Erstes, ganz aktuelles Thema war das Phantomtor, das Leverkusens Stefan Kießling gegen Hoffenheim (nicht) erzielt hat. Manni Schwabl spricht von einem Déjà-vu-Erlebnis, denn er selbst war bei Thomas Helmers Phantomtor vor 19 Jahren unmittelbar beteiligt. 
 

 
"Ich dachte, ich bin im falschen Film", sagt er, als er mit der Szene vom 23. April 1994 konfrontiert wird. Er stand damals am Pfosten gegenüber, Helmer stocherte den Ball nicht nur an Club-Keeper Köpke, sondern auch am Pfosten vorbei - und Schiedsrichter Osmers entschied auf Tor. "Wir haben damals ganz anders protestiert - bei den Hoffenheimern war's wie bei einer Beerdigung", sagt Schwabl. Dass er selbst dann auch noch den Elfmeter, der zum 2:2 geführt hätte, verschossen hat, nahmen (und nehmen) ihm die Club-Fans übel. Und das sei für ihn die Höchststrafe gewesen, sagt er heute. Schwabls Meinung zu Hilfsmitteln, um Phantomtore zu verhindern? "Ich bin ein absoluter Befürworter." Man gewinne damit mehr als nur die drei Punkte, ist seine Meinung. 
 

Hasenhüttl ist ein "absolut guter Trainer"

 
Ralph Hasenhüttl, den neuen Trainer des FC Ingolstadt, kennt Manni Schwabl sehr gut - der Österreicher trainierte Unterhaching von 2007 bis 2010. Er sei ein "absolut guter Trainer, der auch eine menschliche Ader hat", sagt Schwabl. Hasenhüttl hätte eine super Arbeit geleistet und dann beim Misserfolg gehen müssen. "Wenn man in Ingolstadt etwas Langfristiges aufbauen will, ist er der richtige Trainer." Wenn... - Schwabl ist das Denken im Fußball zu kurzfristig.
 
 

 
Um Schwabls sportlichen Werdegang geht es im zweiten Block. Als Elfjähriger spielte er mit seinem Heimatverein FC Holzkirchen gegen die Schülermannschaft des FC Bayern und wurde angesprochen. Er probierte es zunächst für ein Jahr. "Die 30 Kilometer kamen mir vor wie eine Weltreise", sagt er im Rückblick. Jahre später fand er sich dann bei den Profis wieder. Beim ersten gemeinsamen Essen mit Trainer Lattek, Augenthaler und Matthäus war er dann so nervös, dass ihm beinah die Gabel aus der Hand gefallen wäre. "Udo Lattek war die totale Respektsperson. Da war ich 18, er war ein Hero", sagt er. Er erinnert sich auch gern an Club-Trainer Heinz Höher ("auch wenn er nie was gesagt hat") und Jupp Heynckes. Über Werner Lorant, der als Schleifer in die Annalen einging, könne man sagen, was man wolle: "Fit waren wir immer." Die Zeit bei den Löwen bezeichnet er als "wunderbar", man hätte vom Zusammenhalt gelebt. Als schönstes Stadion bezeichnet er noch heute "das Sechzgerstadion mitten in der Stadt". 
 

"Ich werde nie was Schlechtes über 1860 sagen"

 
An seinen nicht ganz freiwilligen Abschied bei 1860 München kann er sich noch gut erinnern. Einige namhafte Spieler hatten ihr Karriereende angekündigt, und der damalige Präsident Wildmoser wollte keine Abschlussfeier veranstalten. Also kümmerte sich Kapitän Schwabl darum. Als dann Wildmoser doch eine Feier veranstalten wollte, lehnten Schwabl und einige seiner Mitspieler dankend ab und entschieden sich für die eigene Party. "Auch Trainer Lorant war auf unserer Seite", sagt Schwabl - aber der war an besagtem Abend im ZDF-Sportstudio eingeladen. Schwabl war fortan, obwohl sein Vertrag kurz vorher erst um zwei weitere Jahre verlängert worden war, "sportlich nicht mehr tragbar" bei den Löwen. "Schwamm drüber'", sagt er heute, "ich werde dennoch nie was Schlechtes über 1860 sagen. Ich war 31 und konnte mich nicht drehen wie ein Fahnderl im Wind."
 
 

 
In Unterhaching ist Schwabl bei der SpVgg aktuell Präsident eines Fußballvereins, der kaum Geld hat und daher vor allem auf Talente aus der Region setzt. Ein aus der Not geborenes Konzept, dass bisher gut funktioniert - und allen Beteiligten Spaß macht. "Hier kann man in Ruhe arbeiten und eine Philosophie durchziehen", sagt Schwabl. Und man sehe, dass es auch mit jungen Leuten aus Region funktioniere. Da werde beim Training bairisch gesprochen. Die aktuelle A-Mannschaft habe einen Altersschnitt von 21,5 Jahren.
 

"Wenn es nicht klappt, dann gehen wir halt wieder runter"


Im dritten Block der Sendung spricht Schwabl aber auch über den Traum, mit der SpVgg in die Zweite Liga aufzusteigen. Er würde dann aber nicht den Fehler machen, nach einem Aufstieg die Jungs, die aufgestiegen seien, auszusortieren. "Und wenn es dann nicht klappt, dann gehen wir halt wieder runter." Doch aktuell seien solche Gedankenspiele ohnehin nur Träume. "Ich bin dankbar um jeden Punkt, damit der Abstand nach unten bleibt." Zudem erzählt Schwabl, warum er seinen Spieler Fabian Götze, den Bruder des FC-Bayern-Stars, am liebsten öfters zu seiner Oma nach Memmingen schicken würde.