Fußball - Bezirksliga

Die Wundertüte der Bezirksliga

TSV Rohrbach bezwang in der Saison 2021/22 Topteams wie Dachau – patzte aber gegen die Schlusslichter

08.06.2022 | Stand 08.06.2022, 18:03 Uhr

Gerne zurück denken die Rohrbacher an die beiden Siege gegen den Lokalrivalen FSV Pfaffenhofen. In dieser Szene versucht sich Hannes Frank (2. von rechts) gegen den Pfaffenhofener Tobias Gürtner durchzusetzen. Foto: Stolle

Von Dennis Wang

Rohrbach – „Insgesamt haben wir bestätigt, dass wir weiterhin zurecht in die Bezirksliga gehören.“ Auf eine Saison mit Höhen und Tiefen blicken die Fußballer des TSV Rohrbach und ihr Trainer Stefan Klos zurück. Mit dem siebten Rang konnte der TSV am Ende gut leben, nachdem er über weite Teile der Spielzeit in den Abstiegskampf verwickelt war.

„Der Start war nicht so berauschend. Wir haben die ersten drei Spiele verloren und sind somit mit etwas Verspätung in die Saison gestartet“, erklärt Klos. Als Gründe dafür nennt Klos einige Verletzungen und Corona-bedingte Ausfälle. „Im Verlauf der Hinrunde haben wir aber zurückgefunden, in der Rückrunde konnten wir dann endlich zeigen, was für ein Potenzial in uns steckt. Wenn wir noch die ein oder andere Konzentrationsschwäche gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller abgestellt hätten, wäre eine noch bessere Platzierung möglich gewesen“, sagt Klos.

Das war gut: „Über die gesamte Saison war der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft sehr gut“, sagt Klos. Fußballerisch gab es aus seiner Sicht Höhen und Tiefen. „Es waren einige Spiele dabei, in denen wir wirklich gut kombiniert und die Tore sauber rausgespielt haben, noch besser als in den vergangenen Jahren. Unsere größte Stärke bleibt weiterhin das schnelle Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff. Aber wir haben uns auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel im Spiel bei eigenem Ballbesitz verbessert.“ Zudem konnten sich die Rohrbacher über mehrere Siege gegen hochkarätige Gegner freuen. So bezwang der TSV in der Rückrunde den bis dahin stark spielenden Tabellenführer ASV Dachau (2:0). Auch die beiden Derbysiege gegen den Lokalrivalen FSV Pfaffenhofen (3:2, 3:2) hebt Klos hervor. „Alles in allem haben wir es geschafft, die Verletzungen gut zu kompensieren. Trotz eines schlechten Saisonstarts haben wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und vernünftig Fußball gespielt. Auch war nie ein Gefühl von Abstiegsangst zu spüren“, sagt Klos.

Das war schlecht: „Letztendlich ist Fußball Kopfsache. Es hat sich bei uns durch die gesamte Saison gezogen, dass wir mit der Einstellung nicht immer voll da waren und daher bei Zweikämpfen zu spät kamen, unachtsam waren oder zweite Bälle verloren haben“, kritisierte Klos und ergänzt: „Dadurch kam, dass wir Mannschaften aus dem Tabellenkeller unterschätzt haben.“ Besonders im letzten Drittel der Saison kassierten die Rohrbacher mehrere empfindliche Niederlagen gegen Teams wie Alte Haide (2:3), den TSV Eching (1:3) oder Ampertal Palzing (2:4), die zu diesem Zeitpunkt Schlusslicht waren. „Die Spiele, in denen wir von Anfang an mit vollem Einsatz agiert haben, waren sehr gut. Schade daher, dass wir zu häufig nicht mit 90 Minuten bei der Sache waren oder die notwendige Aggressivität vermissen ließen“, sagt Klos. Sein Team habe sich im Vorfeld häufig viel vorgenommen, es aber nicht geschafft entsprechend abzuliefern. „So haben wir im Abstiegskampf gegen Mannschaften verloren, die fußballerisch schwächer waren als wir, aber mehr Willen gezeigt haben.“

Ausblick: „Es wird sich nicht viel ändern für die kommende Saison und auch für die nächsten Jahre nicht“, sagt Klos. Der TSV spiele seit 15 Jahren, abgesehen von ein paar kurzen Unterbrechungen in der Bezirksliga und habe sich dort etabliert. „Unser Konzept wird also gleichbleiben, das heißt wir setzen stark auf die eigene Jugendarbeit und sind nicht groß auf dem Transfermarkt aktiv“, erklärt Klos, der wie Co-Trainer und Spieler Michael Humbach auch in der kommenden Saison den TSV coachen wird. „Der Kader kann sich durchaus noch ein wenig ändern, wird aber im Großen und Ganzen gleichbleiben.“ Drei Zugänge kann der Bezirksligist bereits verkünden: Vom FSV Pfaffenhofen kommt Abwehrspieler Maximilian Merkl und vom SV Niederlauterbach Angreifer Johannes Forsthofer, der in der vergangenen A-Klassen-Saison zehn Tore erzielte. Zudem wird die Defensive durch Tobias Eules verstärkt, der in der letzten Saison für den Oberpfälzer Kreisligisten TSV Stulln auflief.

PK