Bezirksliga Süd

Im Umbruch erfolgreich

Bezirksliga Süd: TV Hilpoltstein kompensiert den Abgang mehrerer Führungsspieler mit Geschlossenheit

21.01.2023 | Stand 21.01.2023, 5:00 Uhr

Beim TV Hilpoltstein sammeln in dieser Saison gleich mehrere Spieler unter 20 Jahren ordentlich Einsatzminuten. So auch der 19-jährige Martin Keller, der hier seinen Gegner vom SV Wettelsheim in Schach hält. Foto: Tschapka

Hilpoltstein – Nach dem Last-Minute-Klassenerhalt im Sommer über den Umweg Relegation war die Sehnsucht im Lager des TV Hilpoltstein nach einer ruhigeren Spielzeit in der Bezirksliga Mittelfranken Süd groß. Und die Bilanz zur Winterpause zeigt: Dieses Vorhaben ist der Mannschaft um die beiden Trainer Julian Schmidpeter (30) und Martin Baeck-Gugel (38) bislang auch eindrucksvoll gelungen – trotz eines großen personellen Umbruchs bei den Burgstädtern.

Dass die Fußballabteilung des TV Hilpoltstein derzeit höchst zufrieden sein kann, zeigt allein schon der Blick auf die Tabelle. Vergangene Saison noch knapp dem Abstieg entronnen, belegen die Hilpoltsteiner aktuell mit 33 Punkten aus 20 Spielen Tabellenplatz vier – und haben bereits zehn Zähler Vorsprung zum ersten Abstiegsrelegationsplatz zwölf, den derzeit Landkreis-Rivale TSV Greding innehat. „Wir hatten eine super kurze Vorbereitung wegen der Relegation, sind dann aber ganz gut reingekommen in die Saison. Wir haben viel Wert auf defensive Stabilität gelegt und sind zufrieden mit der Einstellung der Mannschaft und wie sie unsere Idee von Fußball umsetzt“, sagt Coach Schmidpeter, der Rang vier zur Winterpause „sehr, sehr gut“ findet. Ihr Team habe sich durch Disziplin und mannschaftliche Geschlossenheit, aber auch durch viel Bewegung und Spielfreude bei eigenem Ballbesitz ausgezeichnet. Höhepunkt waren sicherlich die Derbys gegen Aufsteiger und Stadtrivale TSV Meckenhausen: Dazu der 30-Jährige: „Die individuelle Qualität einzelner Akteure in Meckenhausen ist herausragend. Ich war mir sicher, dass sie mit dem Tempo in der Bezirksliga klarkommen. Der Wunsch ist, dass es auch nächste Saison zwei Derby gibt.“

Was dem Hilpoltsteiner Trainerduo bislang allerdings nicht gefallen hat, war die oft noch fehlende Konstanz ihrer Schützlinge. „Das ist etwas, woran wir arbeiten müssen“, sagt Schmidpeter, räumt jedoch umgehend ein: „Das ist aber auch der jungen Mannschaft geschuldet.“

In der Tat haben Hilpoltsteins Fußballer eine gravierende Verjüngung des Kaders hinter sich. Erfahrene Größen wie Michael Kobras (29), Christian Herzog (30) sowie der 31-jährige Frank Drechsel (alle SG Thalmässing/Eysölden) haben den Verein vor der Saison verlassen, dafür kommen vielversprechende Talente wie Max Dollinger (18), Lukas Gußner (18), Niklas Schnabel (18), Martin Keller (19) oder Stephan Steckert (19) in der laufenden Spielzeit gemeinsam bereits auf über 50 Bezirksliga-Einsätze. Schmidpeter erklärt: „Wir setzen und vertrauen auf den Nachwuchs. Wir waren bislang in jedem Spiel die jüngere Mannschaft.“ Die Hierarchie innerhalb der Mannschaft sei nun flacher, jeder einzelne übernehme ein Stück weit mehr Verantwortung.

Doch auch wenn den TV derzeit vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit auszeichne, so stechen statistisch gesehen Christian Meixner (13 Scorerpunkte) und Manuel Wenzl (11) doch heraus: „Das sind schon zwei besondere Spieler, beide sind wahnsinnig fit“, sagt Schmidpeter. Dabei steht Neun-Tore-Mann Wenzl sinnbildlich für die Hilpoltsteiner DNA. „Manu spielt wahnsinnig mannschaftsdienlich, ordnet sich dem taktischen Gefüge unter und hat dadurch vielleicht auf das ein oder andere Tor sogar noch verzichtet.“

Um auch nach der Winterpause nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben und im besten Fall die aktuelle Platzierung wahren zu können, will das Hilpoltsteiner Trainerduo den Fokus in der Vorbereitung (siehe Kasten) neben der Konstanz auch auf die körperliche Robustheit sowie die taktische Variabilität legen. Zudem hofft man beim TV, von schwerwiegenden Verletzungen auch weiterhin verschont zu bleiben. „Von der gemeinsamen Skifahrt sind glücklicherweise alle gesund zurückgekommen“, sagt Schmidpeter mit einem Schmunzeln abschließend.

HK