Ein großes Stück ERC-Geschichte...ist Geschichte

Eisstadion Jahnstraße Ingolstadt
Bis 2003 war das Eisstadion an der Jahnstraße der Pantherkäfig, die Heimat des ERC Ingolstadt. Vor dem Umzug in die Saturn-Arena verabschiedeten sich die Anhänger stilvoll.
Rössle
Ingolstadt
Der Umzug in die Saturn-Arena war für den ERC Ingolstadt 2003 ein Meilenstein. Dort ist alles größer und logischerweise auch ein wenig moderner als es im Freiluftstadion an der Jahnstraße der Fall gewesen ist. In der ersten Saison lag der Zuschauerschnitt in der Arena bei 4294 (Kapazität: 4815). Doch der "Pantherkäfig" besitzt immer noch Kultstatus, auch wenn es ihn mittlerweile nicht mehr gibt. 

Eisstadion Jahnstraße Ingolstadt
 Der Bagger mit der Kneifzange leistet an der Jahnstraße ganze Arbeit: Der alte Kassenbereich ist so gut wie verschwunden. Hier kamen seit 1974, als die Eishalle - ein Werk des Architekten Helmut Stich - eröffnet wurde, tausende Eishockeyfans und Schlittschuhläufer durch.
Rössle
Ingolstadt
Elf Jahre nach dem Umzug begannen nämlich die Abrissarbeiten am ehrwürdigen Pantherkäfig - pünktlich zum 50. Geburtstag des Vereins im Januar 2014. 
 

 

Aller guten Dinge sind drei

Der ERC ging bei der dritten Auflage des Deutschen Eishockeypokals in der Saison 2004/05 als eines von 14 Teams der DEL an den Start. Denkbar knapp (4:3 nach Penalty-Schießen) überstanden die Panther bei den Tölzer Löwen die erste Runde. Mit 6:5 nach Verlängerung erreichten die Ingolstädter über die Hürde Eisbären Berlin das Viertelfinale. Da wurde es deutlich: 9:0-Kantersieg bei den Landshut Cannisbals.

ERC Ingolstadt - Straubing Tigers, Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, Spieltag 50, 22.02.2015
Stadionspreccher Hannes Langer präsentiert im Februar 2015 zusammen mit dem ehemaligen ERC-Torwart Joey Vollmer den Banner - Deutscher Pokalsieger 2005 - , der unter die Stadiondecke gezogen wird.
Oliver Strisch
Ingolstadt
Das Finalticket buchte der ERC mit einem 4:3 im Panther-Derby in Augsburg. Im Finale endete die Pokalsaison für Ingolstadt dann so, wie sie begonnen hatte: mit einem 4:3 nach Penalty-Schießen. Die Panther waren nach dem Sieg gegen die DEG Metro Stars DEB-Pokalsieger. Daran erinnert noch heute ein Banner an der Decke der Saturn-Arena.
 

Ein Spiel zum Vergessen

Viele DEL-Beobachter rieben sich verwundert die Augen ob der Art und Weise, wie der ERC Ingolstadt im Spätherbst 2006 unter Trainer Ron Kennedy an die Spitze der Liga gestürmt war. Dann kam die Partie bei den Kölner Haien und ein dunkleres Kapitel der Vereinsgeschichte. Was war passiert? Nach drei frühen Gegentoren geriet ERC-Goalie Jimmy "The Wall" Waite mit dem Kölner Aaron Gavey aneinander. Dieser beschrieb die Szenerie im Nachgang so: "Ich bin mit Waite kollidiert, und wenn dann alle auf dich einprügeln, kannst du nur die Handschuhe fallen lassen und dich verteidigen. So was passiert im Eishockey, es ist ein Männersport."

Köln - ERC 10:0
Drunter und drüber ging es beim Gastspiel des ERC Ingolstadt in Köln. Auslöser der Auseinandersetzungen war eine Kollision zwischen ERC-Goalie Jimmy Waite (Mitte, hinten) und Kölns Aaron Gavey.
Foto: fishing4
Ingolstadt
Das sahen auch alle andere Akteure auf dem Eis so - bis auf den Kölner Keeper Adam Hauser. Ergebnis der Prügelei: sieben Spieldauerstrafen und 179 Strafminuten (insgesamt 211). Auch der Rest der Partie glich für den ERC einer Prügelei. Und da standen die Panther auf der Verliererseite. 10:0 für Köln hieß es am Ende - Ingolstadts höchste Niederlage in ihrer DEL-Geschichte.
 

Das Sensationsjahr

Der Weg ins Finale

Die Hauptrunde der Saison 2013/2014: für den ERC eine Zeit zum Vergessen. Was sich danach aber abspielte, wird auf ewig im Gedächtnis aller Ingolstädter Eishockeyfans bleiben. In den Pre-Play-offs schalteten die Panther Rekordmeister Eisbären Berlin mit 2:1-Siegen aus. Im Viertelfinale wurden die Krefeld Pinguine, immerhin Zweiter der Hauptrunde, mit 4:1 abgefertigt. Auch für den Sieger der Hauptrunde, die Hamburg Freezers, war gegen den ERC nach einem 2:4 Endstation.

Der Meister-Coup

Siegreich im Rheinland: Drei der vier Auswärtsspiele der Finalserie gegen die Haie gewann der ERC.
Limmer
Ingolstadt

Der erstmalige Finaleinzug im 50-ten Jahr der Vereinsgeschichte: Das klingt fast zu kitschig um wahr zu sein. Die sechs Duelle gegen die Kölner Haie waren eines Meisterschaftsfinale würdig. Eine 2:0-Führung der Rheinländer konnten die Panther in Spiel drei und vier egalisieren und hatten urplötzlich den Meistertitel ganz dich vor Augen. Denn Travis Turnbull sicherte in Spiel fünf mit dem Tor zum 4:3 in der Verlängerung den Matchball für die Panther vor eigenem Publikum. Doch in Spiel sechs verhalf Mirko Lüdemann den Kölnern - ebenfalls in der Verlängerung - zum 1:0. Spiel sieben musste also die Entscheidung bringen.
 

Ein Sieg für die Ewigkeit

Das Spiel sieben des Finals verlief ähnlich ausgeglichen und spannend wie die vorhergehenden sechs Partien. Das erste Drittel endete torlos. Auch gegen Ende des zweiten Drittels war noch kein Tor gefallen, bis nach 37 Minuten Christoph Gawlik mit einem Schuss ins rechte untere Eck des Kölner Tores die Panther in Führung brachte. Der nach wie vor große Enthusiasmus der Gastgeber wurde zu Beginn des Schlussdrittels und das 2:0 (Einzelaktion John Laliberté, 41.) gedämpft.

Public Viewing in Ingolstadt DEL-Playoffs, Finale ERC Ingolstadt - Kölner Haie (7.Spiel "best of seven") in der Saison 2013 / 2014
Schaffen sie es? Oder schaffen sie es nicht? Auch Spiel sieben zwischen dem ERC und den Kölner Haien war nervenaufreibend.
Oliver Strisch
Ingolstadt
In Ingolstadt fieberten derweil beim Public-Viewing Hunderte Fans mit den Panthern mit. Schaffen Sie wirklich das Eishockey-Wunder?

Ja - und wie! Die Finalneulinge aus der Donaustadt brachten den Vorsprung erstaunlich souverän über die Zeit und krönen sich zum ersten und bislang letzten Mal zu den Königen der DEL. 

Die letzten Sekunden...

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Fotostrecke: Kölner Haie - ERC Ingolstadt Playoff-Finale 0:2
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Diejenigen, die diesen unglaublichen Erfolg wenige Momente nach Spielschluss überhaupt schon fassen konnten, gönnten sich in der Kabine das ein oder andere Kaltgetränk.

Kabinenparty!

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Der Feier- und Ehrungsmarathon

Der Jubel bei Spielern, Verantwortlichen und Fans des ERC kannte im Nachgang kein Halten mehr. Es begann ein wahrer Feier- und Ehrungsmarathon.

In einem großen Autokorso bahnten sich die Meisterpanther den Weg durch die Stadt, flankiert von einer riesengroßen Schar an Fans.

Im Korso durch die Stadt

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Für den sensationellen Erfolg bekamen die Panther schließlich auch den Bayerischen Sportpreis 2014 verliehen.
Bayerischer Sportpreis 2014 für den ERC

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Die Glücksgefühle der Meisterschaft trugen die Fans der Panther noch durch das ganze Jahr. Im Herbst würdigten sie ihre Eishockeyhelden mit einer sehenswerten Choreographie.

Meisterchoreo

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Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach...?

Der Sonderzug 2009 nach Wolfsburg waren genau genommen sogar zwei Züge. Schon allein daran erkennt man die Beliebtheit der Extrafahrt, die für ein ganz bestimmtes Saisonspiel der Panther ausgewählt wird. Vor neun Jahren machten sich sage und schreibe 1300 ERC-Anhänger auf den Weg nach Niedersachsen.

Ingolstadt: "Drei-Punkte-Wiener" haben geholfen
Gute Laune kurz vor dem Start: Rund 900 Fans des ERC Ingolstadt fuhren am Sonntagfrüh mit einem Sonderzug zum Auswärtsspiel nach Krefeld. Hunger und Durst kam auf der Sechsstunden-Fahrt sicher nicht auf. Und auf dem Heimweg saßen die Spieler des ERC mit im Zug – nach dem Punktgewinn sehr zur Freude der Eishockey-Fans - Foto: Strisch
Ingolstadt
2013 begleiteten 900 Fans die Panther nach Krefeld. Bei der zehnten Ausgabe 2014 ging es für die Panther an den Ort des größten Triumphes zurück. Der Sonderzug fuhr nach Köln. In dieser Saison startet der Sonderzug gen Norden. Am 4. Januar 2019 gastiert der ERC bei den Fischtown Pinguins in Bremerhaven.

 

Sperren haben auch ihr Gutes

96-18-29-38: Diese Vierer-Kombo ist die Auflistung der Rückennummern, denen bei den Panthern eine besondere Ehre zuteil geworden ist. Das bedeutet: Die Trikots hängen unter dem Hallendach der Saturn-Arena. Und die Nummern sind gesperrt, sie werden nicht mehr vergeben. Folgende ERC-Legenden gehören diesem elitären Quartett an:

  • Glen Goodall (Nr. 96, 1999 bis 2010 beim ERC, jahrelanger Kapitän)
    Glen Goodall (Nr.96, Ingolstadt Select)
    Oliver Strisch
    Ingolstadt
 
  • Doug Ast (Nr. 18, 2003 bis 2009 beim ERC, erster Spieler der Panther mit 100 DEL-Toren) 
    Doug Ast
    Bösl
    Ingolstadt
 
  • Jimmy Waite (Nr. 29, 2003 bis 2009 beim ERC, Shuttout-Saisonrekord ligaweit) 
    Familie Waite beim Abschied.
    Ingolstadt
 
  • Jabub Ficenec (Nr. 38, 2003 bis 2014 beim ERC, besonders schussstark, Spitzname: "Bum Bum") 
    ERC Ingolstadt vs Schwenninger Wild Wings Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, Spieltag 1, 16.09.2016
    Ehre, wem Ehre gebührt: Jakub Ficenec, genauer gesagt sein Trikot, bekommt einen ganz besonderen Platz in der Saturn-Arena.
    Oliver Strisch
    Ingolstadt