2. Badminton-Bundesliga Süd

„Von Klassenerhalt spricht niemand mehr“

Aufsteiger TSV Freystadt nach Siegen gegen die bayerische Konkurrenz nun sogar Tabellenzweiter

12.12.2022 | Stand 12.12.2022, 17:22 Uhr

Das Freystädter Eigengewächs Andreas Pistorius (links) holte bei den bayerischen Meisterschaften vor zwei Wochen die Bronzemedaille im Herreneinzel. Zusammen mit Filip Spoljarec gewann er am Wochenende beide Doppel. Foto: Mehlich

Freystadt – Der TSV Freystadt ist weiterhin das Überraschungsteam der 2. Badminton-Bundesliga Süd: Zum Abschluss der Hinrunde gelangen dem Aufsteiger aus der Oberpfalz zwei Kantersiege gegen die bayerische Konkurrenz. Mit 6:1 bezwang das Freystädter Team am Samstag den Tabellenvierten TuS Geretsried, ehe es am Sonntag gegen den TSV Neuhausen-Nymphenburg II einen souveränen 5:2-Erfolg folgen ließ. Rund 200 Zuschauer sorgten am Wochenende in der Freystädter Mehrzweckhalle für die Derbystimmung.

Nach zwei Niederlagen in Folge gegen Funball Dortelweil (Wiesbaden) und SV GuthsMuths Jena hatte sich der TSV Freystadt zum Hinrunden-Abschluss einiges vorgenommen. Ähnlich wie Gegner TuS Geretsried, der angekündigt hatte, in Topbesetzung in die Oberpfalz reisen zu wollen. Besonders freuten sich die Freystädter Fans auf Oliver Roth. Der Ex-Vizeeuropameister spielte fünf Jahre für Freystadt, war am Aufstieg in die 1. Liga beteiligt und als erfahrener Spieler eine der großen Stützen. Doch Roth musste krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Bei den Damen mussten die Oberbayern auf ihre Malaiin Sylvia Kavita Kumares verzichten.

Im Gegensatz zu Geretsried konnte Freystadt in Bestbesetzung antreten. Schnell machte sich bei Geretsried das Fehlen von Ex-Nationalspieler Roth bemerkbar. Folglich gingen beide Herrendoppel mit Sebastian Keller und Luca Milic sowie Andreas Pistorius und Filip Spoljarec ohne Satzverlust an Freystadt. Für die 3:0-Führung sorgten Ella Neve und Sara Loncar, die erstmals zusammenspielten und ihren Gegnerinnen zu keinem Zeitpunkt eine realistische Siegchance ließen. Und es lief so weiter für den TSV: Das Dameneinzel (Loncar) und das zweite Herreneinzel (Spoljarec) erhöhten mit ihren Siegen auf 5:0. Gespannt blickten die Zuschauer dann auf den Auftritt von Milic. Nach vier Niederlagen in Serie wollte Freystadts Nummer Eins unbedingt wieder ein Einzel gewinnen. Doch es kam anders: Der serbische Nationalspieler unterlag zur Überraschung aller in vier Sätzen. Im abschließenden Mixed begeisterten Katharina Rudert und Sebastian Keller. Im spannendsten Spiel des Tages machten sie den 6:1-Erfolg in vier Sätzen perfekt.

Am Folgetag war die Zweitvertretung des TSV Neuhausen-Nymphenburg mit einigen erstligaerfahrenen Akteuren zu Gast. Keller und Milic mussten über fünf Sätze gehen und setzten sich erst im Entscheidungssatz durch. Keinen guten Tag hatte das Freystädter Damendoppel erwischt. Nachdem Neve und Loncar am Vortag noch mit ihrem Angriffsspiel brilliert hatten, unterliefen ihnen gegen die Landeshauptstädter viele Fehler. Am Ende verloren sie knapp im Entscheidungssatz. Nun lag es an Pistorius und Spoljarec, ihr Team durch einen Sieg im Doppel wieder in Führung zu bringen. Wie am Vortag dominierten die Freystädter und gewannen ohne Satzverlust. „Während Filip und Andreas zu Saisonbeginn mehrmals ihre Spiele knapp im Entscheidungssatz abgeben mussten, scheint jetzt der Knoten geplatzt zu sein“, freut sich Teammanager Stephan Pistorius. Danach siegten Spoljarec und Loncar in ihren Einzeln. Den fünften Freystädter Punkt steuerte Milic bei, der – sichtlich erlöst – nun auch wieder als Sieger vom Platz gehen konnte. Nachdem Keller und Rudert trotz packender Ballwechsel in vier Sätzen verloren hatten, endete die Partie schließlich 5:2 für den TSV.

Da an der Tabellenspitze der 1. BCB Saarbrücken II und der 1. BV Maintal jeweils eine Niederlage einstecken mussten, kletterte der TSV durch seinen Doppelerfolg auf den zweiten Tabellenplatz und hat nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Saarländer. Härteste Verfolger bleiben Maintal und Jena. Teammanager Pistorius ordnet die bisherige Spielzeit wie folgt ein: „Bei acht Siegen und drei Niederlagen haben wir unsere zu Saisonbeginn gesteckten Ziele weit übertroffen – von Klassenerhalt spricht bei uns niemand mehr.“ Mit diesen zwei Derbysiegen verabschiedete sich das Bundesliga-Team des TSV in die Winterpause. Die Rückrunde startet für die Oberpfälzer am 21. und 22. Januar mit zwei Auswärtsspielen.

HK