Bezirksliga Mittelfranken Süd

Duell ums Prestige

Bezirksliga Süd: Sowohl der TSV Greding als auch der punktgleiche TV Hilpoltstein peilen einen Sieg im Derby an

23.09.2022 | Stand 23.09.2022, 17:19 Uhr

Gredings bester Torjäger Fabian Schlupf (in Grün, vorne) ist – wie ein Großteil des TSV-Kaders – im Derby mit an Bord. Fraglich ist auf Seiten der Hilpoltsteiner dagegen der Einsatz von Youngster Stephan Steckert (in Gelb, links). Fotos: Tschapka (Archiv)

Greding – Sowohl um Punkte in der Bezirksliga Mittelfranken Süd als auch ums Prestige in der Region geht es an diesem Samstag auf dem Fußballplatz des TSV Greding. Dort beginnt um 17 Uhr das Derby gegen den TV Hilpoltstein. Dabei treffen zwei Mannschaften aufeinander, deren bisherige Saisonbilanz sich nur im Hinblick auf das Torverhältnis unterscheidet. Beide brachten es in jeweils elf Begegnungen auf 14 Punkte. Mit 17:18 Toren ist der TSV aktuell Zehnter; den zwölften Rang nimmt der TV (13:16) ein.

Nicht nur deshalb ist am frühen Abend ein Duell auf Augenhöhe zu erwarten. Das sieht auch der Gredinger Trainer Patrick Grabmann so. „Das ist eine offene Kiste“, sagt er und erwartet: „Es kommt auf die Tagesform an und auch darauf, welche Mannschaft sich mehr reinhängt.“ Letzteres setzt der Übungsleiter des TSV bei seiner Mannschaft natürlich voraus. Er verweist auf die jüngsten Begegnungen der Gredinger, bei denen sie sowohl dem Spitzenreiter Spfr. Dinkelsbühl als auch dem Tabellendritten FC Wendelstein jeweils einen Punkt abknöpften. Selbst bei der 1:5-Klatsche im jüngsten Heimspiel gegen den aufstrebenden Tabellenzweiten SC Aufkirchen habe seine Mannschaft rund eine Stunde durchaus mitgehalten, ehe bei ihr alle Dämme gebrochen seien, blickt Grabmann mit gemischten Gefühlen auf das vergangene Heimspiel zurück.

Er ist indes zuversichtlich, dass seiner Mannschaft beim Derby so etwas nicht widerfährt. In der vergangenen Spielzeit gelang es den Gredingern, ihrem Landkreisrivalen durch ein 1:0 in Hilpoltstein vor gut einem Jahr sowie ein 3:2 vor knapp fünf Monaten auf eigenem Platz alle sechs Punkte abzunehmen. Daran möchten sie dieses Mal anknüpfen. „Wir haben ein Heimspiel, es ist Derby, deshalb müssen die drei Punkte bei uns bleiben“, stellt Grabmann ultimativ fest. Sollte dem TSV nach nur zwei Punkten aus den vergangenen vier Begegnungen nun der fünfte Saisonsieg gelingen, könnte er wieder in die obere Tabellenhälfte vorrücken.

Einen dreifachen Punktgewinn im Derby streben allerdings auch die Gäste aus der Burgstadt an, die am vergangenen Spieltag eine 1:2-Heimniederlage gegen den ESV Ansbach-Eyb hinnehmen mussten und mittlerweile punktgleich mit den Gredingern auf Relegationsplatz zwölf rangieren: „Wir sind enttäuscht, dass wir gegen Ansbach nicht gepunktet haben, denn das wäre mehr als möglich gewesen. Uns fehlte in den letzten beiden Spielen der letzte Biss, um uns entscheidend durchzusetzen – da müssen unsere Jungs schon in die Pflicht genommen werden“, sagt das Hilpoltsteiner Trainerduo Julian Schmidpeter und Martin Baeck-Gugel, das im prestigeträchtigen Duell gegen die Schwarzachstädter eine Reaktion seiner Mannschaft sehen will. „In Greding haben wir jetzt die Gelegenheit, gegen eine kampfstarke Mannschaft zu zeigen, was wir können und wozu wir fähig sind. Fußballerisch müssen wir uns sicher nicht verstecken, aber wir brauchen auch die richtige Einstellung. Im Kader haben wir aufgrund von Verletzungen einige Fragezeichen – mal schauen, ob wir jemanden aus der A-Jugend dazu nehmen können“, so das Trainergespann des TV. So wird sich der Einsatz der angeschlagenen Akteure Stephan Steckert und Christian Meixner wohl erst kurzfristig entscheiden, beide laborieren derzeit an einer Knöchelverletzung. Zum Kader definitiv hinzustoßen wird dagegen der A-Jugendliche Max Dollinger, der bereits in den ersten Saisonspielen einige Minuten Erfahrung in der Bezirksliga sammeln durfte.

Grundsätzlich gilt für beide Mannschaften: „Momentan ist alles sehr eng beisammen“, beschreibt der Gredinger Übungsleiter die aktuelle Situation in der Liga. Da könne man rasch wieder nach oben kommen. Deshalb gelte es für den TSV, in den vier noch ausstehenden Spielen der Hinrunde möglichst viele Punkte zu sammeln, zumal er nach dem Derby mit dem TuS Feuchtwangen und dem aktuellen Schlusslicht FC Dombühl auf zwei weitere Mannschaften trifft, die derzeit hinter ihm platziert sind. Grabmann geht davon aus, dass dies gelingt, zumal ihm mit Ausnahme des Langzeitverletzten Christoph Biedermann nun wieder fast alle Akteure aus dem Bezirksliga-Kader zur Verfügung stehen. Lediglich Dominik Ochsenkühn fehlt aus privaten Gründen und möglicherweise ist auch Jonas Finger beruflich verhindert.

nur/tvh