Bislang eine echte Verstärkung: Verteidiger Maury Edwards (rechts, mit Sean Sullivan).
Bislang eine echte Verstärkung: Verteidiger Maury Edwards (rechts, mit Sean Sullivan).
Traub
Ingolstadt
Drei Testspielsiegen und dem Triumph beim Vinschgau-Cup stehen vier Niederlagen und vier Partien mit nur einem einzigen Treffer entgegen - dabei verkörperte kein Gegner europäisches Spitzenniveau. Was vor dem DEL-Auftakt bei den Straubing Tigers am Freitag (19.30 Uhr) schon funktionierte und wo sich die Panther noch steigern müssen - eine Übersicht.

DAS KLAPPT SCHON


Powerplay: In der Vorsaison war das Powerplay des ERC eines der harmlosesten der Liga. Dieses Problem scheinen Sportdirektor Larry Mitchell und Trainer Doug Shedden jedoch erfolgreich angepackt zu haben: Acht Tore erzielten die Panther in nummerischer Überlegenheit. Als Gewinn für das Überzahlspiel entpuppten sich vor allem die Neuzugänge Tyler Kelleher als Puckverteiler, Schlitzohr Jerry D'Amigo und Scharfschütze Maury Edwards. Mike Collins, mit 20 Treffern Ingolstadts Top-Torjäger der Vorsaison, traf im Powerplay dreimal.

Torhüter/Defensivarbeit: Sowohl Jochen Reimer als auch Timo Pielmeier blieben in der Vorbereitung nicht fehlerlos, doch auf das Torwart-Gespann des ERC ist Verlass. Im Verbund mit der konsequenteren Defensive, die zumeist nicht allzu viele gefährliche Abschlüsse des Gegners zuließ, hielten die Panther-Goalies den Gegentorschnitt in der Testphase (ohne Penaltyschießen) bei 2,0 - ein sehr guter Wert.

Penaltyschießen: Gehörte in der jüngeren Vergangenheit nicht zu den Stärken des ERC. Mit den Neuzugängen Patrick Cannone und Kelleher sowie Collins und Greilinger haben die Panther allerdings mehrere Shoot-out-Spezialisten in ihren Reihen. Gegen Klagenfurt und Kaufbeuren gewann der ERC, gegen Wolfsburg zog er den Kürzeren.

DAS KLAPPT NOCH NICHT


Offensive: "Wir wollen so offensiv wie möglich spielen", hatte Shedden angekündigt. Bis auf das 5:0 gegen den HC Bozen war davon nichts zu sehen: Im Schnitt gelangen dem ERC in den sieben Testspielen schwache zwei Treffer, viermal blieb es sogar nur bei einem. Noch schlimmer: Bei Gleichzahl sind die Panther völlig harmlos, zudem gestalten sie den Aufbau aus der Defensive häufig zu risikoreich. "Wir tun uns im Fünf gegen fünf extrem schwer", analysierte Greilinger. Shedden bescheinigte in Kaufbeuren gar nur acht Angreifern DEL-Tauglichkeit und Systemtreue: "Jeder hatte ausreichend Gelegenheit, sich zu zeigen. " Top-Torjäger der Vorbereitung waren Collins und D'Amigo mit je vier Treffern. Der als Mittelstürmer der Top-Reihe verpflichtete Cannone ist bislang eher Mitläufer als Führungsfigur.

Verletzungspech: Selten sind die Panther so früh so gebeutelt worden: Laurin Braun, Brett Olson und Darin Olver mussten längere Trainings- und Spielpausen einlegen. Ryan Garbutt fehlt nach einem Handbruch noch mindestens drei Wochen. Extrem enttäuschend: Neuzugang Vili Sopanen konnte wegen muskulärer Probleme erst einmal auflaufen. Shedden war im Angriff ständig zu Umstellungen gezwungen, einspielen konnten sich die Trios kaum. "Ich habe in jedem Spiel neue Partner gehabt. Es wäre hilfreich, wenn die Reihen länger zusammenbleiben würden", sagte Greilinger.

Entwicklung: "Das Ziel war, uns in der Vorbereitung zu steigern. Das haben wir nicht geschafft", bilanzierte Pielmeier. Im Gegenteil: Nach dem Trainingslager und dem Vinschgau-Cup Ende August zeigte die Formkurve des ERC deutlich nach unten.