Bilanz zur Kreisliga 2 Regensburg
Dreikampf an der Tabellenspitze: Breitenbrunn, Ramspau und Riedenburg nahezu gleichauf – Kriselnde Dietfurter

24.11.2023 | Stand 24.11.2023, 6:00 Uhr

Anfang September setzte sich der SV Breitenbrunn (links Markus Bögerl) mit 1:0 beim SV Töging um Robert Zeller durch. Für den Primus war es damals der siebte Sieg im siebten Spiel. Foto: Meier

Nachdem es in der Kreisliga 2 Regensburg lange nach einem unaufhaltsamen Alleingang des SV Breitenbrunn ausgesehen hatte, ist das Feld kurz vor der Winterpause wieder richtig eng zusammengerückt. Spitzenreiter Breitenbrunn (16 Spiele, 37 Punkte), Aufsteiger SpVgg Ramspau (17, 37) sowie der TV Riedenburg (18, 36) wollen in der Restrunde ein Wörtchen um die Meisterschaft mitreden. Der Kampf um den Titel und Relegationsplatz zwei ist damit neu entbrannt – und auch im Tabellenkeller mit dem weiterhin nicht in Tritt kommenden TSV Dietfurt geht es spannend zu.

SV Breitenbrunn: Der SVB hat in der Liga und im Toto-Pokal übergreifend 16 von 21 Pflichtspielen gewonnen, viermal Unentschieden gespielt und nur eine Begegnung verloren. Dementsprechend zufrieden ist Trainer Christian Scheuerer: „Wir stehen auf Platz eins in der Liga und im Toto-Pokal-Endspiel. Da gibt es nichts groß zu bemängeln.“ Nach einer guten Vorbereitung sei man hervorragend in beide Wettbewerbe gestartet. „Mit kontrolliertem Auftreten, viel Ballbesitz, hohem Tempo, großem Spielverständnis und schnellem Spiel nach vorne ist es uns gelungen, eine Begegnung nach der anderen zu gewinnen“, so Scheuerer.

Im Verlauf der Saison sei man dann etwas vom Verletzungspech verfolgt worden. „Uns ist die Leichtigkeit, Zielstrebigkeit und das Selbstverständnis, Tore zu schießen etwas abhanden gekommen – und das hat sich in den Ergebnissen bemerkbar gemacht“, führt der Breitenbrunner Übungsleiter weiter aus. Gleichzeitig hat seinen Worten nach die Erwartungshaltung im Umfeld der Mannschaft deutlich zugenommen: „Siege wurden als Selbstverständlichkeit angesehen und der Meistertitel als Selbstläufer.“ Dass dem aber nicht so ist, hätten laut Scheuerer etwa die vielen knappen Siege in der Vorrunde und im Toto-Pokal gezeigt. „Da hat es viele enge Spiele auf Augenhöhe gegeben, die wir nicht zuletzt dank einer starken Defensive auf unsere Seite ziehen konnten.“ Mit nur elf Gegentoren stellt der SVB um den Regionalliga-erfahrenen Neuzugang Markus Waffler (zuvor VfB Eichstätt) die mit Abstand beste Abwehr der Liga.

Für die Restrunde formulierte Scheuerer das Ziel, so lange wie möglich ganz vorne dabei bleiben zu wollen. „Wir starten Ende Januar in die Vorbereitung und wollen danach die ersten Spiele wieder so erfolgreich wie möglich gestalten.“ Ein absolutes Highlight sei das Endspiel im Toto-Pokal gegen den FC Kosova. „Da möchten wir den haushohen Favoriten in Bedrängnis bringen.“

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TV Riedenburg: Der TV Riedenburg geht mit einem sehr guten Gefühl in die Winterpause, denn der dritte Platz (36 Punkte) war in dieser Form nur bedingt zu erwarten. Trainer Sebastian Bögeholz resümiert: „Unser Ziel war es vor Saisonbeginn, besser zu sein, als im letzten Jahr, als wir auf dem achten Rang landeten. Konkret war als Devise ein Platz unter den ersten fünf Teams in einer starken Kreisliga ausgegeben.“ Doch fünf Siege in Folge vor der Winterpause haben bei der Elf von Trainerduo Andreas Schäffer/Bögeholz für das Frühjahr große Hoffnungen geweckt. „Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf, auch weil wir große Entwicklungsschritte der jungen Mannschaft sehen.“

Erfreulich sind außerdem die Trainingsbeteiligung, Kaderbreite sowie Motivation. „Wir haben eigentlich immer mindestens 18 Leute im Training. Auch die Spieler aus der zweiten Reihe sind fleißig dabei, was sich auch in den Ergebnissen der zweiten Mannschaft zeigt.“ Die TV-Reserve ist mit acht Punkten Vorsprung Tabellenführer in der B-Klasse und peilt den Aufstieg an.

Aus einer jungen Mannschaft heraus sticht Benedikt Kolbinger (19 Jahre), der mit 17 Torbeteiligungen in seiner ersten Herrensaison aufwarten kann und mit seiner Schnelligkeit viel für die Zukunft verspricht. Auch die Rückkehr von Routinier Sebastian Schmid (32) zahlte sich sofort aus. Mit 15 Torbeteiligungen fügte er sich perfekt in die junge Mannschaft ein.

Zu den Saisonzielen meinte Bögeholz: „Wir haben nun einen kleinen Puffer nach unten und möchten natürlich jetzt als Mindestziel auch den dritten Platz halten. Die Mannschaft hat nun Blut geleckt.“ Klarer Favorit ist für Bögeholz wie schon zu Saisonstart der SV Breitenbrunn. „Ich denke aber, dass der Aufstieg unter den ersten drei Mannschaften ausgespielt werden wird. Bei Ausrutschern von Breitenbrunn und Ramspau wollen wir hellwach sein und unsere kleine Chance nach oben wahren.“

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SV Töging: „Mit den bisher gezeigten Leistungen bin ich zufrieden. Die Vorrunde haben wir sehr solide gespielt“, bilanziert Tögings Trainer Alex Sommer. Die soliden Leistungen brachten den SV Töging bis auf Rang fünf. 39 Tore gelangen Tögings Angriff. Damit hat nur Aufsteiger Ramspau (46) mehr Tore erzielt. Die treffsichersten Spieler sind Maximilian Semmler (9 Tore), Johannes Lindl (8) und Andreas Schneider (7). 27-mal musste SV-Schlussmann Manuel Zaigler dagegen hinter sich greifen. „Es waren sicherlich auch ein paar glückliche Punktgewinne dabei.“

Beim Blick auf die Tabelle ist Sommer von den Aufsteigern aus Ramspau und Eichlberg überrascht. „Die haben es schon sehr gut gemacht, bisher eine großartige Runde gespielt und stehen zurecht auf den vorderen Rängen in der Tabelle. Dass Breitenbrunn um den Aufstieg spielen würde, war dagegen relativ klar. Auch das bisherige Abschneiden von Riedenburg war so zu erwarten.“

In der Rückrunde will Sommer mit seiner Mannschaft „weiterhin so Fußball spielen und dabei ein paar Punkte mehr einsammeln.“ Wer in der Kreisliga am Ende das Rennen um den Aufstieg machen wird, da will sich der Übungsleiter nicht festlegen. „Das hängt alles vom Start nach dem Winter in den ersten drei, vier Spielen ab. Breitenbrunn muss zwei Spiele nachholen, da kann sich noch einiges tun.“

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1. FC Beilngries: Der 1. FC Beilngries kann mit seinem sportlichen Abschneiden bis zur Winterpause nur bedingt zufrieden sein. Zwar war nach dem Abstieg aus der Bezirksliga Oberpfalz Süd nicht zu erwarten, dass der FCB sofort wieder um den Aufstieg mitspielen würde, aber sieben Siege, drei Unentschieden sowie acht Niederlagen sind durchaus ausbaufähig. Laut Abteilungsleiter Robert Halser könne man den Saisonverlauf mit den Worten „Ab-Auf-Ab“ beschreiben.

Nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen und dem dann erfolgten Rücktritt des vorherigen Trainers Hubert Brigl folgte eine Phase mit sechs Spielen ohne Niederlage, ehe von den weiteren neun Begegnungen nur noch zwei gewonnen wurden. „Da hat sich gezeigt, dass es einigen der jungen Spieler noch an Erfahrung fehlt“, erklärt Halser. Deshalb habe man den zwischenzeitlichen Ausfall mehrerer Leistungsträger nur bedingt kompensieren können. Dies habe sich besonders im Offensivbereich bemerkbar gemacht. Zudem sei es dem FCB, wie zuletzt auch beim Zittersieg gegen das Schlusslicht TV Hemau, wiederholt nicht gelungen, Leistungen der ersten Halbzeit aufrecht zu erhalten.

Dennoch sei es weiterhin das vorrangige Ziel, die nun von Wolfgang Gmelch trainierte Elf deutlich zu verjüngen. Zunächst müsse es aber darum gehen, nach der Winterpause möglichst schnell noch einige Punkte zu sammeln, um „eine relativ unbeschwerte Restsaison spielen“ zu können.

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TSV Dietfurt: Als auf ganzer Linie enttäuschend bezeichnete TSV-Coach Admir Viden das Abschneiden seiner Mannschaft in den Spielen vor der Winterpause. In seinem Resümee beklagte Viden vor allem die mangelnde Konstanz: „Wir haben relativ gut begonnen, konnten aber nicht ein einziges Mal einen Sieg im Folgespiel bestätigen. Und was mich besonders ärgert: Wir haben es nicht einmal geschafft, hinten die Null zu halten.“

Der Dietfurter Übungsleiter zeigte zwar schon auf, dass sein Team auch in dieser Saison von einer großen Verletztenmisere geplagt war, machte aber auch deutlich, dass man auch mit den eingesetzten Ergänzungsspielern konkurrenzfähig sei, wie auch der Sieg gegen den Tabellenführer aus Breitenbrunn gezeigt habe. Dazu Viden: „Ich kann der Mannschaft die Taktik vorgeben, aber umsetzen muss sie es dann schon selbst.“

Ein wesentlicher Aspekt war auch die eklatante Abschlussschwäche. „Wenn ich hier das Spiel in Undorf zum Maßstab nehme, habe ich auch alle anderen Niederlagen damit abgehandelt. Wir schaffen es einfach nicht, uns für den betriebenen Aufwand zu belohnen. Und wenn ich dann noch auf die vier verschossenen Elfmeter schaue, ist das das negative i-Tüpfelchen in den bisher absolvierten 17 Spielen.“

Und so hofft man beim Tabellenvorletzten, dass man das Abstiegsgespenst nach der Winterpause mit einem hoffentlich kompletten Kader, aber auch der nötigen Portion Glück doch noch vertreiben kann.

ngl