

Saisonfinale geht daneben

Ingolstadt
erstellt am 09.09.2018 um 23:54 Uhr
aktualisiert am 10.09.2018 um 18:29 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Der Sprung auf Platz fünf ist den Ingolstadt Dukes in der 1. Football-Bundesliga nicht mehr gelungen. Im letzten Saisonspiel unterlagen die Herzöge im eigenen Stadion den Marburg Mercenaries mit 30:34, womit sie die Saison auf Rang sechs in der Gruppe Süd abschlossen.
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Zum letzten Mal in dieser Saison durften die Ingolstädter Fans ihr Team beim Einlaufen bejubeln. Am Ende ging die letzte Partie der Spielzeit gegen Marburg mit 30:34 verloren.
Zum letzten Mal in dieser Saison durften die Ingolstädter Fans ihr Team beim Einlaufen bejubeln. Am Ende ging die letzte Partie der Spielzeit gegen Marburg mit 30:34 verloren.
Rimmelspacher
Ingolstadt
Nur die größten Optimisten hatten mit dem Einzug in die Play-offs geliebäugelt, wozu aber die Dukes hätten gewinnen und gleichzeitig die Munich Cowboys ihr Heimspiel gegen Stuttgart verlieren müssen. Doch schon vor Spielbeginn in Ingolstadt hatten die Münchner mit 37:7 gewonnen und damit die letzten Unklarheiten beseitigt.

Ob es daran lag, dass die TV-Footballer einmal sehr schlafmützig in die Partie gingen und schon zu Beginn des zweiten Viertels mit 0:20 zurücklagen? Wohl eher nicht, denn genau dieses Problem zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Weshalb Offense-Liner Valentin Pfnür auch resümierte: "Das heute war wieder ein Spiegelbild der gesamten Saison. Wir verschlafen ein Viertel, kämpfen uns dann mit tollem Einsatz zurück, aber am Ende fehlt uns dann das nötige Glück, um die Partie noch zu drehen."

In der Tat war das bereits die fünfte Niederlage, bei der den Dukes nur ein einziger Touchdown fehlte, um als Sieger vom Platz zu gehen. Das war auch am Samstag möglich, denn nachdem die Gäste aus einer 30:27-Führung der Dukes 1:25 Minuten vor dem Ende ein 30:34 gemacht hatten, blieb den Dukes noch genügend Zeit, die Punkte dennoch zu sichern. Nur wenige Yards galt es sieben Sekunden vor Schluss noch zu überwinden, doch beim vierten Versuch misslang Quarterback Nelson Hughes der Pass total, und die Nordhessen konnten einen letzten Endes glücklichen Sieg verbuchen.

Das sah auch Dukes-Headcoach Eugen Haaf so, der solche Situationen in dieser Saison ja längst gewohnt ist und der deshalb vor allem versuchte, die positiven Aspekte herauszupicken. Etwa die gute Moral trotz des frühen Rückstandes und auch die Erfahrungen, die in erster Linie seine jungen Spieler aus solchen Niederlagen ziehen können. "Das ist vielleicht auch ein Prozess, der uns weiterbringt", hofft er mit einem Verweis auf die erste Regionalliga-Saison seiner Mannschaft. "Auch da ist vieles schief gelaufen, aber im nächsten Jahr haben wir die Konkurrenz dann in Grund und Boden gespielt."

Auf den ersten Blick schienen die Dukes in der vergangenen Saison eine Nummer stärker als heuer, aber selbst 2017, als sie weitgehend von schweren Verletzungen verschont blieben, kamen sie nur auf 399 eigene Punkte. In diesem Jahr waren es, trotz der bekannten Probleme, mit 350 nur unwesentlich weniger. Noch positiver ist der Blick auf die Punkte der Gegner: Im Vorjahr mussten die Dukes trotz solcher jetzt fehlender Ausnahmespieler wie Christopher Ezeala und David Bada 401 Punkte zulassen, 2018 waren es gerade einmal 406.
Das allein macht deutlich, dass in dieser Saison deutlich mehr drin war, doch durch die unerklärlichen "Sendepausen" haben dies die Dukes selbst vermasselt. Auch Haaf tut sich schwer, die passenden Worte zu finden. "Es fällt mir schwer zu sagen, die haben im ersten Viertel nicht gespielt. Dazu hat mir die Moral, mit der sie zurückgekommen sind, einfach zu gut gefallen. Auch wenn man Spiele verliert, kann man positive Punkte finden," hält er sich mit Kritik zurück.

Kritik, die angesichts der ersten Minuten durchaus angebracht gewesen wäre, noch dazu, wo man dem Gegner einmal mehr einen Touchdown mehr oder weniger geschenkt hat. Ein völlig missglückter Snap der Dukes kurz vor der eigenen Endzone landete beim Gegner, was die Marburger zum frühen 7:0 nutzten. Der Schock war kaum verdaut, da folgte schon der nächste Tiefschlag. Als die Marburger einen Punt antäuschten, überraschte Silas Nacita die Dukes-Defense damit, dass er plötzlich losstürmte und allein in die Endzone lief. Der Mexikaner in Diensten der Mercenaries hatte auch den ersten Touchdown erzielt, und er war im Laufe der Partie für weitere zwei Touchdowns zuständig. "Nacita ist ein Spieler von einem anderen Stern, den konnte in der Liga noch niemand ausschalten. Er hat eigentlich in der GFL gar nichts zu suchen", schwärmte Haaf von dem auf vielen Positionen einsetzbaren Marburger. Touchdown Nummer fünf für die Söldner erzielte Peter Jinkens.

Bei den Dukes gingen die Touchdowns auf das Konto von Jan Hochschild, Ruben de Ruyter und Nelson Hughes. Dazu kamen drei Fieldgoals und drei Extra-Kicks durch Pascal Crede, der ja erst im Laufe der Saison als Kicker ins kalte Wasser geworfen wurde, der aber die Bälle mit einer Ruhe und Präzision durch die Stangen hämmert, als hätte er sein Leben lang nichts anderes gemacht.

Mit Jose Ricco und Björn Hauschild hat sich im Übrigen das Verletztenlager der Dukes noch weiter gefüllt, gut, dass die Saison jetzt erst einmal zu Ende ist und die vielen angeschlagenen Spieler sich wieder erholen können. Wie es in der kommenden Saison personell bei den Dukes weitergeht, steht noch in den Sternen. Aber man kann davon ausgehen, dass die Mannschaft ein deutlich anderes Gesicht bekommen wird. Zumal der Abgang einiger Top-Spieler droht. "Die anderen Mannschaften sind schon massiv an unseren guten Spielern dran", weiß Haaf zu berichten. Aber wer ihn kennt, der weiß, dass er schnell daran arbeiten wird, die Dukes den nächsten Schritt nach vorne zu bringen.
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