„Die letzten beiden Partien waren eine Katastrophe“, fand Thomas Greilinger bei Telekomsport deutliche Worte und ergänzte angesichts der Deutschland-Cup-Pause: „Das tut uns jetzt gut. Danach müssen wir wieder angreifen.“ Trainer Tommy Samuelsson dürften angesichts des Negativrekords jedenfalls ungemütliche Tage bevorstehen. Die nächste Partie bestreitet der ERC am 17. November (19.30 Uhr) bei den Eisbären Berlin.
Die Panther, die kurzfristig auch noch auf Verteidiger Fabio Wagner wegen einer nachträglichen Vier-Spiele-Sperre aus der Partie gegen die Adler Mannheim am Freitag (0:1) auskommen mussten, fanden eigentlich ordentlich in die Partie – offenbarten aber wie schon in den vergangenen sechs Spielen ihre Abschlussschwäche, als den Ingolstädtern nur sieben Treffer gelungen waren. Sebastian Dahm, der dänische Nationaltorhüter kehrte nach langer Verletzungspause zurück, erlebte deshalb einen vergleichsweise ruhigen Einstand. 

Die Roosters zeigten zwar auch nicht das ganz große Offensivfeuerwerk, setzten nach anfänglichen Problemen aber ihren Plan um und beschäftigten die dezimierte Ingolstädter Hintermannschaft immer mehr. Marko Friedrich (11., 17.), der im mittelfränkischen Göggelsbuch aufgewachsen ist, vergab dabei die besten Möglichkeiten mit der Rückhand.

Der zweite Abschnitt begann ähnlich unspektakulär, bis sich Matt Pelech in der immer nickliger werdenden Begegnung zu einer unnötigen Provokation gegen die Iserlohner Bank hinreißen ließ und dafür eine zehnminütige Disziplinarstrafe kassierte. Den Panthern standen folglich nur noch vier Abwehrspieler zur Verfügung, die Sauerländer erhöhten den Druck und gingen in Führung. Jack Combs (32.) schob Torhüter Jochen Reimer die Scheibe zum 1:0 durch die Beine, nachdem ein Schuss durch Dieter Orendorz von Benedikt Kohls Schlittschuh unglücklich abgeprallt war. 

Ingolstadt war nun gefordert und hatte durch Jacob Berglund (34.) auch die Riesenchance auf den schnellen Ausgleich. Der Schwede zielte völlig freistehend aber neben das Tor, nachdem er in zentraler Position von Christoph Kiefersauer bedient worden war. Weil auch das zweite Überzahlspiel des ERC ohne Treffer verstrich und Combs (40.) einen Schuss knapp über das Tor abfälschte, ging es mit dem knappen Rückstand in die Pause. 

„Wir müssen noch mehr vor das Tor ziehen, alles reinwerfen und schauen, dass einer reinfällt“, meinte Benedikt Schopper vor dem letzten Durchgang bei Telekomsport. Die Scheibe schlug kurz nach Wiederbeginn allerdings nicht hinter Dahm ein, sondern Reimer war zum zweiten Mal geschlagen. Alexander Bonsaksen (42.) zog von der Blauen Linie einfach mal ab und traf mit seinem ersten Saisontor zum 2:0. Combs und Kohl hatten sich einen Zweikampf vor dem Kasten geliefert und Reimer so die Sicht verdeckt. 
Die Reaktion des ERC? Sie blieb bis auf etwas Ergebniskorrektur durch Brett Olson (53.) zum 1:3 aus. Zuvor hatte bereits Chad Costello (48.) nach einem mustergültigen Konter den dritten Treffer für die Gastgeber nachgelegt. Combs, der im fünften Spiel in Folge mindestens einen Treffer selbst erzielte oder vorbereitete, hatte die Scheibe zuvor stark gegen Sean Sullivan behauptet. 

Der Torschützenkönig der vergangenen Saison war es schließlich auch, der das 4:1 durch Chris Brown (59.) ins leere Tor vorbereitete – und beim ERC zum siebten Mal in Folge für lange Gesichter sorgte. 

Iserlohn Roosters: Dahm - Larsson, Eklund; Fischer, Martinovic; Schmidt, Bonaksen; Ordendorz - Brown, Jaspers, Combs; Costello, Turnbull, Down; Florek, Weidner, Friedrich; Shevyrin, Bassen, Salmonsson.

ERC Ingolstadt: Reimer - Sullivan, Pelech; Schopper, Kohl; Friesen - Laliberte, Mouillierat, Mauldin; Collins, Olson, Braun; Elsner, Olver, Greilinger; Kiefersauer, Berglund, Swinnen.

Tore: 1:0 Combs (32.), 2:0 Bonsaksen (42.), 3:0 Costello (48.), 3:1 Olson (53.), 4:1 Brown (59.).

Strafminuten: Iserlohn 4 / Ingolstadt 4 + Disziplinar Pelech.

Schiedsrichter: Hoppe, Köttstorfer.

Zuschauer: 4141