Umkämpft: Fürths Sebastian Ernst (links) grätscht im Duell mit dem Jahn-Profi Jann George.
Umkämpft: Fürths Sebastian Ernst (links) grätscht im Duell mit dem Jahn-Profi Jann George.
Karmann/dpa
Fürth
Kirchweih, traumhaftes Herbstwetter, mehr als 10000 Zuschauer und zwei bayerische Traditionsmannschaften, die in der 2. Liga oben mitmischen - die Voraussetzungen waren perfekt für ein gutes Spiel. Und die beiden Mannschaften haben nicht enttäuscht. Von der ersten Minute boten sie eine abwechslungsreiche Partie mit gutem Pressing, Läufen in die Tiefe, schönen Spielzügen - Torraumszenen in beiden Hälften und am Ende einer Punkteteilung.

Viele Gründe, zufrieden zu sein, das sah auch Jahn-Trainer Achim Beierlorzer - ein Franke mit langer Fürth-Vergangenheit - so: "Ich denke, wir haben ein extrem intensives Spiel gesehen, mit einem Ergebnis mit dem beide Mannschaft ganz gut leben können." Stolz war er vor allem, dass seine Mann den Rückstand noch ausgeglichen hat. Das sei hochverdient gewesen. "Wenn wir hier mit einem 0:1 rausgehen, dann sagen alle wieder, ihr seid eine tolle Truppe, ihr habt auch wirklich gute Chance gehabt, aber man kriegt dann am Ende nichts."

Ein wenig mehr hätte es letztlich für Fürths Coach Damir Buric sein dürfen, immerhin fügten die Oberpfälzer dem Kleeblatt seine bisher letzte Heimniederlage zu. Eine Scharte, die man gerne ausgewetzt hätte. Aber es sei ein schweres Spiel gewesen, Regensburg sei eine richtig gute Mannschaft und "wir haben einen tollen Fight gesehen, auch toll für die Zuschauer". Er hätte aber gerne die drei Punkte gehabt, deswegen sei er nun doch ein bisschen enttäuscht. Zumal er nach eigenem Bekunden schon kurz vor dem Tor Sebastian Ernst, der den gelbgesperrten Sechser Lukas Gugganig ersetzte, auswechseln wollte, um die Abwehr zu stabilisieren. "Vielleicht war unsere Auswechslung die eine Minute zu spät."

Nicht nur die Tore waren gerecht verteilt, auch die Halbzeiten. Die erste gehörte dem Jahn, der schnell ins Spiel fand und mit seinem fast mittelfeldlosen Spiel aus einer sicheren Abwehr, die Fürther immer wieder vor Probleme stellte. Sargis Adamyan hatte gleich mehrmals die Gelegenheit, Regensburg in Führung zu bringen. In der 11. und der 29. Minute fand er aber jeweils in Fürths Keeper Sascha Burkert seinen Meister. Vor allem bei Ecken und den folgenden zweiten Bällen hatten die Fürther ihre liebe Nor, die Abwehr schwamm mehrmals. Auf die erste Chance auf der Gegenseite musste man bis zur 35. Minute waren, als zunächst Julian Green Philipp Pentke prüfte und Magyar nach der anschließenden Ecke knapp vorbeiköpfte.

Die zweite Hälfte gehörte denn den Hausherren, bei denen der schwache Fabian Reese durch Shawn Parker ersetzt wurde. Der hatte gleich die Chance zur Führung, scheiterte aber aus kurzer Distanz an Pentke. Eine Minute später machte es David Atanga besser und köpfte nach einer großartigen Flanke von Tobias Mohr ein. Dass die Regensburger nun mehr Risiko gingen, verhalf den Fürther zu vielversprechenden Kontern, die sie aber allesamt nicht ausspielten. Ein Versäumnis, dass sich in der 75. Minute rächte, als Regensburgs Kapitän Grüttner zum Ausgleich einschob.

"Da haben wir uns belohnt", resümierte Grüttner, der ebenso wie sein Trainer einen hochzufriedenen Eindruck machte. "Wir hatten zwar eine Vielzahl an Torchancen, aber es ist nicht so, dass wir jede Woche drei, vier, fünf Tore schießen." Zumal Fürth auch gut dagegen gehalten habe.

Fürth ist nach der Länderspielpause bei Arminia Bielefeld zu Gast, der Jahn empfängt den SV Darmstadt 98.