Jochen Reimer nach dem 3:2 n.V. gegen Düsseldorf
Die DEG kam als Spitzenreiter nach Ingolstadt – und agierte zunächst auch so: Die Gäste waren anfangs die klar bessere Mannschaft und setzten die Panther von Beginn an unter Druck. Die erste gute Möglichkeit gehörte Patrick Buzas (3. Minute), der den Puck knapp am Tor von ERC-Goalie Jochen Reimer vorbeischoss. Ingolstadts Kapitän Dustin Friesen traf im Gegenzug zwar den Pfosten (3.), die Antwort der Rheinländer folgte aber nur kurze Zeit später. Jaedon Descheneau nutzte  einen Abpraller von Reimer und verwertete  zur verdienten Führung (5.). Zwei Minuten später hatte Ken Andre Olimb die Möglichkeit zu erhöhen, als er alleine vor Reimer auftauchte, doch der „Joker“ rettete die Panther vor einem höheren Rückstand.
 
ERC Ingolstadt vs Duesseldorfer EG, Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, Spieltag 10, 12.10.2018
Tyler Kelleher (Nr.19, ERC Ingolstadt) vor Patrick Köppchen (Nr.55, Düsseldorfer EG)
Johannes Traub
Ingolstadt
Die Ingolstädter kamen nach etwa zehn Minuten besser ins Spiel und erarbeiteten sich Chancen zum Ausgleich. So tauchte Joachim Ramoser (13.) alleine vor DEG-Goalie Fredrik Pettersson-Wentzel auf, doch der Puck ging über das Tor. Die Gäste aber blieben stets gefährlich und nutzten eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Fabio Wagner wegen Beinstellens zum zweiten Tor: Während Düsseldorfs Top-Torjäger Philip Gogulla ERC-Goalie Reimer die Sicht nahm, nutzte Ryan McKiernan ein Zuspiel von Ex-Panther Alexander Barta aus der Distanz zum 0:2 (18.) – das erste Unterzahltor des ERC im eigenen Stadion in der laufenden Saison.
 
Fotostrecke: ERC-Düsseldorfer EG
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Vor der Saison hatte Sturm den ERC zum Favoritenkreis auf die Meisterschaft gezählt. „Aber heute schaut’s nicht so gut aus“, meinte der Bundestrainer am Freitag nach dem ersten Drittel bei seinem Besuch in der Saturn-Arena. Doch im Mittelabschnitt bewiesen die Ingolstädter, dass der 40-Jährige sie zurecht als Favorit genannt hatte: In der 27. Minute setzte sich Vili Sopanen durch, brachte den Puck auf Darin Olver, der mit einem starken Rückhandpass erneut Sopanen bediente – und der Finne erzielte das 1:2. Die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis, da Sopanen ins Tor geschoben wurde. Doch die Bilder bewiesen, dass der Puck die Linie schon zuvor überschritten hatte.

Der Anschlusstreffer gab den Panthern spürbar Auftrieb. Die Folge: In der 33. Minute zog Thomas Greilinger aus seiner Lieblingsposition im linken Bullykreis ab, Pettersson-Wentzel konnte abwehren, doch Brett Olson nutzte den Abpraller zum 2:2-Ausgleich. Auf der Gegenseite wurde es noch einmal gefährlich, als Gogulla es im Powerplay für die Gäste aus der Distanz versuchte, doch Reimer wehrte stark mit dem Schoner ab (38.).

Die Gäste waren gleich mit vier Ex-Ingolstädtern angereist: Neben Barta und Buzas standen Alexandre Picard und Meisterpanther Patrick Köppchen im Aufgebot der DEG. Und die Düsseldorfer machten zu Beginn des letzten Drittels noch einmal enormen Druck, doch Leon Niederberger (48.) ließ die beste Möglichkeit ungenutzt. Die letzten Spielminuten  gehörten dann den Gastgebern, doch Tim Wohlgemuth (51.), Darin Olver (54.) nach einem starken Pass von Sopanen und Jerry D’Amigo (56.) hatten kein Glück im Abschluss. So mussten die Panther in die Verlängerung, in der Mike Collins nach 80 Sekunden mit dem Treffer zum 3:2 den Sieg der Panther im Spitzenspiel perfektmachte.

„Wir haben heute gesehen, warum Düsseldorf an der Spitze stand, sie sind blitzschnell gestartet. Aber wir waren im zweiten Drittel besser und hatten im Schlussdrittel sogar die Chance zum Sieg“, meinte ein zufriedener Panther-Coach Doug Shedden. ERC-Goalie  Reimer war ebenfalls erleichtert: „Wir haben das erste Drittel verschlafen und uns danach erst auf unsere Stärken konzentriert. Ab dann haben wir zwei Super-Drittel und eine Super-Verlängerung gespielt.“

Nach den Siegen gegen den Deutschen Meister EHC München und den Tabellenführer Düsseldorf wollen die Ingolstädter an diesem Sonntag ihre Erfolgsserie in der Hauptstadt fortsetzen. Dort treffen die Panther um 14 Uhr auf die Eisbären Berlin. „Wir müssen erneut an unsere Stärken glauben, dann ist dort definitiv etwas zu holen“, glaubt Reimer. 
 

Stimmen zum Spiel

Harold Kreis, Trainer Düsseldorf
Als wir nach Ingolstadt gefahren sind, haben wir gewusst, dass wir nicht die einzige Mannschaft sind, die ein schnelles Umschaltspiel sucht. Wir wussten, dass sich Ingolstadt sehr schnell vom Defensiven ins Offensive verwandeln kann. Wir haben das Spiel sehr gut begonnen. Es gibt ein paar Sachen, die das Momentum verändern. Ich weiß nicht warum, aber das waren bei uns die Scheibenverluste - und das reichlich und in jeder Zone. So was ist gefährlich. Ingolstadt hat viel zu viel Zeit in unserem Drittel verbracht. Nach dem 2:2 nach dem zweiten Drittel war es ein hart umkämpftes Spiel. Unter diesen Umständen sage ich, dass ich heute einen Punkt gewonnen haben und nicht zwei verloren.
 
Doug Shedden, Trainer ERC
Man hat gesehen, warum Düsseldorf an der Tabellenspitze ist. Düsseldorf ist blitzschnell im ersten Drittel gestartet. Im zweiten war der ERC besser im Spiel. Im dritten Drittel hatten wir auch Chancen auf den Sieg. Beide Torhüter haben sehr gut gespielt. Wir haben ein sehr unterhaltsames Spiel gesehen.


ERC Ingolstadt: Reimer – Edwards, Koistinen; Kohl, Sullivan; Wagner, Friesen; Jobke – Greilinger, Olson, D’Amigo, Kelleher, Cannone, Collins; Sopanen, Olver, Taticek; Elsner, Wohlgemuth, Ramoser.
Düsseldorfer EG: Pettersson Wentzel – Köppchen, Picard; McKiernan, Ebner; Nowak, Marshall – Descheneau, Barta, Gogulla; Henrion, Olimb, Ridderwall; Reiter, Buzas, Pimm; Laub, Kretschmann, Niederberger.
 
Zuschauer: 3344. – Tore: 0:1 Descheneau (5.), 0:2 McKiernan (18.), 1:2 Sopanen (27.), 2:2 Olson (33.), 3:2 Collins (62.). – Schiedsrichter: Hurtik/Schukies. – Strafminuten: 6 / 4.