Fußball - Bezirksliga

Pfaffenhofen trotzt allen Widrigkeiten

Mit letztem Aufgebot und lange in Unterzahl gewinnt der FSV mit 3:0 – Rohrbach geht unter

15.08.2022 | Stand 15.08.2022, 22:44 Uhr

Sein Tor brachte den FSV auf die Siegesstraße: Maxi Ceballos (2. von links) traf per Freistoß zum 1:0. Foto: M. Schneider

Pfaffenhofen/Rohrbach – Jubel beim FSV Pfaffenhofen, Enttäuschung beim TSV Rohrbach: Während der FSV in der Bezirksliga Nord sein Heimspiel gegen Untermenzing klar mit 3:0 gewann, mussten die Rohrbacher in Feldmoching eine 0:5-Klatsche einstecken.

FSV Pfaffenhofen - SV Untermenzing 3:0 (1:0): Trotz eines ersatzgeschwächten Kaders, hochsommerlichen Temperaturen und einer frühen Roten Karte hat sich Pfaffenhofen gegen Aufsteiger Untermenzing mit 3:0 durchgesetzt und den zweiten Dreier in Folge geholt. Aufgrund der prekären Personallage füllte der FSV sein Team mit Spielern aus der zweiten und dritten Mannschaft auf. Dies waren Roman Le und Stivan Ivanov. Le, der in der Verteidigung von Beginn an starten durfte, stand bereits nach einer knappen Viertelstunde im Mittelpunkt. Ein SVU-Spieler lief Richtung FSV-Tor und stieß mit Le, der letzter Mann war, zusammen. Der Unparteiische wertete Les einsteigen als Notbremse und zeigte ihm die Rote Karte. Eine Entscheidung, mit der FSV-Coach Gerhard Lösch nicht glücklich war. „Der Gegenspieler ist in unseren Spieler reingelaufen. An den Ball wäre er auch nicht mehr gekommen, die Rote Karte war in meinen Augen total überzogen“, meinte Lösch. Die sowieso schon schwierige Ausgangssituation hat sich für die Pfaffenhofener damit weiter verschlechtert, wirkte sich aber augenscheinlich positiv auf die Moral und den Einsatz der Mannschaft aus. Jedenfalls hatten die Hausherren trotz Unterzahl die größeren Spielanteile und verbuchten ein Chancenplus. Der erste wichtige Schritt Richtung Erfolg gelang nach rund 30 Minuten, als FSV-Goalgetter Maxi Ceballos per direktem Freistoß die 1:0-Führung für Pfaffenhofen erzielte (33.). Für Ceballos war es bereits das vierte Saisontor. „Das Tor war wie ein Dosenöffner und hat uns natürlich Rückenwind gegeben“, sagte der Coach. Auch danach blieben die Gastgeber überlegen, unter anderem hatte allein Dominik Binder zwei große Torchancen, die aber von SVU-Torwart Florian Geck glänzend pariert wurden. Gegen Ende der Begegnung merkte man den Pfaffenhofenern aber die schwindenden Kräfte an, während die Gäste oft wechseln konnten und frische Spieler in die Partie brachten. In dieser Phase gelang den Hausherren das 2:0: Nach einer Ecke fiel der Abpraller Fabian Wagner vor die Füße, der den Ball aus der Drehung ins Kreuzeck schoss (83.). Kurz vor Abpfiff setzte Zakaria Semache mit dem 3:0 den Deckel auf die Partie (90.). Zuvor setzte sich Dominik Binder mit einer schönen Einzelleistung gegen mehrere Gegenspieler durch, den Schuss konnte SVU-Keeper Geck nicht festhalten und Semache musste den Abpraller aus kurzer Distanz nur noch einschieben. „Was die Jungs in der Situation und bei den Temperaturen abgezogen haben war phänomenal, da muss man echt den Hut ziehen. Wir haben sehr gut gegen den Ball gespielt und uns viele Torchancen erarbeitet“, lobte Lösch, der im Vorfeld der Partie schon mit einem Kraftakt gerechnet hatte. „Das es aber so extrem wird, haben wir nicht erwartet und war nicht der Plan. So ein Spiel kann man nur gewinnen, wenn man von der Mentalität her einen Schritt weiter geht als der Gegner.“

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FSV Pfaffenhofen: Bleisteiner, Le, Riebold, Wagner, Binder, Diabang, Zemache, Starzer, Ceballos, Untersänger, Waas (Okoh, Boser, Ivanov). – Tore: 1:0 Ceballos (33.), 2:0 Wagner (83.), 3:0 Semache (90.). – Zuschauer: 180. – Schiedsrichter: Aurahman.

SpVgg Feldmoching - TSV Rohrbach 5:0 (2:0): Mit 0:5 kamen die Rohrbacher in Feldmochung unter die Räder. Dabei waren die Voraussetzungen eigentlich günstiger als bei der Heimniederlage gegen Manching am Mittwoch, denn es sah personell wieder besser aus. Hannes Frank und Ugur Genc waren wieder dabei und rückten wie Patrick Busche in die Startelf. „Leider haben wir heute sehr viel von dem vermissen lassen, was nötig ist, um in der Bezirksliga zu bestehen. 60 bis 70 Prozent reichen eben nicht und der Biss in den Zweikämpfen hat oft gefehlt“, zog Trainer Stefan Klos ein ehrliches Fazit. Sein Team habe die schwache Leistung aus dem Manching-Spiel, die sich wenigstens noch mit fehlendem Personal erklären ließ, deutlich unterboten. Das Unheil für die Gäste begann nach 14 Minuten, als sich Moritz Haile entlang der Torauslinie gegen mehrere Gästespieler durchsetzte und zum 1:0 traf. Mehmet Köse legte in der 29. Minute das 2:0 drauf, mit dem es in die Pause ging. Rohrbach kam mit guten Vorsätzen aus der Kabine, warf stattdessen aber die Partie nach 51 Minuten endgültig weg. Torwart und Innenverteidigung waren sich nicht einig, verloren den Ball im Strafraum und Triumf Gudaci musste den folgenden Querpass nur noch einschieben. Der selbe Spieler war in der 77. Minute auch Torschütze zum 4:0. Die Gäste hatten eine ihrer seltenen Offensivaktionen, verloren den Ball, der Gegner schaltete schnell um und Gudaci konnte fast von der Mittellinie alleine aufs Tor zulaufen und vollenden. Rohrbach hatte auf Abseits reklamiert und war kollektiv stehen geblieben. „Es war sehr wahrscheinlich abseits, aber trotzdem muss ich erst mal in der Situation bleiben und weiterspielen“, ärgerte sich Klos und wählte einen drastischen Vergleich: „Das war direkt Arbeitsverweigerung.“ Zwei Minuten später stellte Feldmochings Said Magomedov bereits den Endstand von 5:0 her. Klos gab seinem Team an diesem Tag den Stempel „nicht bezirksligatauglich“, betonte aber ausdrücklich, daraus keine allgemeingültige Aussage abzuleiten. „Wir waren einfach schlecht, unsere Leistung war streckenweise peinlich und wir müssen uns bei den mitgereisten Zuschauern entschuldigen,“ fügte er an. Es gilt nun, das Spiel schnell abzuhaken und es am kommenden Sonntag besser zu machen, wenn um 14.30 Uhr der SVN München zu Gast ist.

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TSV Rohrbach: Ziegelmeier, Hagen, Thoma (72. Merkl), Kremer (68. Telari), Genc, Schwarzmeier, Dauer (72. Fiederer), Busche (65. Forsthofer), Maier, Eules, Frank. – Tore: 1:0 Haile (14.), 2:0 Köse (29.), 3:0 Gudaci (51.), 4:0 Gudaci (77.), 5:0 Magomedov (79.). – Schiedsrichter: Skarica. – Zuschauer: 70.

SV Manching - SpVgg Kammerberg 0:3 (0:1): „ Ehrlich gesagt hätten wir nicht einmal einen Punkt verdient gehabt, weil wir eine ganz schwache Leistung gezeigt haben“, resümierte SVM-Trainer Fabian Reichenberger. Zu allem Überfluss ließ sich Valerii Rohozynskyi zu einer Tätlichkeit hinreißen und sah die Rote Karte (73.). Robert Villand brachte Kammerberg nach einer Flanke in Führung (32.). Kurz nach der Pause erhöhte Constantin Cosa frei vor dem Torwart auf 2:0 (46.). Den 3:0-Endstand erzielte Jonas Grundmann (67.) mit einem Schuss aus 45 Metern ins leere Tor.

dno