Ingolstadt: Emotionales Ende
Ende einer großen Karriere: Torwart Ian Gordon verabschiedet sich von den Panther-Fans. Der ERC Ingolstadt war die letzten Station seiner Profilaufbahn, die ihn in Deutschland zuvor nach Schwenningen (2000 bis 2003) und Frankfurt (2003 bis 2010) geführt hatte - Foto: Bösl
Ingolstadt
Die stehenden Ovationen der über 1000 Panther-Anhänger galten jedoch nicht dem gesamten Team, sondern einem Mann – Torwart Ian Gordon. Der 37-Jährige feierte nämlich seinen persönlichen Abschied von der Bühne des Profisports und ließ das Publikum daran teilhaben. „Eishockey ist eine große Familie und sie ist in der ganzen Welt zu Hause.“ Mit diesen Worten schloss Gordon seine Dankesrede, während der er sich immer wieder die eine oder andere Träne aus den Augen wischte. Bereits gestern flog Gordon zu seiner Familie nach Edmonton in Kanada, wo er eine Torhüterschule gründen wird.

Zuvor jedoch dankte der Rekordtorhüter der DEL (709 Spiele, 45 Shut-outs) und Meister von 2004 (mit den Frankfurt Lions) allen, die ihn auf seinem Weg begleiteten, den Fans, den Mitspielern, den ERC-Verantwortlichen, den Betreuern – er ließ wirklich keinen aus. „Ich bin sehr glücklich, dass ich nach der Insolvenz der Frankfurt Lions noch drei Jahre hier spielen durfte“, sagte Gordon und erhielt von ERC-Trainer Rick Nasheim ein Foto überreicht, das ihn vor der feiernden ERC-Fankurve zeigt.

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Dass es noch einmal so emotional zugehen würde, hatte der Goalie wohl nicht gedacht. „Ich habe mich nicht extra darauf vorbereitet. Das Schlimmste war wohl der Moment nach dem letzten Play-off-Spiel gegen Krefeld“, meinte Gordon, als er letztmals die Torwartausrüstung trug. Bereits am Freitag hatte er sich in Frankfurt am Rande der Partie gegen Kassel von den Lions-Fans verabschiedet. Dann jedoch, als noch einmal die Bilder seiner drei Jahre in Ingolstadt gezeigt wurden und er mit seiner stilvollen Dankesrede den Lebensabschnitt seiner aktiven Profi-Karriere endgültig beendete, übermannten Gordon erneut die Emotionen.

Gordons Auftritt ragte aus der ansonsten von Johannes Langer routiniert moderierten Abschiedsparty heraus. Der Wechsel Joe Motzkos (vier Jahre bei den Panthern) sowie der von Jeff Likens und Chris Heid (beide zwei) – alle drei sehen ihre Zukunft in der DEL – rief dabei keine großen Gefühlsregungen hervor. Craig Weller kehrt nach nur einer Saison nach Calgary zurück und widmet sich seinen Zukunftsplänen. „Ich mache bei einer Firma, die Kühlsysteme für Eisstadien entwickelt, eine Ausbildung. Damit werde ich wohl künftig mein Geld verdienen“, sagte der 32-Jährige.

Unklar ist dagegen noch die Zukunft von Sean O’Connor, der aufgrund seiner Knie-Operation ebenso fehlte wie die Nationalspieler Thomas Greilinger und Alexander Oblinger (auf Länderspieltournee in Weißrussland) sowie Michel Periard. „Ich würde gerne bleiben, weil es eine tolle Gruppe ist und wir nur ein paar Ergänzungen im Team brauchen. Es ist wichtig, einen Kern zu halten und nicht zu viele Spieler zu wechseln, sonst gewinnst du nichts“, meinte Periard. Dem 33-jährigen Verteidiger fehlen allerdings noch einige nicht unwichtige Details. „Noch steht nichts auf dem Papier und es gibt noch keine Zahlen“, sagte Periard, der jetzt erst einmal nach Las Vegas in den Golfurlaub fliegt und hofft, nach seiner Rückkehr Klarheit über seine Zukunft zu haben.

Umgekehrt ist die Situation bei Kris Sparre. Der 26-jährige Deutsch-Kanadier hat zwar einen Vertrag für die neue Saison, doch wurde ihm von Sportdirektor Jim Boni, der im Übrigen nicht anwesend war, nahegelegt, sich einen neuen Verein zu suchen. „Ich habe noch keine Pläne“, meinte Sparre. Weiter geht es wohl dagegen für Rick Nasheim. Der 50-Jährige soll wieder ins zweite Glied rücken und dem neuen Cheftrainer zuarbeiten. Eines versprach der Übergangschefcoach schon mal: „Wir werden in der Vorbereitung einen Monat lang zweimal täglich trainieren, damit die Mannschaft topfit in die Saison geht.“