Fußball-Bezirksliga

„Wir haben uns selbst geschlagen“

FSV-Coach Lösch hadert nach 2:3 beim SVN München – Rohrbach spielt 0:0 – Manching furios

07.08.2022 | Stand 07.08.2022, 21:11 Uhr

Meistens nur per Foulspiel zu stoppen: Abdul-Khalil Abdel (2. v. rechts) und der SV Manching sind von Aufsteiger VSST Günzlhofen um Türcan Serkan (2. von links) nicht in den Griff zu bekommen. Am Ende feiert der SVM einen 8:2-Kantersieg. Foto: Meyer

Pfaffenhofen – Eine 2:0-Führung hat dem FSV Pfaffenhofen am 2. Spieltag der Bezirksliga Oberbayern Nord nicht gereicht, um beim SVN München Zählbares mitzunehmen. Das Team von Trainer Gerhard Lösch musste sich mit 2:3 geschlagen geben. Derweil kehrte der TSV Rohrbach mit einem 0:0 aus Attaching zurück und der SV Manching ließ mit einem 8:2 gegen Aufsteiger Günzlhofen aufhorchen.

SVN München - FSV Pfaffenhofen 3:2 (0:1): Im Vorfeld der Partie bezeichnete Lösch die Münchener als eine der besten Mannschaften der Liga. Die ersatzgeschwächten Pfaffenhofener waren aber von Anfang an konzentriert, hatten mehr Spielanteile und ließen die ersten 60 Minuten nichts anbrennen. „Wir haben sehr gut gespielt, waren diszipliniert und aggressiv. Die Münchener haben wir gut in Schach gehalten“, meinte Lösch. Nach einem langen Ball der Pfaffenhofener in den Strafraum wurde Jose Ceballos von SVN-Torhüter Niklas Pfister gefoult – den fälligen Strafstoß versenkte der Gefoulte selbst zum 1:0 (34.). Kurz nach Wiederanpfiff kombinierte sich der FSV mit einem im Training einstudierten Spielzug vor das gegnerische Gehäuse, abermals war es Ceballos, der mit seinem Treffer zum 2:0 einen Doppelpack schnürte (46.). Zu dem Zeitpunkt war sich Lösch sehr sicher, dass seine Mannschaft mit drei Punkten heimfahren darf, so überzeugend spielte sie auf. Ein Sonntagsschuss der Münchener sorgte aber nochmal für Spannung in der Partie. Der Distanzschuss von SVN-Spieler Rany Mohamed Hassan Elbelouny war nicht besonders fest geschossen, FSV-Torhüter Niklas Leitermann stand jedoch ein Stück zu weit vor dem Tor, sodass der Ball über ihn im Netz landete (63.). Nur fünf Minuten später tönte der zweite Elfmeterpfiff der Partie, dieses Mal für die Heimmannschaft. „Das war ein dummes Foul davor, das hätten wir besser verteidigen müssen. Der Schiedsrichter hat ohnehin schon sehr kleinlich gepfiffen und wir sind da zu ungestüm hingegangen, obwohl wir nur den Ball blocken hätten müssen“, haderte Lösch. Julien Santana-Mielke verwandelte den Strafstoß zum 2:2 (68.). Bis zum Abpfiff begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Die Partie wurde, angetrieben von einem lautstarken Publikum, hitziger. Kurz vor Abpfiff wurde ein Münchener in der Nähe der Eckfahne gefoult. Die anschließende Freistoßflanke versenkte Ekrem Kardesoglu per Kopf zum umjubelten 2:3-für München (90.+1). „Wir hätten da früher das taktische Foul ziehen müssen“, sagt Lösch. Generell bemängelte der Coach, dass seine Mannschaft in einigen Situationen nicht clever genug war. „Natürlich war das ein guter Gegner, aber wir haben uns definitiv selbst geschlagen. Bis zu diesem Sonntagsschuss zeigten wir eine gute Leistung, klar kommen dann von draußen viele Emotionen, aber wir müssen trotzdem versuchen, unser Spiel durchzubringen.“ So kann sich Lösch auch nicht über die Tatsache freuen, trotz einiger Ausfälle einem starken Gegner Paroli geboten zu haben. „Wenn man trotzdem mit leeren Händen nach Hause fährt, bringt das auch nichts.“ Bereits am Mittwoch geht es für die Kreisstädter beim SV Ampertal Palzing weiter.

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FSV Pfaffenhofen: Leitermann, Kobilarov, Riebold, F. Wagner, Cipolla, Diabang, Zemache, Starzer, Ceballos, Untersänger, Waas (Popa, S. Wagner, Oesterle). – Tore: 0:1 Ceballos (34.), 0:2 Ceballos (46., Foulelfmeter), 1:2 Elbelouny (63.), 2:2 Santana-Mielke (68.) – Zuschauer: 127. – Schiedsrichter: Weitzel (TSV Reischach).

BC Attaching - TSV Rohrbach 0:0: Den ersten Rückschlag mussten die Gäste schon vor Beginn der Partie hinnehmen, denn die Verletzung von Michael Humbach aus der Vorwoche ließ einen Einsatz nicht zu. „Das Knie wurde überstreckt und sticht, aktuell kann ich nicht mal locker laufen“, so Humbach. Er konnte sich also ganz darauf konzentrieren, den abwesenden Stefan Klos an der Linie zu vertreten. Für ihn und Daniel Kremer (Hochzeitsreise) rückten Tobias Thoma und Thomas Dauer in die Startelf. Das Geschehen auf dem Rasen vor 110 Zuschauern bezeichnete Humbach dann als „0:0 ohne größere Chancen oder Aktionen.“ Die Gastgeber waren in erster Linie an Torverhinderung interessiert und daran, den Spielfluss der Rohrbacher zu bremsen, die dem Attachinger Rasen das eine oder andere mal näher kamen, als ihnen lieb war. „Sobald wir über der Mittellinie waren, kam sofort das Foul“, berichtete Humbach. Sein Team ließ sich dadurch aus dem Konzept bringen und ein Spiel im eigentlichen Sinne kam so gar nicht zu Stande. Kampf war Trumpf in Attaching. Es gab insgesamt sieben Gelbe Karten und zahlreiche Standardsituationen auf beiden Seiten, Ertrag brachten sie aber nicht, beide Abwehrreihen hatten die Lufthoheit. Trotzdem war in der 40. Minute die Führung für Rohrbach möglich, als Dauer freistehend am Elfmeterpunkt an den Ball kam, aber er brauchte zu lange und der Schuss kam nicht mal bis zur Torlinie – bezeichnend für die Offensivaktionen beider Teams. Nach dem Seitenwechsel versuchten es die Gäste mit einigen Wechseln, doch im Gegensatz zur Vorwoche verpuffte auch diese Maßnahme und es änderte sich nichts grundsätzliches am überschaubaren Niveau auf dem Rasen. Somit blieb es bis zum Ende beim 0:0, mit dem die Gastgeber sicher besser leben können als die Hallertauer. Bereits am Mittwoch (18.30 Uhr) sind die Rohrbacher wieder gefordert: Es geht auf heimischem Platz gegen den SV Manching, der für Klos ein Kandidat auf die Meisterschaft ist.

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TSV Rohrbach: Ziegelmeier, Hagen, Rückert, Thoma, Dauer (52. Forsthofer), Fiederer, Schwarzmeier, Telari (73. Merkl), Maier, Eules, Frank (73. Busche). – Zuschauer: 110. – Schiedsrichter: Widholz (Pöcking)

SV Manching – VSST Günzlhofen 8:2 (2:1): Bis kurz vor dem Halbzeitpfiff sah es nicht nach einem Kantersieg der Hausherren aus. Nach einer Bogenlampe von Hakan Özdemir (19.) führte der Aufsteiger aus Günzlhofen nämlich überraschend und aus dem Nichts mit 1:0. Erst in der 40. Minute konnte der SVM ausgleichen: Abdel Abou-Khalil war mit einem Schuss aus 16 Meter erfolgreich. Und es kam sogar noch besser, denn Baha Asici legte das 2:1 nach (45.). „Wir sind durch ein dummes Gegentor in Rückstand geraten. Doch meine Mannschaft hat sich dadurch nicht beirren lassen, sondern einfach nochmal eine Schippe draufgelegt und die Partie verdient gedreht“, sagte SVM-Trainer Fabian Reichenberger und fügte an: „Im zweiten Durchgang hat man dann gesehen, welch großes Potenzial in unserem Team steckt. Wenn wir einmal ins Laufen kommen, sind wir nur schwer zu stoppen. David Meier (56., 61.), Anastasios Porfyriadis (60.), Rainer Meisinger (74.), Mamadou Diallo (74.) und der ukrainische Neuzugang Valerii Rohozynski (84.) sorgten für den 8:2-Endstand. Hakan Özedmir verkürzte für Günzlhofen zwischenzeitlich auf 5:2 (63.). „Das Ergebnis fiel hoch aus, war aber verdient“, sagte Reichenberger.

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SV Manching: Obermeier, Maricic (84. Prawda), Meisinger, Rohozynski, Meier, Schreiner, Asici (64. Gabriel), Porfyriadis (64. Rybalko), Abou-Khalil (48. Diallo), Düzgün (73. Tamba), Spies. – Tore: 0:1 Özdemir (19.), 1:1 Abou-Khalil (40.), 2:1 Asici (45.), 3:1 Meier (56.), 4:1 Porfyriadis (60.), 5:1 Meier (61.), 5:2 Özdemir (63.), 6:2 Meisinger (74.), 7:2 Diallo (78.), 8:2 Rohozynski (84.). – Schiedsrichter: Steininger (FC Schwabing). – Zuschauer: 50.