Landesliga - TSV Jetzendorf

Letzte Kraftanstrengung

TSV Jetzendorf will sich mit einem Sieg in Kaufering aus einem außergewöhnlichen Fußballjahr verabschieden

18.11.2022 | Stand 18.11.2022, 17:14 Uhr
Horst Kramer

Kehrt nach seinem Herbsturlaub in den Jetzendorfer Kader zurück: Angreifer Dominic Reisner (links). Foto: Kramer (Archiv)

Jetzendorf – An diesem Samstagmorgen sind die Landesliga-Spieler des TSV Jetzendorf das letzte Mal in diesem Jahr mit der Vorfreude aufgewacht, am Nachmittag die Fußballschuhe schnüren zu dürfen. Es geht zum Liga-Vierten, dem VfL Kaufering (34 Punkte), der beste der fünf Aufsteiger des vergangenen Frühjahrs (14 Uhr).

Die Jetzendorfer rangieren auf Platz acht (25 Punkte), als zweitbester Neuling. „Dass wir nach 19 Spieltagen auf einem guten Mittelfeldplatz überwintern könnten, habe ich zu Saisonbeginn nur heimlich zu hoffen gewagt“, gesteht Spielertrainer Alexander Schäffler. Das Team sei in diesem Herbst deutlich weiter als vor drei Jahren beim ersten Landesligaaufstieg, lobt der Coach.

Vor fünf Monaten hatte Schäfflers Ziel gelautet, bis zur Winterpause die 20-Punkte-Marke zu knacken. Das gelang schon vor drei Wochen beim 3:2-Sieg gegen Olching. „Wenn wir zum Jahreswechsel 26 oder 28 Zähler auf dem Konto hätten, hätte ich auch nichts dagegen“, schmunzelt Schäffler Die Chancen stehen nicht schlecht: Er und sein Team haben einen Lauf, mit zehn Punkten aus den letzten vier Partien verschaffte sich der TSV ein ordentliches Polster auf die Abstiegszone. Die Kauferinger zogen hingegen am vergangenen Wochenende überraschend beim FV Illertissen II mit 0:2 den Kürzeren. Geht den Kickern vom Lech-Hochufer etwa die Puste aus? „Schwer zu sagen“, wiegt Schäffler den Kopf und verweist auf den 5:1-Sieg der Kauferinger gegen den TSV Hollenbach vor 14 Tagen. In Illertissen fehlten dem VfL zwei wichtige Akteure: Mittelfeldmotor Fabian Schwabbauer (23), der für Spielmacher Sebastian Bonfert (35) die weiten Wege geht, sowie der kopfballstarke Innenverteidiger Daniel Rimmer (23) – beide saßen gegen die Westschwaben ihre Gelb-Sperren ab.

Das Hinspiel entschieden die Akteure aus der 10 000 Einwohner-Marktgemeinde knapp mit 3:2 für sich. Die Schäffler-Schützlinge vertändelten allerdings leichtfertig eine 1:0-Führung und lagen 20 Minuten vor Schluss plötzlich mit 1:3 zurück. Der Chefcoach ärgerte sich seinerzeit mächtig über einige Aussetzer, nun sagt er: „Wir haben inzwischen dazu gelernt, treten konzentrierter auf und haben die individuellen Fehler deutlich reduziert.“ Der Abstand zum Mitaufsteiger sei jetzt definitiv kleiner als zu Saisonbeginn, setzt der 33-Jährige selbstbewusst hinzu. „Wir fahren nach Kaufering, um nochmal alles rauszuhauen.“ Sein Wunsch: „Wir wollen unbesiegt in die Winterpause gehen.“ Dann korrigiert sich Schäffler: „Nein, wir wollen drei Punkte.“ Außer den Langzeitverletzen Seppi Keimel (Schulterfraktur), Dominik Liebl (Fußentzündung) und Florian Radlmeier (Nasen-OP) fehlt auch Wojciech Swierkosz (Adduktorenprobleme). Dafür kehrt Torjäger Dominic Reisner aus seinem Herbsturlaub zurück.

htk