ESV Kaufbeuren vs ERC Ingolstadt, Eishockey, DEL, Deutsche Eishockey Liga, Vorbereitung, 09.09.2018
Eine kaputte Scheibe beendet das Vorbereitungsspiel.
Johannes Traub
Ingolstadt

Die Partie endete beim Stand von 2:2, weil eine Scheibe an der Kaufbeurer Bank zu Bruch gegangen war. Eine Reparatur war offenbar nicht möglich, und die Schiedsrichter sahen eine Fortsetzung aufgrund der scharfen Bruchkante als zu gefährlich an. Immerhin gewannen die Panther das kurzfristig anberaumte Penaltyschießen dank der Treffer von Patrick Cannone und Thomas Greilinger, ERC-Torwart Timo Pielmeier hielt seinen Kasten sauber.

Trainer Doug Shedden war hinteher richtig bedient. „Das war nicht gut genug, ich bin sehr enttäuscht“, schimpfte der Kanadier, der nach der abermals enttäuschenden Angriffsleistung besonders seine Stürmer hart kritisierte. „Am liebsten hätte ich heute vier oder fünf draußengelassen. Einige treffen auf dem Eis die falschen Entscheidungen, haben Puckverluste oder kriegen bei Überzahlkontern keinen Abschluss hin.“

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In den sieben Spielen der Vorbereitung gelang dem ERC viermal nur ein Treffer, besonders bei Gleichzahl fanden die Panther kaum ein Mittel. „Und wir haben nicht gegen finnische Top-Teams gespielt“, meinte Thomas Greilinger, der die Leistung in Kaufbeuren als „Katastrophe“ bezeichnete. „Da brauchen wir nichts schönzureden, so darfst du nicht auftreten.“

Die Panther, bei denen Saisondebütant Brett Olson gleich als Kapitän auflief, hatten konzentriert begonnen und ihre technische und läuferische Überlegenheit ausgenutzt. Gleich im ersten Überzahlspiel gelang ihnen die 1:0-Führung: Jerry D‘Amigo fälschte Maury Edwards‘ Hammer von der Blauen Linie wohl ins Netz ab (5.). Fabio Wagner traf wenig später den Innenpfosten (8.), doch dann fand die Ingolstädter Dominanz – beginnend mit einer doppelten Unterzahl – ein jähes Ende. Angetrieben von den 2216 Zuschauern erkämpften sich die Gastgeber die eine oder andere hochkarätige Torchance. Es war vor allem Pielmeier zu verdanken, dass sich der ERC ohne Gegentreffer in die erste Pause rettete.

Nach Wiederbeginn war dann aber auch „Pille“ geschlagen: Daniel Pfaffengut traf über die Schulter des Ingolstädter Schlussmanns zum längst verdienten Ausgleich (24.). Und nur drei Minuten später lagen die Panther sogar zurück: Einen katastrophalen Aufbaupass Benedikt Kohls, bei dem allerdings auch der Adressat Joachim Ramoser geschlafen hatte, fingen die Kaufbeurer ab, und Jonas Wolter überwand Pielmeier im Nachsetzen zum 2:1 (27.). Ein Klassenunterschied zwischen Erst- und Zweitligist war auch in der Folge nicht zu erkennen. Der ERC, bei dem in vielen Situationen Pass- und Laufwege überhaupt nicht stimmten, erarbeitete sich kaum einmal eine nennenswerte Torchance. Und wenn doch, trafen die Panther-Profis meist die falsche Entscheidung: Greilinger suchte völlig freistehend vor ESV-Goalie Stefan Vajs seinen Sturmpartner, anstatt selbst abzuschließen (28.). Schlimmer noch: Die Gastgeber waren dem dritten Treffer mit ihren gefährlichen Vorstößen näher als die Panther dem zweiten.

Für das Schlussdrittel mischte Shedden die Sturmreihen kräftig durch – und dem ERC gelang prompt der 2:2-Ausgleich: Im Powerplay überwand Greilinger Vajs mit einem schönen Rückhandheber (44.). Danach brach die Scheibe. Shedden bedauerte den trainingsfreien Montag: „Das wäre ein guter Tag gewesen, die Jungs bis zur Erschöpfung laufen zu lassen.“

ERC Ingolstadt: Pielmeier – Schütz, Jobke; Sullivan, Kohl; Wagner, Friesen; Koistinen, Edwards – Wohlgemuth, Braun, Ramoser; Taticek, Olver, Kelleher; D‘Amigo, Olson, Greilinger; Elsner, Cannone, Collins. Tore: 0:1 D‘Amigo (5.), 1:1 Pfaffengut (24.), 2:1 Wolter (27.), 2:2 Greilinger (44.), 2:3 Cannone (Penalty). - Strafzeiten: Kaufbeuren 10/Ingolstadt 8. - Zuschauer: 2216.