Seit einigen Jahren ist er im Motorsport aktiv, in Dubai startete er auf einem Audi RS 3 LMS in der TCR-Tourenwagenklasse und stand unserer Zeitung Rede und Antwort.

Herr Boonen, wie landet ein ehemaliger Radprofi im Motorsport?

Tom Boonen: Ich bin geboren und aufgewachsen in Mol, nur wenige Kilometer von der Rennstrecke in Zolder entfernt. Dort war ich seit meiner Kindheit immer bei den Rennen, habe dort in den Achtzigern und Neunzigern die DTM gesehen und viele weitere Veranstaltungen besucht. Neben dem Radsport hat mich der Motorsport immer fasziniert. Als ich einmal die Möglichkeit hatte, Rennfahrertrainings zu absolvieren, habe ich das gemacht. Vor gut zwei Jahren bin ich dann aktiv in den Motorsport eingestiegen.

Kann man die beiden Sportarten vergleichen?
Boonen: Den Motorsport erlebe ich viel intensiver als damals den Radsport. Man kann viel weniger selbst beeinflussen, es gibt kaum Trainingsmöglichkeiten. Außerdem die Arbeit im Team, das ist eine neue Erfahrung. Ich habe schon viele schöne Momente im Motorsport erlebt, aber auch viele Tiefen. Diese Bandbreite von Emotionen macht diese Sportart so faszinierend. Motorsport macht süchtig.

Wie kommt es, dass Sie hier mit einem Audi fahren?
Boonen: Das war eher Zufall. Zusammen mit zwei Kumpels hatte ich den Einsatz auf einem Porsche geplant, aber die haben sich dann anders entschieden. Daraufhin rief mich der Besitzer des Audi an, ob ich nicht mit ihm fahren wollte. Für mich ist es schon eine Umstellung, denn ich bin noch nie vorher mit einem Fronttriebler gefahren. Das Team hat eine lange Tradition und mit Vincent Radermecker einen absoluten Routinier mit an Bord.

Haben Sie eine Verbindung zu Audi?
Boonen: Ich habe einige Audi gehabt, auch einen R8, ich schätze die Marke sehr. Die Qualität des Audi TCR-Tourenwagen beeindruckt mich sehr, ich habe mich auf Anhieb wohl gefühlt und war direkt schnell.

Im Radsport waren Sie bei den Klassikern sehr erfolgreich. Klassiker gibt es auch im Motorsport. Ist das Ihr Ziel?
Boonen: Le Mans ist schon noch sehr weit weg, aber die 24 Stunden von Spa ist eine Option, an der ich arbeite. Im Vorjahr war ich in der Nascar-Euroserie aktiv, in diesem Jahr plane ich den Einsatz im Porsche Carrera Cup Benelux. Die fährt im Mai auch im Vorprogramm der DTM in Zolder, da freue ich mich schon sehr darauf.

Das Interview führte

René de Boer.
Foto: privat