Schon sechsmal durfte FCA-Angreifer Alfred Finnbogason in dieser Saison einen Treffer bejubeln.
Schon sechsmal durfte FCA-Angreifer Alfred Finnbogason in dieser Saison einen Treffer bejubeln.
Thissen/dpa
Augsburg
Um mehr Punkte zu holen, müsste sich die Effizienz des Torjägers auch auf die gesamte Mannschaft übertragen. Am Samstag (15.30 Uhr) spielt der FC Augsburg bei 1899 Hoffenheim.

Dass Finnbogasons Kopf besonders gut funktioniert, ist nichts Neues. Sprachbegabt (er spricht sieben Sprachen fließend), rhetorisch gewandt und mit einem vom isländischen Akzent unterstützten Charme ist der 29-Jährige immer wieder ein gefragter Ansprechpartner. Vor allem um darüber zu berichten, wie sein Körper funktioniert, was wegen vieler hartnäckiger Verletzungen in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall gewesen war. "Der Kopf will manchmal etwas machen, aber der Körper macht etwas ganz anderes", sagt Finnbogason. Deshalb sei er nach seiner jüngsten Knieverletzung auch vorsichtig gewesen. In den vergangenen fünf Spielen hat sich der FCA-Stürmer umso effektiver zurückgemeldet.

Sechs Tore nach zehn Spieltagen: Noch nie hat ein FCA-Profi in der ersten Liga eine solche Quote erreicht. Dabei hat Finnbogason ja nur die Hälfte aller Spiele absolviert. Im Schnitt sind das 1,2 Tore pro Partie und den fünften Platz in der Torjägerliste der Fußball-Bundesliga. "Ich habe mir da vor der Saison keinen Druck gemacht, weil ich ja wusste, dass ich die ersten fünf Spiele ausfallen werde", sagt Finnbogason. "Jetzt", betont er, "schaut man sich das schon mal an. Vor allem, wenn man nicht weit weg ist von denen da vorne. "

Nicht weit weg ist wegen seines Torjägers der FC Augsburg auch von den internationalen Plätzen. Vier Punkte beträgt der Rückstand auf die Europa-League-Ränge, wo Finnbogason gerne wieder hinmöchte. Nach dem 2:2 in der Vorwoche gegen den 1. FC Nürnberg war vor allem der ehrgeizige Stürmer deshalb besonders niedergeschlagen. "Es gab zu viele Begegnungen, in denen wir super gespielt, aber zu wenige Punkte geholt haben", sagt er. Es müsse jetzt eine Phase kommen, in der die Ergebnisse Vorrang haben, meint der Isländer. Anders ausgedrückt: Die Effizienz ihres Torjägers müsste sich auf die gesamte Mannschaft übertragen.

Vor allem da der FCA in Hoffenheim auf einen enorm spielstarken und flexiblen Gegner trifft. Beeindruckend sei vor allem gewesen, mit welcher Mentalität die Mannschaft am Mittwoch in der Champions League bei Olympique Lyon in Unterzahl aus einem 0:2 ein 2:2 machte. "Bei Hoffenheim ist immer etwas los", sagt FCA-Trainer Manuel Baum. "Egal, ob durch Tore, die sie selbst schießen oder durch Tore, die sie kriegen. Es macht einfach Spaß, ihnen zuzuschauen. "

Dass die TSG mehr Tore kassiert, als sie vorne schießt, ist gegen den FCA allerdings seit sechs Spielen nicht mehr passiert. Finnbogason möchte das ändern. Im Sommer war der Angreifer selbst mit dem Champions-League-Teilnehmer in Verbindung gebracht worden. "Aus meiner Sicht gab es aber keinen Kontakt nach Hoffenheim, deshalb ist es ein ganz normales Spiel für mich", sagt er.

Getroffen hat der 29-Jährige in drei Spielen gegen die TSG noch nicht. Doch Finnbogasons aktuelle Quote macht Hoffnung. Fast 40 Prozent seiner Abschlüsse landeten bislang im Tor - nur Dortmunds Paco Alcácer ist effizienter. "Der Körper macht zurzeit wieder, was der Kopf will, und deshalb läuft es ganz gut", sagt er.