Speedway

Aggressiv, sicher, erfolgreich

Pfaffenhofener Speedwayfahrer Julian Bielmeier heimst republikweit zahlreiche Top-Ergebnisse ein

26.07.2022 | Stand 26.07.2022, 15:31 Uhr

Fühlt sich trotz eines stressigen Rennkalenders derzeit auf seiner Maschine absolut wohl: der Pfaffenhofener Speedway-Fahrer Julian Bielmeier. Fotos: Jens Führer, Niklas Breu

Von Erhard Wallenäffer

Pfaffenhofen – Leipzig, Meißen, Mühldorf, Zweibrücken, Diedenbergen und Olching – das sind Einträge in Julian Bielmeiers (kl. Foto) Rennkalender. Alleine in den letzten fünf Wochen wohlgemerkt, was einem heftig vorkommt. Und tatsächlich war der Pfaffenhofener Speedwayfahrer nur noch auf der Rennbahn, in der Werkstatt, auf der Autobahn oder am Arbeitsplatz, wie er zugibt. „Wir sind alle überglücklich denn momentan hab ich einfach einen Lauf und der ganze Stress zahlt sich endlich aus“, sagt Bielmeier spürbar zufrieden. Denn der 20-Jährige heizte zuletzt so stark wie kaum zuvor um die Highspeed-Pisten.

„Ich fahre viel aggressiver, sicherer und ohne Angst. Weil ich weiß, wo ich hinfahren muss und wie ich mich richtig in die haarigen Fights reinhaue“, stellt Bielmeier klar. Sein extremes Selbstvertrauen und den Spaß am Sport spürt man sofort, wenn man ihm derzeit zuhört. Warum es denn derzeit so gut laufe? Auch darauf hat Bielmeier ein paar Erklärungen parat: „Das hat mit unermüdlicher Arbeit an den Bikes zu tun und auch mit der Umstellung in Sachen Motoren.“ Gemeint sind zwei nagelneue italienische GM-Triebwerke, aus denen der mehrfache Langbahn-Weltmeister Robert Barth etliche Extra-PS heraus kitzelte.

Barth gehört, wie der Teamchef Robert Grichtmaier auch, zum Netzwerk, wenn es darum geht, Tipps einzuholen: „Auf ihre Ratschläge zähle ich. Aber auch die deutschen Spitzenfahrer Michael Härtel, Sandro Wassermann und Rene Deddens kann ich immer fragen, wenn ich mir bei der Rennabstimmung unsicher bin“, erklärt Bielmeier. Freizeit? Wenn man den Pfaffenhofener Rennfahrer danach fragt, schüttelt er den Kopf. „Totale Fehlanzeige“, soll das heißen und er wird ziemlich deutlich: „Es ist gerade unfassbar anstrengend – die ständige Fahrerei, das Reinigen des Materials und überhaupt, alles in Schuss zu halten.“ Fast jeder Feierabend während der Woche gehe dafür drauf, damit die Technik während der 15 Rennfahr-Minuten am Wochenende funktioniert. Indes kommt von Bielmeier noch eine Herzenssache, die er bekanntmachen möchte: „Mein Freund und Unterstützer Albert Straßer ist vor kurzem verstorben. Er war eine Pfaffenhofener Rennfahrerlegende und ich möchte meine letzten Erfolge alleine ihm widmen.“ Bielmeier berichtet von den Rennen, die er zuletzt bestritten hat:

Leipzig, DMSB-Paarcup (Deutsche Paarmeisterschaft): „Ich war für den gastgebenden Verein, den MC Post Leipzig im Einsatz, wobei die Bahn im Motodrom am Cottaweg unglaublich anspruchsvoll war. Ich konnte mich jedoch gut durchkämpfen, weshalb elf Punkte auf meinen Konto landeten – für unser Team reichte es zu Platz 4.“

„Was für ein Renntag. Es war mein Debüt in diesem Wettbewerb und für die Meißen Hornets. Von fünf Läufen habe ich vier gewonnen und einmal wurde ich Zweiter. So konnte ich meinem Team mit 14 Zählern zum überlegenen Sieg verhelfen und die Stimmung war entsprechend: Die vielen Fans, darunter jede Menge Kinder, haben uns ununterbrochen angefeuert – ein Bomben-Ding.“

„Mein einziger schwarzer Tag in den zurückliegenden Wochen, dabei bin ich nicht einen Rennmeter gefahren: Schon im Pflichttraining konnte man hier ausscheiden und genau da ist mir der Gang herausgesprungen. Als ich keinen Schub mehr hatte, vermutete ich einen Schaden am Zahnriemen und bog ins Innenfeld ab – so war die Wettfahrt für mich beendet.“

„Es lief wie am Schnürchen, denn ich konnte alle meine Läufe gewinnen und den Maximum-Sieg in der B-Lizenz-Wertung perfekt machen. Die 650 Meter lange Piste befand sich innerhalb eines Rosengartens, sie war sehr ruppig und griffig – darüber zu brettern kostete sehr viel Kraft.“

„Wir hatten extra für dieses Rennen einen anderen Motor in das Bike gebaut. Unsere Idee war, dass dieser besser für den harten Bahnbelag in der Rhein Main-Arena passen würde – und die Entscheidung war goldrichtig. Für mein Team, die DMV White Tigers, konnte ich aus fünf Läufen 13 Punkte ergattern, damit gehörte ich zu den drei Topfahrern der Veranstaltung. Hierüber habe ich mich besonders gefreut, denn in Diedenbergen war keine Laufkundschaft am Start. Den Wettbewerb mit vier Mannschaften gewannen wir klar.“

„Beim Bayerncup-Rennen am Samstag trat ich für den BBM München an. Letztlich hatte es mit einem Defekt im letzten Lauf zu tun, dass ich mein Punktemaximum nicht ganz schaffte. Mit den BBM-Driftern landete ich auf Gesamtplatz zwei. Am Sonntag ging es heftiger zur Sache: Die enorme Hitze verlangte allen Fahrern viel ab und das Line-up war sehr ausgeglichen. Mit sechs Punkten konnte ich mich gut behaupten und für mein Team, die DMV White Tigers, reichte es zu Platz drei.“

PK