Heute Abend in Mannheim (19.30 Uhr) müssen die Kufencracks aus Ingolstadt die Wende einleiten, sonst könnte es für den einen oder anderen Spieler zu Weihnachten sehr ungemütlich werden. Vor einem Jahr hatte der ERC nach 26 Spielen neun Punkte und 37 Tore mehr auf dem Konto. Nach dem Rauswurf von Greg Thomson als Trainer ist Konstanz bei den Panthern immer noch ein Fremdwort. Unter dem Deutsch-Kanadier sammelte der ERC in dieser Spielzeit 1,22 Punkte pro Partie. Sein Nachfolger bringt es bislang auf 1,19. Doch nicht nur in der Theorie hinken die Puckjäger ihren Ansprüchen und Zielen (Direkte Qualifikation für die Play-offs) hinterher. Auch auf dem Eis vermochte das hoch gehandelte Ensemble bislang selten zu überzeugen. Ein bisweilen katastrophales Überzahlspiel erhöht nun auch den Druck auf Chernomaz. "Alle müssen ihren Job erledigen", heißt es aus der Führungsetage.

Nach DK-Informationen ist Boni bei der Suche nach Verstärkungen offenbar fündig geworden. Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, soll in den nächsten Tagen ein Verteidiger aus Nordamerika zu den Panthern stoßen. Boni gab sich gestern auf Anfrage zurückhaltend: "Dazu gibt es keinen Kommentar. Wichtig ist, dass wir gegen Mannheim endlich ein Erfolgserlebnis verbuchen." Sollte der Wechsel klappen, hätten die Panther acht Verteidiger in ihren Reihen. Gut möglich, dass sich der Verein dann von einem Akteur trennt. Ein Kandidat wäre Marvin Degon. Es ist kein Geheimnis, dass der Ex-Berliner bislang nicht überzeugen konnte.

Doch auch im Sturm besteht Handlungsbedarf. Für den verletzten Kapitän Tyler Bouck ist Boni weiter auf der Suche nach einem Ersatz. Probespieler Richard Mueller hat seine Koffer bereits vor Ende des Vertrags gepackt, vielleicht steht seine Wohnung nicht lange leer. Denn während der ERC in der vergangenen Saison vor allem in der Abwehr Probleme hatte, drückt heuer der Schuh im Sturm. "Wir müssen kaltschnäuziger werden. Am Willen liegt es nicht", sagt Chernomaz.

In der Abwehr stellt der Coach heute um. Stephan Retzer erhält gegen die Adler eine Chance. Der Neuzugang aus Hamburg hatte unter Chernomaz bisher seinen Stammplatz auf der Bank. Gegen den Tabellenfünften darf der Verteidiger anstelle von Stephan Daschner ran. "Er hat eine Chance verdient", sagt Chernomaz. Dabei ist die Hoffnung auf einen Erfolg in Mannheim nicht unbegründet. Anfang November gewann der ERC bei den Adlern mit 3:1 und feierte damit den ersten Erfolg bei den Mannheimern nach sieben Niederlagen ins Serie. "Wir müssen klug spielen und endlich das Tor treffen", erklärt Chernomaz zum wiederholten Mal.

Vielleicht kann Thomas Greilinger bei seinem Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause zur entscheidenden Person auf dem Eis werden. "Er ist noch nicht bei 100 Prozent, aber trotzdem haben wir mit ihm mehr Potenzial. Er bringt auf jeden Fall frischen Wind in die Mannschaft", ist sich der Mann hinter der Bande sicher. Greilinger selbst – er soll an der Seite von Bob Wren und Joe Motzko stürmen – gibt sich gewohnt pragmatisch. "Nach dem Spiel wissen wir mehr."