Stockschießen, 2. Bundesliga Süd
Überraschungscoup des SSC Gachenbach gegen Europacupsieger

26.05.2023 | Stand 16.09.2023, 21:24 Uhr |
Martin Kappelmaier

Sieger und Verlierer: Mit 6:4 setzten sich (v. l.) Philipp Hörmann, Andreas Schilcher, Dominik Hörmann und Stefan Sonnhüter vom SSC Gachenbach gegen den zuvor noch unbesiegten Tabellenführer EC Saßbach (blaue Oberteile) durch. Foto: M. Kappelmaier

In einem bis zum letzten Moment spannenden Spiel gelang es den Gachenbacher Stockschützen, den Europacupsieger aus dem Jahr 2022, den EC Saßbach, mit 6:4 zu besiegen. Mit jetzt 5:5 weist die SSC-Vertretung ein ausgeglichenes Punktekonto in der 2. Bundesliga Süd, Gruppe C, auf. Sie kann dadurch in den restlichen drei Partien nach den Pfingstferien beruhigt das Thema Klassenerhalt angehen.

Hochklassiger Sport in der Aresinger Halle

In der Aresinger Stockhalle herrschten ideale Bedingungen, um den zahlreichen Zuschauern hochklassigen Stocksport in der 2. Bundesliga zu präsentieren. Bereits die erste Kehre zeigte, dass hier nicht unbedingt der Bessere gewinnt – sondern derjenige, der am wenigsten Fehler macht. Stock um Stock wurden aus dem Haus geschossen, wobei es am Ende Dominik Hörmann war, der den ersten Gachenbacher Punkt sicherte. In den restlichen fünf Kehren zeigten jedoch die Saßbacher, warum sie seit vielen Jahren so ausgesprochen erfolgreich sind: Nur jeweils ein Fehler der Gachenbacher pro Kehre reichte den klar favorisierten Gästen aus dem Landkreis Freyung-Grafenau, um das erste Spiel überlegen mit 7:1 zu gewinnen.

Aber im zweiten Spiel lieferte Gachenbach sofort die passende Antwort ab – nämlich nach einer konzentrierten Leistung seinerseits einen 6:2-Erfolg. So gingen die beiden Teams bei einem unentschiedenen Stand in die Pause.
Im dritten Spiel verschenkten die SSC-Stockschützen in ihrem zweiten Nachschuss leichtfertig den Sieg, so dass der Gegner zum 2:2 ausgleichen konnte. In der Folge gewann Gachenbach aber die drei Kehren – und am Ende das dritte Spiel überlegen mit 6 : 2. „Jetzt müssen wir nur noch ein weiteres für uns entscheiden, und wir hätten eine Sensation geschafft“, analysierte Andreas Schäffler, der Zweite Vorsitzende des SSC und zugleich Hallensprecher, in diesem Moment völlig richtig.
Anschließend nahmen die Gachenbacher dem Gegner bereits in der ersten Kehre sein Nachschussspiel mit einem Dreier ab, so dass der Gesamterfolg tatsächlich schon zum Greifen nahe war. Der EC Saßbach kam aber plötzlich wieder zurück, holte sich doch noch den Sieg in diesem Spiel (8:5) – und glich dadurch zum 4:4-Gesamtstand aus.

Gäste gehen in der letzten Kehre volles Risiko

Es blieb also ausgesprochen spannend – sowie höchst unterhaltsam. Im letzten Spiel lag Gachenbach nach drei Kehren bereits mit 4:0 vorne, ehe Saßbach nach der vorletzten Kehre auf 3:4 verkürzte. Aber damit nicht genug: In der letzten Kehre wollte der ECS nun unbedingt einen Zweier schreiben, um den Wettkampf komplett zu gewinnen. Doch zwei seiner Stöcke verfehlten ganz knapp ihr Ziel, so dass die SSC-Vertretung am Ende mit einem Dreier das fünfte Spiel mit 7:3 für sich entschied – und somit auch überraschend den Gesamtsieg davontrug.
Saßbachs Thomas Elsenberger meinte zu dieser letzten Kehre: „Wir wollten den fünften Sieg im fünften Wettkampf. Deshalb haben wir zum Schluss nicht versucht, ein Unentschieden zu erreichen, sondern haben auch da auf Angriff gespielt.“ Oder, ein bisschen anders ausgedrückt: Trotz ungewöhnlich vieler Fehler der Gachenbacher reichte es an diesem Nachmittag zu einem unerwarteten Heimsieg gegen den Tabellenführer – weil dieser einfach ein paar Fehler mehr gemacht hatte.

Nach den Pfingstferien noch dreimal Heimrecht

Am 25. Juni, am 2. Juli und am 8. Juli stehen für die Gachenbacher die restlichen drei Wettkämpfe in dieser Zweitligasaison an – und alle drei werden in der Aresinger Stockhalle ausgetragen. Obwohl in der Gruppe C zwei Mannschaften absteigen müssen, stehen nach dem Überraschungssieg gegen den EC Saßbach die Chancen gut, dass der SSC auch im nächstes Jahr wieder in der 2. Bundesliga Süd vertreten sein wird.

SZ