Entscheidung in der Overtime: Maury Edwards (rechts) und der ERC Ingolstadt lieferten sich am Freitagabend ein spannendes DEL-Derby mit den Augsburger Panthern. Am Ende behielten die Gastgeber in der Verlängerung mit 3:2 die Oberhand.
Entscheidung in der Overtime: Maury Edwards (rechts) und der ERC Ingolstadt lieferten sich am Freitagabend ein spannendes DEL-Derby mit den Augsburger Panthern. Am Ende behielten die Gastgeber in der Verlängerung mit 3:2 die Oberhand.
Strisch
Ingolstadt

Es weihnachtet bereits beim ERC Ingolstadt. Thomas Greilinger und Jochen Reimer buken unter der Woche Plätzchen, die Panther-Spieler liefen am Freitagabend erstmals in ihren mit Rentieren und Sternen verzierten Weihnachtstrikots auf, und vor Beginn der Partie gegen die Augsburger Panther gab es sogar eine kleine Bescherung, als Greilinger für sein 800. DEL-Spiel mit einem Trikot geehrt wurde. Das schönste Geschenk aber machten sich die Ingolstädter mit ihrem Derbysieg am Ende selbst.

 
Timo Pielmeier nach dem 3:2 n.V. gegen Augsburg


Für Nutzer der App gibt es das Video hier.

Auch eine Premiere gab es am Freitagabend vor 4669 Zuschauern in der Saturn-Arena: Neuzugang Brandon Mashinter, der erst am Tag vor dem Spiel in Ingolstadt angekommen war, stand bereits im Kader – allerdings noch im Aushilfstrikot, nachdem das Shirt der neuen Nummer 53 der Panther nicht rechtzeitig fertig geworden war. ERC-Trainer Doug Shedden musste weiterhin auf Tim Wohlgemuth verzichten, der sich mit der U20-Nationalmannschaft auf die B-WM vorbereitet. Darin Olver war nach seinen überstandenen Rückenproblemen dagegen wieder dabei. Die Stürmer Petr Taticek und David Elsner schickte der ERC-Coach auf die Tribüne.
 

Fotostrecke: ERC-Augsburg 3:2 n.V.
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Die erste Chance der Partie hatten allerdings die Gäste, als Matt Fraser frei vor ERC-Goalie Timo Pielmeier auftauchte (1.). Doch bereits nach zwei Minuten und 20 Sekunden tobte die Saturn-Arena, als der von Jerry D’Amigo in Szene gesetzte Brett Olson AEV-Torhüter Olivier Roy zum 1:0 überwand (3.). Damit gelang es den Gastgebern erstmals nach zehn Spielen wieder einmal, in Führung zu gehen. Doch durch das Gegentor wurden die Gäste aufgeweckt – und bedrängten den ERC fortan ohne Unterlass. Vor allem Top-Scorer Matt White tauchte ein ums andere Mal vor Pielmeier auf, der unter Dauereinsatz stand, aber deutlich sicherer als in den Spieler zuvor agierte.

Die Ingolstädter waren extrem konteranfällig und hatten mit vielen Puckverlusten zu kämpfen. Die Gäste schafften folgerichtig den Ausgleich: In der zehnten Spielminute erzielte Adam Payerl aus der Drehung das 1:1 (10.), nachdem die Ingolstädter mehrmals vergeblich versucht hatten zu klären. Kurze Zeit später verlor Fabio Wagner an der Blauen Linie den Puck, und White traf nach einem Pass von Andrew LeBlanc mit seinem 13. Saisontor zum 1:2 (15.).

Doch eine Strafe für die Gäste rettete den ERC: In der 17. Minute stürmte Mike Collins in Überzahl alleine auf Roy zu und überwand den AEV-Goalie, der wohl mit einem Querpass zu Patrick Cannone gerechnet hatte, geschickt zum 2:2-Ausgleich (17.). Für Collins war das Tor eine kleine Erlösung, schließlich hatte Ingolstadts Top-Scorer sechs Spiele auf seinen elften Saisontreffer warten müssen.

Spannend blieb es auch im zweiten Drittel. Das lag vor allem am ERC, der die Partie nun deutlich ausgeglichener gestalten konnte. Sean Sullivan probierte es zunächst aus der Distanz (23.), auf der anderen Seite hatte Payerl im Powerplay nach einem Fernschuss Whites eine gute Möglichkeit (28.). Das ohnehin emotionale Derby wurde besonders hitzig, als LeBlanc ERC-Goalie Pielmeier umfuhr und dafür auf die Strafbank musste (33.).

Den bis dahin schönsten Spielzug über Tyler Kelleher und Collins konnte Sullivan nicht nutzen (34.). Jubilar Greilinger schoss den Puck von halbrechts am Pfosten vorbei (36.), auf der anderen Seite probierte es auch Braden Lamb aus der Distanz (40.). Langweilig wurde es am Freitagabend niemandem in der Saturn-Arena, denn im dritten Drittel gab es auf beiden Seiten hochkarätige Tormöglichkeiten. D’Amigo (42.), Maury Edwards mit einer Bogenlampe (44.), Ryan Garbutt (44.), Collins mit einer 100-prozentigen Chance (46.) sowie Kelleher (49.) hatten die Führung auf dem Schläger. Dazwischen ließen aber auch die weiter brandgefährlichen Gäste nicht locker. Doch der Siegtreffer fiel erst in der Verlängerung, als Collins Roy zum 3:2-Endstand überwand (63.).

ERC Ingolstadt: Pielmeier – Edwards, Sullivan; Wagner, Friesen; Kohl, Jobke; Schütz – Kelleher, Cannone, Collins; Greilinger, Olson, D’Amigo; Garbutt, Olver, Koistinen; Ramoser, Braun, Mashinter.

Augsburger Panther: Roy – Valentine, Lamb; Tölzer, Haase; Rekis, McNeill; Rogl – Holzmann, Gill, Fraser; Schmölz, Ullmann, Detsch; White, LeBlanc, Hafenrichter; Trevelyan, Stieler, Payerl. Schiedsrichter: Hunnius/Kopitz. – Zuschauer: 4669. – Tore: 1:0 Olson (3.), 1:1 Payerl (10.), 1:2 White (15.), 2:2 Collins (17.), 3:2 Collins (63).– Strafminuten: 8/10.
 

Stimme zum Spiel

Doug Shedden, Trainer ERC
Es war im ersten Drittel schon aufregend. Aber wir haben früh das Tor geschossen. Dann haben wir Druck gemacht, aber Augsburg hat gut gespielt. Wir werden uns das Video vom Spiel morgen im Bus anschauen. Wir haben jetzt zwei Spiele gewonnen mit fünf von sechs möglichen Punkten. Gegen Düsseldorf wird es schon ein schwieriges Spiel am Sonntag. Timo Pielmeier hat heute so gut wie lange nicht gespielt. Auch Mike Collins hatte sein tolles Spiel.