Überzeugung ist das entscheidende Wort. Denn schließlich fänden alle Maßnahmen, um den FCA wieder in die Erfolgsspur zu bringen, nicht aus Aktionismus statt, sondern weil der Augsburger Trainer, wie er selbst betont, von ihrer Wirkung überzeugt ist. Inhaltliche Themen auf dem Trainingsplatz, mentale Themen in den Gesprächen mit den Spielern, detaillierte Analysen. "Man geht die gesamte Klaviatur durch und versucht sich ein positives Gefühl für das Wochenende zu geben", sagt Baum voller Überzeugung und ergänzt: "Denn wir haben in dieser Saison ja schon gezeigt, dass wir es besser machen können."

Selten passten Leistungen und Ergebnisse bei einem Bundesligisten und speziell beim FC Augsburg so wenig zusammen wie in dieser Saison. Beinahe jede Woche werden die Schwaben für ihre Spielweise gelobt, was den gegnerischen Trainern auch deshalb besonders leicht fällt, weil die Punkte zuletzt meist bei ihnen blieben. Nervig sei es natürlich grundsätzlich nicht, wenn man gelobt wird, sagt Rechtsverteidiger Raphael Framberger. "Aber man wird halt lieber gelobt, wenn man am Ende auch gewinnt."

Das ist dem FC Augsburg in den vergangenen vier Bundesliga-Spielen (ein Unentschieden, drei Niederlagen) nicht mehr gelungen. Aus dem guten Start, der ein bisschen nach Europa League roch, ist ein ernüchternder 14. Tabellenrang geworden, mit nur noch zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz.

"Natürlich ist zurzeit das Problem, dass die Ergebnisse nicht ganz den Leistungen entsprechen, die wir auf den Platz bringen", sagt Baum. Diese Erkenntnis tut nun zum einen gut, weil es den Trainer darin bestätigt, dass die Mannschaft eigentlich genug Potenzial hat, um mindestens - oder eigentlich selbstverständlich - die Klasse zu halten. Zum anderen dürfe man sich darauf nicht ausruhen. "Wir sind schon sehr selbstkritisch", sagt Baum. "Denn so gut sind die Leistungen dann nämlich auch wieder nicht, sonst würden wir ja Punkte holen", meint der 39-Jährige.

Auch Framberger sagt: "Es wäre mir lieber, wenn wir mal schlecht spielen und vom Trainer für das Ergebnis gelobt werden." Im Optimalfall soll wieder beides passen: Spielweise und Ergebnis. Dafür müsste Baums Team in der Defensive die gegnerischen Angriffe noch konsequenter "wegverteidigen" als zum Beispiel am vergangenen Spieltag beim VfB Stuttgart (0:1), moniert Baum. Vorne, sagt der Trainer, "müssen wir auch mal ein Tor erzwingen."

Der Mann, der dafür am ehesten in Frage kommt, Torjäger Alfred Finnbogason, droht allerdings auszufallen. Die Adduktorenprobleme des Isländers sind zwar verheilt, trotzdem trainierte der Stürmer am Donnerstag nur eingeschränkt. "Das war eine Vorsichtsmaßnahme. Es ist nichts Gravierendes. Aber wir werden ihn nicht zu früh reinschmeißen, sondern nur, wenn er hundertprozentig fit ist", erklärt Baum.

Das Gefühl, das sich die Augsburger in den Trainingseinheiten unter der Woche geschaffen haben, sei trotzdem gut. "Deshalb habe ich auch durchaus im Kopf, dass wir in Leverkusen mehr als einen Punkt holen können", sagt Baum. Auch wenn er die Werkself, gegen die die Augsburger noch nie gewonnen haben, spielerisch zu den Top vier der Liga zählt.

Die Offensivakteure seien "mit das Beste in der Bundesliga", weiß auch Framberger und ergänzt: "Auch wenn es sich vielleicht von den Ergebnissen und Punkten nicht wirklich widerspiegelt." Ein Problem, das die Augsburger bekanntlich nur zu gut kennen.