Mats Hummels (Sprunggelenk) und Leon Goretzka (Hüfte) mussten auf Seiten der Münchner kurzfristig verletzungsbedingt passen. Dafür gaben Neuzugang Serge Gnabry, Weltmeister Tolisso und Rafinha ihr Startelfdebüt in dieser Saison. Bei den Leverkusenern war Ex-Schanzer Ramazan Özcan nicht im Kader. Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) entschied nach zwei Minuten auf Handelfmeter für die Gäste. Für das plumpe Vergehen war Feingeist Thiago verantwortlich.

FC Bayern München - Bayer Leverkusen
Wendell brachte Leverkusen mit seinem Elfmeter 1:0 in Führung.
Tobias Hase (dpa)
München
Nun wurde es wild. Manuel Neuer parierte sowohl den Elfmeter Kevin Vollands als auch den Nachschuss bravourös. Nur: alles umsonst. Weil einige Münchner zu früh in den Strafraum gelaufen waren, wurde der Strafstoß wiederholt. Wendell blieb cool und brachte die Rheinländer in Führung (5.). Der Treffer verlieh den mit null Punkten aus zwei Spielen gestarteten Leverkusenern keine Sicherheit. Was folgte, waren wütende Angriffe der Gastgeber. Tolisso, der wegen einer Knieverletzung noch vor der Pause ausgewechselt werden musste, drosch den Ball zum Ausgleich mit links in den rechten Torwinkel (10.). 

FC Bayern München - Bayer Leverkusen
Drin das Ding: Arjen Robbens herrliche Direktabnahme brachte das 2:1 für die Münchner.
Tobias Hase (dpa)
München
Robben setzte mit dem 2:1 für den FC Bayern sogar noch einen drauf. Ballannahme des Niederländers, Direktschuss, drin. Ein Treffer Marke "Tor des Monats". Leverkusen verlor fortan völlig den Faden und durfte sich bei Keeper Lukas Hradecky bedanken, der unter anderem gegen Thomas Müller einen höheren Rückstand der Werkself zur Pause verhinderte. 

Im zweiten Durchgang ließen die Münchner keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie dieses Spiel noch aus der Hand geben würden. Allein die Präzision im Abschluss fehlte. So scheiterte Robben nach einer Stunde an Hradecky, dem besten Leverkusener. Und Robert Lewandowski verpasste es, den besser postierten James einzusetzen (63.). Von Bayer ging hingegen keinerlei Gefahr aus. In dieser Verfassung muss man sich um die Elf von Heiko Herrlich ernsthafte Sorgen machen. Der Frust der Werkself entlud sich in der 80. Minute. Der frisch eingewechselte Bellarabi sah nach einem groben Foulspiel an Rafinha zurecht die Rote Karte. „Das Foul von Bellarabi war natürlich geisteskrank. Das ist vorsätzliche Körperverletzung. So einer gehört drei Monate gesperrt - und zwar für Dummheit", wetterte Bayern-Präsident Hoeneß nach dem Spiel. Als sich - wohlgemerkt auch Leverkusen - längst mit dem 2:1 abgefunden hatte, nickte James eine Flanke von Thiago zum 3:1 ein.

Dank des ungefährdeten Heimsieges sind die Münchner wieder an der Tabellenspitze der Ersten Bundesliga, Leverkusen hängt am Tabellenende. Vor dem nächsten Auftritt in der Liga steht für beide Teams die Premiere im Europacup an. Der FC Bayern spielt in der Champions League in Portugal bei Benfica Lissabon (Mittwoch, 21 Uhr), Bayer tags darauf zur gleichen Zeit in der Europa League beim bulgarischen Vertreter Ludogorez Rasgrad.