Fussball, Regionalliga Bayern

Umbruch im Dachauer Hinterland

FC Pipinsried muss den Weggang von gleich 13 Spielern verkraften – Bislang acht Neuverpflichtungen

27.05.2022 | Stand 27.05.2022, 20:08 Uhr

Namhafter Abgang: Auch der ehemalige Drittligaprofi Benjamin Kauffmann verlässt den FC Pipinsried in dieser Sommerpause. Foto: M. Schalk

Von Roland Kaufmann

Pipinsried – Dass der FC Pipinsried in dieser Sommerpause vor einem Umbruch steht, das hatte sich in den vergangenen Wochen immer mehr abgezeichnet. Aber gleich 13 Abgänge nach der gerade zu Ende gegangenen Regionalligasaison? Diese hohe Zahl überrascht dann doch ein bisschen.

Erst recht, wenn man die Namen derer betrachtet, die 2022/23 nicht mehr für de Dorfklub aus dem Dachauer Hinterland auflaufen werden: Benjamin Kauffmann, Lukas Schraufstetter, Dominik Wolfsteiner, Jakob Zitzelsberger, Peter Guinari, Jannik Fippl, Dominik Schröder, Julian Kirr (alle Ziel unbekannt), Paolo Cipolla (FSV Pfaffenhofen), Atdhedon Lushi (Karriereende), Soma Orban (TSV Schwabmünchen), Eren Emirgan (Türkgücü München) und Alexander Eiban (fußballerische Pause wegen Meisterschule) werden in der neuen Saison definitiv nicht mehr im FCP-Trikot zu sehen sein. Zugegeben: Auf der anderen Seite haben die Gelbblauen auch schon acht Neuzugänge vermeldet – aber besitzen diese tatsächlich das Potenzial, die frisch entstandenen Lücken adäquat aufzufüllen?

Tarik Sarisakal glaubt fest daran – obwohl mit Ryosuke Kikuchi (SV Wacker Burghausen), Belmin Idrizovic (SV Donaustauf), Nickoy Ricter und Nikolaus Grotz (beide TSV Dachau 65) bislang erst vier Akteure verpflichtet wurden, die im Seniorenbereich bereits eine Menge Erfahrung sammelten. „Keine Frage, wir werden in der neuen Saison eher eine junge Truppe besitzen“, bestätigt der Sportliche Leiter: „Aber sie wird trotzdem auch wieder eine sehr schlagkräftige sein.“ Beziehungsweise eine, welcher der 49-Jährige sehr wohl zutraut, den Pipinsrieder Abstieg aus der Regionalliga Bayern ein weiteres Mal zu vermeiden.

Der bislang letzte, der bei den Gelbblauen seine Signatur unter einen Vertrag setzte, war in dieser Woche Claudio Milican. Der 20-jährige Kroate kommt aus der zweiten Mannschaft des TSV 180 München ins Dachauer Hinterland, gilt als zentraler Mittelfeldspieler, kann aber auch offensiv oder auf der rechten Außenbahn eingesetzt werden. „Claudio ist ein technisch starker Fußballer, der unser Spiel beleben wird“, ist Sarisakal überzeugt.

Milican ist somit Talent Nummer vier, das der Sportliche Leiter des FCP für die neue Spielzeit verpflichtet hat – nach Fabian Willibald (FC Ingolstadt 04, 19 Jahre), Sebastian Keßler (SV Wacker Burghausen, 18) und Daniel Witetschek (TSV Landsberg, 21). Der letztgenannte Schrobenhausener, der in seiner Juniorenzeit vom FC Augsburg ausgebildet wurde, ist aktuell sogar der einzige Keeper im Pipinsrieder Kader. „Folgerichtig müssen wir vor allem auf dieser Position noch etwas tun“, weiß Sarisakal. So schwebe ihm noch die Verpflichtung eines erfahrenen Schlussmanns sowie eines Torhütertalents vor – ohne dass er bereits konkrete Namen nennen möchte. Das gleiche gilt für die zweite Baustelle im Kader, die seiner Meinung nach noch vorhanden ist – nämlich in der Innenverteidigung: „Auch dafür möchte ich noch zwei Männer holen – einen gestandenen sowie einen talentierten mit guten Perspektiven.“

Grundsätzlich lautet der Plan des 49-Jährigen, mit drei Keepern sowie 20 Feldspielern in die neue Saison zu gehen. „Sollten es am Ende sogar 21 Feldspieler werden, wäre das natürlich noch besser – aber das ist halt auch eine finanzielle Sache“, so Sarisakal. Ob er damit ganz konkret eine Ausleihe von Lorenz Knöferl meint – jenes ehemaligen U16-Nationalspielers aus Alberzell (Gemeinde Gerolsbach), der beim Drittligisten TSV 1860 München unter Vertrag steht, aber dort nach einer langwierigen Schulterverletzung vorerst kaum Chancen auf ausreichend Spielpraxis besitzt? Dahingehende Gerüchte waren in den vergangenen Tagen in der Tat immer wieder zu hören. Sarisakal persönlich sagt dazu nur: „kein Kommentar.“ Was immerhin kein Nein ist.

Nochmals zurück zur FCP-Kaderplanung an sich – und eben zu den 13 Abgängen. „Natürlich ist es nicht immer von Vorteil, wenn es zwischen zwei Spielzeiten eine so hohe Fluktuation gibt“, gibt der Sportliche Leiter zu: „Aber bei uns ließen verschiedene Umstände nun nichts anderes zu.“ Einmal ganz davon abgesehen seien wichtige Pipinsrieder Schlüsselpositionen ja weiterhin mit erfahrenen Akteuren besetzt: „Mit Spielertrainer Nikola Jelisic, Albano Gashi und Pablo Pigl haben wir weiterhin eine namhafte Achse im Team, die unsere jungen Talente führen kann“, glaubt Sarisakal.

SZ