Einen Monat vor dem Saisonstart der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) steht der Stürmer aus Deggendorf ohne Vertrag und Verein da. "Was will man machen? Es hat sich bislang nichts ergeben", sagt Gawlik, der den ERC Ingolstadt vor drei Jahren mit seinem 1:0 im siebten Finalspiel bei den Kölner Haien zur Meisterschaft schoss. An die Eishockey-Rente mag Gawlik, der 13 Jahre Profi bei den Eisbären Berlin, den Frankfurt Lions, den Panthern, der Düsseldorfer EG und den Löwen Frankfurt war, noch nicht denken.

Immerhin darf der Rotschopf aktuell bei den Straubing Tigers mittrainieren. "Ich bin fit wie nie und schon richtig integriert. Ich fühle mich gar nicht wie ein Gastspieler", sagt Gawlik. Ein Engagement am Pulverturm ist trotzdem unwahrscheinlich: Manager Jason Dunham sucht noch einen Ausländer.

Doch warum klappt es nicht mit einem neuen Vertrag für Gawlik? Deutsche Profis sind rar und begehrt, Kämpfertypen mit lockerem Mundwerk taugen nicht nur in Ingolstadt als Identifikationsfigur, und außerdem ist der 29-Jährige sehr erfolgreich: Er errang vier deutsche Meisterschaften (2014 mit Ingolstadt, 2005, 2006 und 2008 mit Berlin) und einen Zweitliga-Titel (2017 mit Frankfurt).

Allerdings musste er auch schon einige Male verletzt pausieren. In seiner Krankenakte stehen mehrere Schulteroperationen und ein Kreuzbandriss, der ihn eine Saison außer Gefecht setzte. Zum Jahreswechsel 2016/17 startete Gawlik ein Comeback in der DEL2. In 32 Spielen gelangen ihm 10 Tore und 18 Vorlagen für die Löwen Frankfurt, am Ende holten die Hessen den Titel.

Doch trotz des jüngsten Aufschwungs ist Gawlik noch ohne Engagement. Dass seine Gehaltsforderungen möglicherweise zu hoch sind, bestreitet er: "Ich denke nicht, dass es am Geld liegt." Gawlik schaut lieber nach vorne: "Mein Ziel ist die DEL."