Meyer Jürgen Ingolstadt

TOR


Timo Pielmeier

Es ist bislang eine unglückliche Saison für den Meisterpanther und Olympia-Silbermedaillengewinner. Stand beim Saisonauftakt in Straubing (2:4) und insgesamt bei vier der fünf Ingolstädter Niederlagen im Tor. Grobe Fehler unterliefen "Pille" dabei wenige, dennoch muss sich der 29-Jährige, einst stets der Marathon-Mann der Panther, derzeit hinter dem formstarken Jochen Reimer anstellen. Note: 3

Jochen Reimer

Zehneinhalb Spiele (beim 7:4 in Krefeld wurde Reimer ausgewechselt) und neun Erfolge - der "Joker" war bislang so etwas wie die personifizierte Sieg-Garantie der Panther. Drei Partien ohne Gegentor sind Ligaspitze, auch bei Fangquote und Gegentorschnitt gehört der 33-Jährige, der eine enorme Sicherheit ausstrahlt, zu den Besten seines Fachs. Note: 1

VERTEIDIGUNG


Fabio Wagner

Auch in seinem fünften Jahr als Panther hat sich der 23-Jährige nochmals gesteigert. Defensiv kompromisslos, ruhig und abgeklärt am Puck, dazu ohne die mitunter unnötigen Strafzeiten der Vorjahre. Das größte Steigerungspotenzial hat Wagner nach wie vor in der Offensive - dann könnte er auch in der deutschen Nationalmannschaft zur festen Größe werden. Note: 2+

Colton Jobke


Der 26-jährige Deutsch-Kanadier ist der Traum eines Trainers: Klaglos übernimmt er jede Rolle, sogar die des Aushilfs-Stürmers. Technisch limitiert, aber einsatzfreudig, furchtlos als Schussblocker und eine Stütze in Unterzahl. Einer Verlängerung des Probevertrags bis Ende November steht nichts im Wege. Note: 2

Ville Koistinen

Gemessen an seinen meist überragenden Leistungen der Vorsaison verläuft die Spielzeit für den 36-Jährigen bislang enttäuschend. Der "Quarterback" des ERC lässt seinen präzisen Schlagschuss zu selten los und ist fast folgerichtig noch ohne Treffer. Auch läuferisch und defensiv mit ungewohnten Schwächen. Vom Finnen muss deutlich mehr kommen. Note: 4+

Dustin Friesen

Der allseits respektierte Kapitän reißt mit durchschnittlich 20:45 Minuten pro Spiel die meiste Eiszeit aller Panther ab. Defensiv gewohnt verantwortungsvoll unterwegs und Gesicht der zweitbesten Abwehr der Liga, ist vom 35-jährigen Deutsch-Kanadier offensiv jedoch nicht mehr viel zu erwarten. Note: 2

Maury Edwards

Mit 14 Zählern ist der Ex-Straubinger hinter dem Krefelder Phillip Bruggisser (15) überraschend einer der punktbesten DEL-Verteidiger. Treibt das ERC-Spiel von hinten an und ist eine Bank im Powerplay - seine drei Treffer erzielte Edwards mit einem Mann mehr auf dem Eis. Dazu agiert der 31-Jährige auch defensiv klug und kam mit erst zwei Strafminuten aus. Note: 1

Benedikt Kohl

Bis zu seiner Beinverletzung war der 30-Jährige, den in den Vorjahren eine Viruserkrankung schwächte und lange außer Gefecht setzte, sehr solide im dritten Verteidigerpaar unterwegs. Ein fitter Kohl ist ein Bonus für den ERC. Note: 2-

Sean Sullivan

Nach der starken vergangenen Saison ist der Deutsch-Amerikaner heuer in defensiverer Rolle gefragt. Sein Wert für die Mannschaft ist dagegen unverändert, was sich an seiner Eiszeit (19:12 Minuten), Cleverness (2 Strafminuten) und Plus-Minus-Statistik (+6) ablesen lässt. Note: 2+

Simon Schütz

Nach überstandener Kreuzbandverletzung soll Schütz, der am Freitag 21 Jahre alt wird, in diesem Jahr den Durchbruch schaffen. Nach dem ersten Saisonspiel, in dem er als Stürmer auflief, wurde er jedoch zum Kooperationspartner nach Kaufbeuren geschickt, dann fiel er wochenlang mit einer Muskelverletzung aus. Läuferisch einer der Besten, muss allerdings seine Entscheidungsfindung auf dem Eis verbessern. Note: 3

ANGRIFF


Jerry D'Amigo

Der Torjäger, der aus Finnland kam, glänzte auf Anhieb und erzielte bereits zehn Treffer. Der 27-jährige US-Amerikaner ist flink, durchsetzungsstark und besonders im Powerplay eiskalt, zudem ein Spaßvogel in der Kabine. Dank seiner Defensivstärke verwundert es nicht, dass D'Amigo mit Darin Olver auch über den besten Plus-Minus-Wert aller ERC-Profis verfügt (+7). Note: 1-

Patrick Cannone

Als Mittelstürmer der ersten Reihe geholt, überzeugte der 32-Jährige bislang nur bedingt. Während der US-Amerikaner bei Puckeroberungen oder geschickten Blocks seine Erfahrung und Übersicht ausspielt, muss er in Sachen Scoring, Spieltempo und Laufstärke noch deutlich zulegen. Auch wenn Europa-Neuling Cannone in Nordamerika nie der größte Punktesammler war, geht da eindeutig mehr. Note: 3

Mike Collins



Seit er 2015 in die DEL kam, ist der chronisch unterschätzte Collins immer besser geworden. In dieser Saison liegt der 28-jährige US-Amerikaner, der schon im Vorjahr Panther-Topscorer war, mit 19 Punkten (10 Tore/9 Vorlagen) und vier Siegtreffern erneut auf Rekordkurs - und ist zu einem der Stars der Liga aufgestiegen. Für Doug Shedden ist das Ende der Entwicklung noch nicht erreicht: "Das Erschreckende ist, dass Mike noch viel besser werden kann", sagt der Trainer. Note: 1

Brett Olson

Schon in der vergangenen Spielzeit war der 31-Jährige, der die meiste Eiszeit aller Stürmer erhält (20:16 Minuten im Schnitt), einer der zuverlässigsten Panther. Olson agiert vor allem verlässlich in Unterzahl und in der Rückwärtsbewegung. Dazu ist der US-Amerikaner, der einen großen Teil der Vorbereitung verletzt verpasst hatte, der beste Bullyspieler in der Liga. Note: 2+

Petr Taticek

Frustrierende Saison für den Routinier, der sich zu Beginn und zuletzt als überzähliger Stürmer auf der Tribüne wiederfand. Bei seinen Einsätzen war der 35-jährige Deutsch-Tscheche zwar bemüht und erarbeitete sich einige erstklassige Torchancen, ihm glückte jedoch wenig. Taticek ist zudem der einzige Panther mit negativer Plus-Minus-Bilanz (-1). Note: 4-

Tyler Kelleher

Der 23-jährige US-Amerikaner ist die größte Überraschung. Ohne nennenswerte Profierfahrung nach Ingolstadt gewechselt, verzückt der nur 1,68 Meter große Kelleher die Fans Woche für Woche mit seinen spektakulären Soli. Sechs Tore, davon drei im Powerplay, und zehn Vorlagen gehen auf das Konto des schnellen und technisch beschlagenen Angreifers, der sich auch gegen körperlich deutlich stärkere Gegenspieler zur Wehr zu setzen vermag. Note: 1

Vili Sopanen

Trotz weitgehend verpasster Vorbereitung erzielte der 31-Jährige in Straubing das erste Saisontor der Panther - doch die richtige Bindung zu seinen Kollegen hat der Finne noch nicht gefunden. Der groß gewachsene Sopanen verfügt über gute Hände und Übersicht, offenbart jedoch läuferische Schwächen und saß zuletzt überzählig nur auf der Tribüne. Kann mehr. Note: 4+

Ryan Garbutt

Nach einem Handbruch hat der nachverpflichtete Offensivallrounder erst sechs Partien absolviert - doch schon nachhaltig Eindruck hinterlassen. Mit seiner Hartnäckigkeit, Unerschrockenheit und Wucht verstärkt der 33-jährige Kanadier, der zudem enorm schnell auf den Schlittschuhen unterwegs ist, die körperliche Komponente im Angriff des ERC. Doch der NHL-erfahrene Garbutt kann auch zur Torproduktion beitragen, wie seine sechs Scorerpunkte zeigen. Note: 2+

Tim Wohlgemuth

Der Jüngste im Team spielt bislang eine vielversprechende erste DEL-Saison. Der 19-Jährige agiert als Center der vierten Sturmreihe überraschend reif, abgeklärt und mutig und belohnte sich gegen Nürnberg mit seinem ersten DEL-Tor. Note: 2

Thomas Greilinger

Auch mit inzwischen 37 Jahren ist der Publikumsliebling noch nicht müde. Spielfreudig wie eh und je, doch mit vier Treffern noch nicht so effektiv wie gewohnt. Note: 2

Darin Olver

Erst am 14. Spieltag gelang dem erfahrenen Mittelstürmer sein erstes Saisontor, was den 33-Jährigen mitunter frustrierte und sich in schon 18 Strafminuten niederschlug. Doch bei den Vorlagen (10) liegt der Deutsch-Kanadier teamintern weit vorne, die gute Plus-Minus-Bilanz (+7) könnte ohne das 0:4 gegen München (-3) am Sonntag noch besser ausfallen. Mit seiner Spielstärke nach wie vor ein zentraler Baustein der Panther. Note: 2-

Joachim Ramoser


Der Südtiroler ist ein Vorbild an Einsatzbereitschaft und kompensiert damit so manche technische Schwäche. Dank seiner Schnelligkeit erarbeitet sich der 23-Jährige immer wieder Konterchancen, an seiner Abschlussstärke muss Ramoser jedoch arbeiten. Insgesamt aber ein wertvoller Spieler für die vierte Reihe. Note: 2

David Elsner

Unter Shedden blüht das "schlampige Talent" auf: Mit sechs Treffern ist Elsner bester deutscher Torjäger des ERC und auf gutem Weg, seine Bestmarke von 13 Toren aus der Saison 2016/17 zu verbessern. Der 26-Jährige darf in Überzahl ran und glänzt immer häufiger spielerisch, ist sich jedoch auch für körperliches Eishockey nicht zu schade. Müsste noch eine Spur konstanter werden. Note: 2+

Laurin Braun

Für Braun gilt Ähnliches wie für Ramoser - bislang hapert es vor allem an der Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Der Einsatz stimmt beim 27-Jährigen, der acht Spiele verletzt verpasste, allerdings immer. Note: 2-

FAZIT


Defensiv stabil, offensiv variabel, diszipliniert und erfolgreich im Powerplay: Dieser ERC Ingolstadt - von Sportdirektor Larry Mitchell sinnvoll verstärkt und von Trainer Doug Shedden hervorragend eingestellt - macht Spaß. Die Wiederholung der Vorjahresplatzierung - Rang vier und damit Heimrecht im Play-off-Viertelfinale - erscheint angesichts der Ausgeglichenheit des Kaders absolut realistisch, zumal Schlüsselspieler wie Goalie Timo Pielmeier, Verteidiger Ville Koistinen und Stürmer Patrick Cannone noch Steigerungspotenzial besitzen.