Erst vor zwei Tagen hatten die Scorpions den Goalie in einer Nacht- und Nebelaktion verpflichtet. Zuletzt stand der 25-jährige gebürtige Kasache bei Witjas Tschechow in der russischen Eishockeyliga KHL unter Vertrag. Dort war Pätzold nun aber in der Torwarthierarchie auf den dritten Platz gerutscht, so dass sein Agent fieberhaft nach einem neuen Klub suchte. Den hat der Goalie nun mit Hannover gefunden. Allerdings nur bis Saisonende.

Zur neuen Spielzeit wird er nach Informationen des DONAUKURIER vielmehr bei den Panthern anheuern. Noch hüllen sich die ERC-Bosse in Schweigen. Das ist zum Teil verständlich. Denn momentan präsentiert sich die aktuelle Nummer eins Jimmy Waite in Topform und spekuliert trotz seiner 39 Jahre mit einer Vertragsverlängerung bei den Ingolstädtern. "Es ist interessant solche Gerüchte zu hören. Wir sagen da im Moment gar nichts dazu", erklärte ein hörbar überraschter Sportmanager Tobias Abstreiter gestern.

In der Deutschen Eishockey-Liga hütete Pätzold bislang das Tor von Köln und Mannheim, ehe er den Sprung nach Nordamerika wagte. Für San Jose absolvierte der Goalie drei Spiele in der NHL. Mit der Verpflichtung des neben Robert Müller wohl besten deutschen Torhüters steht auch fest, dass Jimmy Waite nach dieser Saison seine Karriere bei den Panthern wohl beenden wird. 2003 war der Kanadier von den Iserlohn Roosters an die Donau gewechselt.

Seine teils unglaublichen Reflexe brachten ihm den Spitznamen "The Wall" und große Sympathien bei den Fans ein. Noch weiß Waite offenbar nichts von der Verpflichtung Pätzolds – genauso wie übrigens sein Stellvertreter Sebastian Vogl. Für den 22-jährigen Landshuter dürfte damit ebenfalls nach dieser Saison die Zeit des Abschieds gekommen sein. ERC-Trainer Benoit Laporte lassen die Planungen für die kommende Spielzeit zumindest nach außen hin kalt. Sein Augenmerk gilt vielmehr der aktuellen Lage, und da wollen die Panther heute Abend zum fünften Mal in Folge punkten. "Die letzten Partien haben wir gut gespielt. Warum sollen wir nicht gegen Hannover gewinnen", fragt er.

Zum ersten Mal in dieser Saison kann der Franko-Kanadier aus dem Vollen schöpfen. Denn nach Yannic Seidenberg wird heute Abend auch Eric Nickulas an alter Wirkungsstätte sein Comeback feiern. Der US-Amerikaner soll in einer Reihe mit Michael Waginger und Glen Goodall stürmen. Das bedeutet auch, dass gegen die Scorpions zwei ERC-Cracks auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Nach Auskunft des Trainers soll die Wahl dabei zwischen Maximilian Brandl, Thomas Greilinger, Jean-Francois Boucher, Tobias Draxinger, Stephan Daschner und Sasa Martinovic fallen.