Basketball-Bayernliga Süd
„Was passiert hier?“: Schrobenhausen Green Devils mitten im Negativstrudel

27.11.2023 | Stand 27.11.2023, 20:39 Uhr

Erneut ein übermächtiger Gegner – zumindest in der aktuellen Form der Green Devils – stand Moritz Schäfer (r.) und den anderen Schrobenhausener Basketballern gegenüber. Foto: M. Schalk

Immer weniger Zuschauer und die nächste deutliche Pleite: So rosig die Schrobenhausener Basketballzeiten in den vergangenen Jahren (oder besser Jahrzehnten) oft waren, so schwierig ist die Phase, durch die das Herrenteam der Green Devils aktuell gehen muss. Das 50:90 gegen den TSV Schwaben Augsburg hinterlässt viele Fragezeichen. Der Auswärtsauftritt beim TSV Jahn Freising wird am nächsten Freitagabend fast schon zu einer Art Endspiel.

In der zweiten Halbzeit „zerlegt worden“

Wenn man wissen möchte, wie unangenehm sich der derzeitige Negativstrudel anfühlt, spricht man am besten mit jemandem, der auch andere Zeiten kennt. Claus-Jürgen Ludwig hat mit den Green-Devils-Herren in bald 20 Jahren so ziemlich alles erlebt. Wobei: Heimspiele, in denen die Schrobenhausener einem wegen ihrer Hilflosigkeit fast leidtun konnten, kennt der 35-Jährige erst seit kurzem. „Es tut weh, uns so zu sehen“, sagt Ludwig. Man stehe auf dem Feld und frage sich manchmal: „Was passiert hier eigentlich gerade?“ Statt die Abwärtsspirale der Green-Devils-Basketballer irgendwie zu durchbrechen, dreht sich diese weiter und weiter.

Dabei möchte Ludwig – ein bisschen anders war es bei der 63:97-Pleite gegen den TSV München Ost – gar nicht den Vorwurf machen, dass die Einstellung nicht gepasst hätte. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass jemand nicht wollte“, sagt er. Umso trauriger sei es zu sehen, „dass jeder will und uns trotzdem nicht mehr gelingt“. Und tatsächlich: Die Verunsicherung der in dieser Saison noch sieglosen Mannschaft war nicht erst, aber besonders gegen Schwaben Augsburg fast greifbar – auch für die (immer weniger werdenden) Zuschauer in der Halle. „Natürlich ist es auch wahnsinnig viel Kopfsache“, weiß Ludwig.

Dafür spricht, dass die Green Devils bis kurz vor der Hälfte der Partie eigentlich nicht schlecht im Spiel waren. Hätten sie selbst einen Korbleger verwandelt und nicht im Gegenzug noch zwei erfolgreiche TSV-Angriffe zugelassen, wäre der Rückstand zur Pause wohl im Bereich zwischen fünf und zehn Punkten gelegen – quasi auf Augenhöhe, wie geplant. Sobald die Gäste dann allerdings im dritten Viertel (27:10 für Augsburg) weiter davonzogen, ging bei den Green Devils plötzlich überhaupt nichts mehr. „Da wurden wir richtig zerlegt“, sagt Coach Florian Breitkreutz. Selbst zwei Auszeiten konnten das nicht stoppen. Was der Trainer vorgab, schien beim Team nicht mehr anzukommen. „Ein bisschen war es, als ob alle Bretter vor dem Kopf haben“, so Breitkreutz. Der TSV Schwaben – alles andere als eine Spitzenmannschaft der Bayernliga Süd – nutzte das, um sich selbst in einen Flow zu spielen. Fast surreal für ein Schrobenhausener Heimspiel prangte das 50:90 am Ende auf der Anzeigetafel.

Einer wird Letzter, einer Vorletzter sein

Ein paar sportliche Erklärungen gibt es gewiss: die allgemeine Reboundschwäche etwa (der TSV Schwaben hatte pro Angriff gefühlt fünf Versuche), die körperliche Unterlegenheit und die Nervosität − manchmal bei den einfachsten Pässen. Über allem schweben aber wohl Themen wie fehlendes Selbstvertrauen und große Verunsicherung. „Mal wieder ein Spiel gewinnen, würde da helfen“, sagt Ludwig. Wenn es denn so einfach wäre...

Dummerweise (oder glücklicherweise) folgt am nächsten Freitag (20.30 Uhr) nun ein Match, das die Schrobenhausener angesichts der Tabellenkonstellation nicht nur gewinnen können, sondern auch unbedingt sollten. Es geht nämlich zum TSV Jahn Freising, der mit acht Niederlagen sogar noch etwas schlechter dasteht. Eine bessere Gelegenheit, um den Negativstrudel zu durchbrechen, wird es wohl so schnell nicht geben.

• Das gegen Schwaben Augsburg unterlegene Green-Devils-Team: Ralf Bernitt, Josef Eiglmeier (5 Zähler), Simon Ettenreich (12), Sebastian Huber, Sebastian Kramer (12), Ferdinand Lange, Claus-Jürgen Ludwig (16), Moritz Schäfer (2), Moritz Weidner (2) und Thomas Wenger (1).

SZ