2. Tischtennis-Bundesliga

Krönender Jahresabschluss für den TV Hilpoltstein

2. Tischtennis-Bundesliga: Burgstädter gehen nach 6:3-Sieg gegen Bad Hamm als Zweiter in die Winterpause

20.11.2022 | Stand 20.11.2022, 20:11 Uhr

Einmal mehr eine überzeugende Leistung bot Hilpoltsteins Mannschaftskapitän Alexander Flemming. Mit seinen beiden Siegen im Einzel hatte er maßgeblich Anteil am erfolgreichen Jahresabschluss des TV-Quartetts. Foto: Tschapka

Von Wolfgang Winkel

Hilpoltstein – 6:3 gegen den TTC GW Bad Hamm: Welch ein Jahresabschluss für den TV Hilpoltstein. Der Tischtennis-Zweitligist hat alle Erwartungen übertroffen, belegt mit 13:5 Punkten einem ausgezeichneten zweiten Tabellenplatz mit Kontakt zur Spitze und kann entspannt in die Winterpause gehen. Zeit, Bilanz zu ziehen.

„Wir sind hochzufrieden mit der Vorrunde“, resümierte ein gelöster Robert Nachtrab. „Das ganze Jahr war top“, ergänzt Uli Eckert, der sich mit Nachtrab das Amt des Abteilungsleiters teilt und legt nach: „Wir sind Vizemeister geworden, hatten ein tolles Pokalspiel gegen Borussia Düsseldorf und stehen schon wieder so gut da.“

Da kam Bad Hamm zum Jahresausklang gerade recht. Die Kurstädter bauen um das Eigengewächs André Bertelsmeier herum eine neue Mannschaft auf und kamen deshalb in dieser Saison über die Rolle eines Punktelieferanten nicht hinaus. Bis zum Samstag, als sie ein schlagkräftiges Quartett aufbieten konnten und prompt beim 1. FC Saarbücken ihren ersten Zähler holten.

Auch, wenn das Gastspiel des Tabellenletzten alles andere als ein Selbstläufer war, nutzen die meisten Hilpoltsteiner die Gelegenheit, die Bilanzen aufzupolieren. Nach drei Stunden Spielzeit hatte der TV Hilpoltstein die starke Gegenwehr der Gäste schließlich geknackt. Andy Pereira/Petr Fedotov glichen im Doppel die Auftaktniederlage von Alexander Flemming/Hannes Hörmann aus. Im Einzel sicherten anschließend Flemming (2x), Pereira (2x) und Fedotov die Punkte zum Gesamtsieg. Danach begab sich der TVH in den Feiermodus, zu dem er auch allen Grund hatte, wie ein Rückblick auf die Vorrunde zeigt.

Beginnen wir mit Alexander Flemming, Hilpoltsteins Kapitän und Dauerbrenner. 2023 war ein turbulentes Jahr für ihn: Im Sommer heiratete er die langjährige Freundin Ann-Kathrin Herges, erlebte Vaterfreuden und holte sich nebenbei den Titel eines Weltmeisters im Hardbat, einer vor allem in den USA populären Form des Tischtennis. Das alles sorgte für viel Trubel im Leben des Sachsen, doch nichts von alledem konnte ihn von einer erneut formidablen Leistung in seiner 14. Saison abhalten. Der Mann, der auch mit 35 Jahren kein sportliches Verfallsdatum zu kennen scheint, erspielte sich eine starke Bilanz von 10:8 Siegen in der Vorrunde.

Noch besser steht Andy Pereia da. Der kubanische Nationalspieler versprühte nicht nur spielerischen Glanz, sondern zählt mit seiner Bilanz von 13:5 zu den stärksten Akteuren der Liga. Pereira ist womöglich der beste Tischtennis-Spieler der je für den TVH aufgeschlagen hat.

Grund zur Freude hat sicher auch Petr Fedotov. Der 24-jährige Russe räumte das hinteren Paarkreuz mit einer Bilanz von 12:3-Siegen förmlich ab. Dass er sich am Sonntag etwas überraschend dem talentierten Andre Bertelsmeier geschlagen geben musste, kann den ausgezeichneten Gesamteindruck nicht schmälern. Fedotov hat sich spielerisch verbessert und seinen Platz in der Annalen des Vereins sicher, auch, wenn er an Petr Davids legendärem 13:1-Fabelrekord aus dem ersten Jahr der eingleisigen zweiten Liga nicht herankommt. Mit Flemming, Pereira und Fedotov verfügen die Burgstädter über ein Trio, das jedem Gegner das Fürchten lehren kann.

Fehlt noch Hannes Hörmann, der für den zum Drittligisten TTC SR Hohenstein/Ernstthal abgewanderten Hermann Mühlbach in die Stammformation aufgerückt ist. Er ist nach Felix Bindhammer der zweite Spieler aus dem eignen Nachwuchs, dem der Sprung in die Zweitliga-Mannschaft gelungen ist. Doch der 19-jährige befindet sich in einem Dilemma: Seine Leistungen sind gut, besser als je zuvor, um genau zu sein, doch die Anforderungen der Liga sind gleichfalls gestiegen. So steckt Hörmann mit einer Bilanz von 2:10 fest.

Und der dritte Sieg im Einzel lässt weiter auf sich warten. Denn die Grünweißen, gegen die er vor ziemlich genau einem Jahr seinen erstes Zweitliga-Einzel gewonnen hatte, entpuppten sich nicht als der erhoffte Aufbaugegner. Im Gegenteil. Gegen den erst 17-jährigen Lleyton Ulmmann musste er sich mit 1:3 beugen.

Und von hinten drängt mit Matthias Danzer (18) ein weiteres Eigengewächs aus der Hilpoltsteiner Talentschmiede, Der 17-jährige hat ein grandioses Jahr hinter sich. Er gewann die Deutsche Jugend-Meisterschaft bei der U18, ebenso das Jugend-Top 48 und nicht zuletzt die bayerische Einzelmeisterschaft bei den Herren. Danzer nährt mit seiner starken 9:3-Bilanz im Regionalliga-Team die Hoffnung auf den Aufstieg in die 3. Bundesliga.

Seine Leistungen bringen die Verantwortlichen in eine verzwickte Lage. „Wir werden uns in den nächsten Wochen eingehend mit der Situation befassen, sagt Pressewart Florian Seitz. Dafür ist Fingerspitzengefühl erforderlich. „Er wird in der Rückrunde mit Sicherheit einige Einsätze bekommen“, verspricht Abteilungsleiter Eckert. Wie dem auch sei: Der TV Hilpoltstein kann sich glücklich schätzen, er hat ein Luxusproblem.

HK