Timo Pielmeier warf sich in die Schüsse, streckte seine Schoner in sämtliche Richtungen und hinderte den Puck mit allen möglichen Verrenkungen daran, über die Linie zu kommen: Ingolstadts Torhüter verhalf dem ERC gestern mit einer Galavorstellung zu einem am Ende glücklichen Sieg nach Verlängerung gegen die Düsseldorfer EG. „Ich versuche, meinen Job so gut wie möglich zu machen und ruhig zu bleiben“, sagte der Goalie pragmatisch. „Außerdem habe ich Vertrauen in meine Vordermänner.“

Die hatten den 29-Jährigen vor 7731 Zuschauern im ISS-Dome allerdings im letzten Drittel einige Male im Stich gelassen. Insgesamt wehrte Pielmeier gegen die Rheinländer 33 Schüsse ab, im dritten Abschnitt lautete die Statistik 16:2 Torschüsse für die Gastgeber; zudem mussten die Panther zehn Strafminuten überstehen und teils in doppelter Unterzahl die Niederlage verhindern. Doch Pielmeier rettete den ERC in die Verlängerung, und Ville Koistinen mit dem Treffer zum 3:2 (64.) zwei Punkte. „Das war ein enorm wichtiger Sieg, wir haben verdient gewonnen“, meinte Pielmeier. 

Doch bis dahin war es ein weiter Weg – allerdings mit einem guten Auftakt für die Panther: Im ersten Drittel spielten sich die zielstrebigen Gäste einige gute Chancen heraus, Pielmeier hatte auf der anderen Seite nur wenig zu tun. In der 16. Minute verwertete Darin Olver den Abpraller nach einem Schuss Tyler Kellehers mit der Rückhand zum 0:1. Und kaum war das zweite Drittel in Gang, legten die Panther nach: Topscorer Mike Collins nutzte einen erneuten Abpraller und erzielte sein 13. Saisontor (21.).

Die Düsseldorfer wurden ab diesem Zeitpunkt jedoch immer stärker. Pielmeier aber strahlte die nötige Ruhe aus. In der 25. Minute rettete er sein Team bei einem Fernschuss Marco Nowaks sowie einem Nachschuss Calle Ridderwalls, dann warf er sich in einen Konterangriff der DEG (29.). Kurz darauf parierte der Deggendorfer zweimal mit Pfosten und Schoner bei einem Angriff von Jaedon Descheneau (31.) und Philip Gogulla (32.). Zuvor hatte Kelleher in Überzahl die Latte getroffen (28.).

Je länger das zweite Drittel dauerte, desto stärker wurden die Gastgeber – und waren am Ende auch erfolgreich: Leon Niederberger kämpfte sich durch und passte auf Ex-Panther Patrick Buzas, der Pielmeier zum 1:2 überwand (40). Im letzten Abschnitt wurde die DEG noch aggressiver und bestimmte endgültig die Partie. Gogulla und Topscorer Alexander Barta (42.) sowie Ken Andre Olimb (43.) scheiterten zunächst noch an Pielmeier, doch im Powerplay der Gäste, als Gogulla einen Abpraller zum 2:2-Ausgleich nutzte, war der ERC-Goalie dann machtlos (50.). 

Die Panther kamen fortan kaum noch vor das Tor der DEG und handelten sich zudem eine Strafe nach der anderen ein. Doch in einem dramatischen Endspurt stemmten sie sich mithilfe ihres Goalies gegen die Niederlage und gingen am Ende doch noch als Sieger vom Eis. „Ab der Hälfte des Spiels war Düsseldorf die stärkere Mannschaft. Wenn man gegen die vom Gas runtergeht, kommen sie wie die Feuerwehr“, sagte Pielmeier. Der ERC besiegte damit nach dem 3:2-Erfolg gegen Augsburger am Freitag erneut ein Spitzenteam der Liga nach Verlängerung. Die Ingolstädter beenden die erste Saisonhälfte auf dem sechsten Tabellenplatz. Die zweite startet am Freitagabend (19.30 Uhr) bei den Krefeld Pinguinen.

Düsseldorfer EG: M. Niederberger – Picard, Köppchen; Marshall, McKiernan; Huss, Nowak – Ridderwall, Olimb, L. Niederberger; Gogulla, Barta, Descheneau; Pimm, Buzas, Reiter; Kretschmann, Laub.

ERC Ingolstadt: Pielmeier – Sullivan, Edwards; Wagner, Friesen; Jobke, Kohl – Mashinter, Cannone, Collins; D’Amigo, Olson, Greilinger; Garbutt, Olver, Kelleher; Koistinen, Braun, Ramoser.
Schiedsrichter:  Bauer/Schrader. – Zuschauer: 7731. – Tore: 0:1 Olver (16.), 0:2 Collins (21.), 1:2 Buzas (40.), 2:2 Gogulla (50.), 2:3 Koistinen (64.).  – Strafminuten:   6/16.