Landesliga - TSV Jetzendorf

„Keiner wird einen Cent auf uns setzen“

Trainer Alexander Schäffler will mit seinen Jetzendorfern bei Aufstiegsanwärter FC Kempten überraschen

23.09.2022 | Stand 23.09.2022, 17:15 Uhr

Wieder an Bord: Kapitän Martin Öttl (rechts) steht den Jetzendorfern nach seiner Infektion wieder zur Verfügung. Foto: Stolle (Archiv)

Jetzendorf – „Bei diesem Spiel wird wohl keiner einen Cent auf uns setzen“, vermutet der Spielertrainer des TSV Jetzendorf, Alexander Schäffler, vor dem Match beim Landesliga-Topklub FC Kempten an diesem Samstag (15 Uhr).

„Wir sind sicherlich der krasse Außenseiter, speziell nach unseren zuletzt gezeigten Leistungen“, fährt der Chefcoach fort und meint vor allem das blamable 0:4 gegen den FC Memmingen II vom vergangenen Sonntag. Das Trainertrio mit Schäffler, Markus Pöllner und Daniel Stampfl hat die Pleite zusammen mit dem Team in den vergangenen Tagen intensiv aufgearbeitet, wie Schäffler berichtet. Die Ursachen für die schmerzhafte Niederlage: Die mangelhafte Trainingsbeteiligung und damit zu wenig Konkurrenz, so Schäffler. „Außerdem haben wir wohl gedacht, wir könnten bei einem wichtigen Spiel einfach den Schalter umlegen und wieder Leistung bringen. Doch das funktioniert nicht.“

Auf die Analyse folgte sozusagen die Therapie – und die findet bei Fußballern in der Regel auf dem Rasen statt, zuallererst auf dem Trainingsplatz „Die Trainingsleistungen in dieser Woche waren sehr gut“, lobt Schäffler seine Jungs. Er habe bei einigen Spielern „deutliche Fortschritte“ gesehen. Der Chefcoach und seine Kollegen hoffen am Samstag darauf, dass sie ihre Gastgeber auf die leichte Schulter nehmen. „Vielleicht gelingt uns dann ja eine Überraschung.“ So wie im November 2019, als die Jetzendorfer nach einem Negativlauf in die Stadt im Oberallgäu fuhren und mit drei Punkten heimkehrten. Marc Peuker hatte damals den 2:1-Siegtreffer in der Nachspielzeit erzielt – er wird auch dieses Mal wieder mit dabei sein. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die Kemptener allzu sorglos agieren werden. Die Mannschaft des neu installierten Spielertrainer-Novizen Thilo Wilke (zuletzt als Spieler bei den Regionalligisten FC Memmingen und Lok Leipzig aktiv) steht selbst mit dem Rücken zur Wand. Der Abstand zu den beiden Tabellenführern Sonthofen und Kaufering beträgt schon vier Punkte. Der FC Kempten, der vor der Saison als Co-Favorit mit den Sonthofenern gehandelt wurde, ist nur Vierter, noch hinter dem FC Ehekirchen. Die Allgäuer müssen also unbedingt gewinnen, um den Abstand nicht zu groß werden zu lassen.

Die Jetzendorfer reisen in zwei Kleinbussen in die Stadt an der Iller. Mit dabei: Der Kader der vergangenen Woche, abzüglich der verhinderten Sebastian Pohlmann (beruflich) und David Raabe (Urlaub). Dafür ist der zuletzt infektiöse Kapitän Martin Öttl wieder an Bord.

htk