Marius Zug in der DTM

Nur knapp an den ersten Punkten vorbei

Pfaffenhofener Marius Zug fährt in der DTM bei seiner Norisring-Premiere auf Rang elf – Bremsen bereiten Sorgen

04.07.2022 | Stand 05.07.2022, 10:47 Uhr

DTM hautnah: Marius Zug startete am vergangenen Wochenende erstmals auf dem Norisring. Foto: DTM

Nürnberg – „Ein wahnsinnig teures Rennen, das kostete Millionen.“ Nur diese Worte fielen Marius Zugs Vater Thomas zum DTM-Rennen am vergangenen Samstag auf dem Norisring ein. Zuvor kam es auf dem legendären Nürnberger Rundkurs immer wieder zu Unfällen und Unterbrechungen. Marius Zug kam jedoch durch und fuhr als Elfter über die Ziellinie. Der Pfaffenhofener Rennfahrer verpasste dadurch seinen ersten Meisterschaftspunkt um Haaresbreite – beim Rennen am Sonntag musste Zug jedoch seinen Renner vorzeitig in der Garage abstellen.

Glänzende Kinderaugen, staunende Gesichter und natürlich hochgehaltene Handys, um die einmalige Chance auf einen Schnappschuss nicht zu verpassen. Natürlich – weil man sich ja nicht oft in der Box eines DTM-Rennteams befindet. Direkt am Audi R8 LMS GT3 von Attempto-Racing, waren sie nämlich am Samstagvormittag gestanden, die Motorsportfans vom MSC Pfaffenhofen. Marius Zug hätte gerne den Deckel geöffnet, um das 5,2 Liter-V10-Triebwerk zu zeigen, welches ihn noch Minuten zuvor mit 585 PS durch die Kurven, Schikanen und Geraden des Norisrings schob. Aber das ging nicht, weil der Renner direkt nach dem Qualifying nicht berührt werden durfte – die Protestfrist lief noch.

Die Freude bei den spontanen Besuchern war dennoch grenzenlos und bemerkenswert war, wie geduldig Zug die immens vielen Fragen beantwortete und alle Wünsche nach Autogrammbildern erfüllte. Es wurde gefachsimpelt, erklärt und gescherzt – „unglaublich toll und sympathisch“, fasste MSC-Vorstand Jürgen Konrad hinterher die Szenerie zusammen. Er nutzte das Treffen auch gleich, um eine spezielle Signatur zu ergattern: Den Aufnahmeantrag zum Pfaffenhofener Motorsportclub unterzeichnete Zug scheinbar ohne lange darüber nachzudenken und Konrad war das klar: „Pfaffenhofener Rennfahrer müssen einfach zum MSC gehören.“

Vorher, beim Zeittraining zum ersten Rennen, wurde Zug mit einer Zeit gestoppt, die zu einem Platz in der elften Startreihe reichte. Das war schon beachtlich, weil der 19-Jährige erst am Freitag seine allerersten Meter auf der legendären Nürnberger Strecke gefahren war – da hatte es aber noch sintflutartig geregnet. Im Rennen ging es dann nur noch darum, heil durchzukommen, denn die meisten der Piloten schröpften die Ersatzteilbudgets ihrer Teams gehörig: Sie fuhren holprig zu ihren Garagen oder ihre ramponierten Supersportwagen wurden von der Strecken entfernt.

„Trotz aller Unfälle ist es für mich gut gelaufen, denn wir hatten vier oder fünf Re-Starts“, sagte Zug am Samstagabend und erklärte weiter: „Einer ist mir missglückt, da war ich in der dritten Kurve falsch platziert und das hat mich mindestens drei Ränge gekostet. Ich kann mir nicht viel vorwerfen, dennoch war das schade, weil es die einzige Szene war, in welcher ich Positionen verloren habe. Sonst ging es immer nur nach vorne.“

Angesprochen, auf die vielen Starts nach dem eigentlichen Start und was daran speziell ist, erläuterte der Pfaffenhofener: „Wenn du den Re-Start verpennst, dann geht es nur noch ums Überleben. Aber wenn du gut los kommst und Schwung hast, dann kannst du die Linie wählen, die du haben willst. Fährst du danach allerdings in den ersten Knick, dann siehst du im Idealfall noch die beiden Autos vor dir: Fahren die beiden in die richtige Richtung, ist alles okay. Steht jedoch ein Gegner quer, dann hast du ein Problem.“

Nach den ersten Safety-Car-Phasen sei er immer gut dabei gewesen, sagte Zug. Gegen Rennende hätten sich die Bremsen aber etwas überhitzt, weshalb er keinen Angriff mehr auf den letzten Punkte-Platz starten konnte. „So ein Rennen habe ich noch nie erlebt – aber eigentlich ich habe ich ein solches Chaos erwartet“, schilderte der Attempto-Pilot weiter und blickte schon auf den Sonntag: „Ich vermute, dass alle Teams ihre Fahrzeuge heute Nacht wieder aufbauen werden und morgen wird dann wieder zusammengehauen, was geht.“

Allerdings sollte Zug nicht recht behalten: Bei der zweiten Wettfahrt lief es viel disziplinierter ab, Unterbrechungen waren diesmal Fehlanzeige. Am Sonntagmittag startete Zug aus der zwölften Startreihe, die heißen Bremsen waren jedoch wieder ein Problem. „Zum Ende hin, ging Verzögern gar nicht mehr“, erzählte Zug. So musste er den Attempto-Audi vorzeitig in der Box parken.

wal