Kreisliga 1 - Saisonfazit

Thielmanns tolle Quote

Torschützenkönig schießt Hitzhofen zum Klassenerhalt – Souveränität von Meister Fatih überzeugt

14.06.2022 | Stand 14.06.2022, 18:02 Uhr

Und wieder trifft er: Dem Hitzhofener Alexander Thielmann (rechts) gelang nach der Winterpause in jedem Spiel mindestens ein Tor, am Ende wurde er mit 24 Toren Torschützenkönig der Kreisliga. Hier erzielt er den 2:1-Siegtreffer gegen Marco Ernhofer und den FC Gerolfing. Foto: Traub

Von Julian Meier

Pfaffenhofen – Wer hätte vergangenes Jahr im August geglaubt, dass die Kreisliga 1 Donau/Isar mal wieder eine komplette Spielzeit erlebt? Dieses Gefühl hatte es wegen der Corona-Pandemie zwei Jahre lang nicht gegeben. Doch obwohl sich die Lage in den kalten Monaten wieder zuspitzte, blieb die Kreisliga dieses Mal weitgehend von Corona verschont. Ein paar Ausfälle, ein paar verschobene Spiele – das war es auch schon. Endlich stand wieder der Fußball im Vordergrund. Mit Spannung und Unterhaltung haben die 14 Teams jedenfalls nicht gegeizt.

DIE ÜBERRASCHUNG: Dass unter den Top vier auch die beiden Aufsteiger landen, kommt nicht alle Tage vor. Doch die größte Überraschung war eigentlich gar keine richtige Überraschung: Dem späteren Meister Fatih Ingolstadt hatten vor der Saison einige zugetraut, dass er den direkten Durchmarsch von der Kreisklasse in die Bezirksliga schaffen würde. Mit welcher Selbstverständlichkeit die Mannschaft von Trainer Serkan Demir aber durch die Liga marschierte, war dann doch beeindruckend. Beste Offensive, beste Defensive, die wenigsten Niederlagen – folgerichtig machte Fatih bereits drei Spieltage vor Schluss die Meisterschaft perfekt.

Auch Mitaufsteiger FC Mindelstetten spielte eine starke Saison. Wird das abgebrochene Spiel gegen Fatih wie erwartet noch als Sieg für den FCM gewertet, schließt das Team von Spielertrainer Marcel Kappelmaier die Liga auf Rang vier ab. Ob die Mindelstettener selbst an solch einen Erfolg geglaubt haben? „Absolut nicht. Wir hatten eine sehr durchwachsene Vorbereitung und als Aufsteiger nach der Corona-Saison wussten wir nicht, wo wir stehen. Umso positiver ist das Ergebnis“, sagt Abteilungsleiter Christian Wambach. Platz eins in der A-Klasse, Platz eins in der Kreisklasse und nun Platz vier in der Kreisliga – Mindelstetten entwickelt sich konstant nach oben.

Die Überraschung der Rückrunde ist dagegen der FC Sandersdorf. Aus den letzten acht Saisonspielen holte der FCS sieben Siege und ein Unentschieden. Dass die Elf des Trainergespanns Patrick Mack und Christian Geß zeitweise um den Klassenerhalt bangen musste? Längst vergessen. Die Ansprüche waren am Schluss andere: „Schade, dass es nicht geklappt hat, noch auf Rang vier vorzurutschen. Aber schlussendlich sind wir mit Platz fünf auch topzufrieden. Die Rückrunde war überragend“, erklärt Mack.

DIE ENTTÄUSCHUNG: So schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben – ihr Saisonziel hat die DJK Ingolstadt nicht erreicht. Erst zwei Spieltage vor Schluss war der Klassenerhalt offiziell perfekt. Besonders zu Beginn der Spielzeit hatte der Vorjahressechste noch viel Sand im Getriebe. Für DJK-Coach Michael Dittenhauser hat das aber nachvollziehbare Gründe: „Wir hatten einen größeren Umbruch vor der Saison. Die jungen Spieler mussten erst einmal im Herrenbereich ankommen. Das hat lange gedauert.“ Als sie dann endlich angekommen waren, waren andere wiederum außen vor – wegen positiver Corona-Tests oder langwierigen Verletzungen. Zu negativ will Dittenhauser die Spielzeit aber auch nicht sehen: „Wir hatten bis drei Spieltage vor Schluss die drittbeste Defensive. Wenn etwas enttäuschend war, dann ist es, dass wir diese Statistik in den letzten Spielen nicht halten konnten.“

Den Klassenerhalt geschafft hat auch der Türkisch SV Ingolstadt. Mit Ach und Krach allerdings. An 14 von 26 Spieltagen stand der Bezirksliga-Absteiger auf einem direkten Abstiegsplatz, es drohte gleich der nächste Absturz in die Kreisklasse. Erst in der Relegation (4:2 n.V. gegen Türkisch SV Pfaffenhofen) schaffte das Team von Interimscoach Hugo Lopes noch den Klassenverbleib.

Eine absolute Horrorsaison erlebte auch der FC Grün-Weiß Ingolstadt. Im Vorjahr noch auf Rang vier gelandet, folgte nun der Abstieg als abgeschlagenes Schlusslicht. Bei 88 Gegentoren in 26 Spielen liegt der Hauptgrund dafür auf der Hand.

SPIELER DER SAISON: Der FC Hitzhofen-Oberzell ging auf einem Abstiegsrelegationsplatz in das Jahr 2022. Dass das Team von Michael Olah schon lange vor dem Saisonende nichts mehr mit dem Abstieg zu tun hatte, lag zu einem ganz großen Teil an Alexander Thielmann. Der Stürmer traf dieses Jahr in jedem Spiel mindestens einmal, insgesamt waren es 15 Treffer in elf Partien. Zusammen mit seinen neun Toren aus dem ersten Halbjahr sicherte sich Thielmann mit großem Abstand die Torjägerkanone. „Er hat eine wahnsinnige Leistungssteigerung dieses Jahr vollzogen. Die Torjägerkanone hat er sich redlich verdient“, lobt Trainer Olah.

Daneben hat auch die neue Hauptattraktion der Kreisliga die Erwartungen erfüllt: Christian Träsch, seines Zeichens ehemaliger Nationalspieler und Bundesliga-Profi, schnürt seit der Winterpause für den FC Gerolfing seine Schuhe. Mit dem 34-Jährigen legte das Team von Den Lovric eine überragende Rückserie hin und verpasste nur aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs den Relegationsplatz. Nach 13 ungeschlagenen Spielen folgte erstmals beim 1:2 gegen Hitzhofen wieder eine Niederlage. Das Siegtor schoss übrigens – ja, genau – Alexander Thielmann.

PK