Unter den besten Zehn
Radfahrerverein Burgheim: Kunstradfahrer Rahman Mohammad Hassan erfolgreich beim World Cup

02.05.2023 | Stand 16.09.2023, 22:47 Uhr |

Für Rahman Mohammad Hassan war der erste World Cup dieses Jahres eine Art Testlauf, um zu sehen, wie seine neue Kür ankommt. Auch wenn ein geplantes Element fehlte ist der Sportler im Großen und Ganzen zufrieden. Foto: W. Schwarz

Mit der ersten von vier World-Cup-Runden starteten Deutschlands Radakrobaten in die heiße Phase des Sportjahres 2023, die mit der Hallenrad-WM bei der gemeinsamen UCI-Rad-WM aller Radsportarten vom 11. bis 14. August in Glasgow/Schottland enden wird. Insgesamt 74 Sportlerinnen und Sportler aus 16 Nationen traten in den fünf Kunstrad-Disziplinen in Frankfurt-Höchst an. Unter ihnen war Rahmann Mohammad Hassan, der für sein Heimatland Afghanistan antrat, aber Mitglied beim Radfahrerverein Burgheim ist.

Aus Peru, den USA, Japan sowie Belgien, Bulgarien, Tschechien, Griechenland, Spanien, Ungarn, der Schweiz, Österreich, Italien, der Slowakei, Frankreich, dem Gastgeberland Deutschland und eben Afghanistan ging es in der Main-Metropole um Weltcup-Punkte. Bestens organisiert vom kleinen Verein RV Höchst um den für Spanien fahrenden Daniel Andres Hecktor als Hauptorganisator, fanden die Sportler beste Verhältnisse in der Frankfurter Fabriksporthalle vor. „Beachtlich, was ein Verein mit gerade einmal 28 Mitgliedern auf die Beine stellen kann,“ so die Worte von BDR-Präsident Rudolf Scharping bei der Eröffnungszeremonie.

Deutschland dominiert den Weltcup



Wie in den Vorjahren dominierte Deutschland diesen Weltcup. Alle Weltcup-Siege fuhren Deutsche Sportler ein. Lukas Kohl (Kirchehrenbach) und Jana Pfann (Bruckmühl) gewannen im Einer die erste Runde. Helen Vordermeier/Selina Marquardt (Stuttgart/Oberjesingen) sowie Lea Styber/Nico Rödiger (Langenselbold) heißen die WC-Sieger in den Zweier-Disziplinen. Und im Vierer nahmen Tijem Karatas, Annika Rosenbach, Stella Rosenbach und Milena Schwarz vom RV Mainz-Ebersheim den WC-Sieg mit nach Hause.

Rahmann Mohammad Hassan (RV Burgheim) fuhr auf Platz 10 und damit unter die Top10. Rahman Mohammad Hassan hatte sich viel für diesen Welt-Cup vorgenommen. „Er hat seit der der Hallenrad-WM 2022 in Gent/Belgien ein neues Kür-Element“, so sein Trainer Albert Frank. „Er fährt jetzt den Lenkerhandstand. Macht also einen Handstand auf dem Lenker, während das Kunstrad rollt.“ Diesen wollte er beim Weltcup zeigen – so war der Plan. Doch eine Erkrankung in der vergangenen Woche warf ihn zurück. „Er konnte in dieser Woche gerade einmal trainieren und dann noch hier in Frankfurt,“ so Frank. „Im Training lief es nicht wie erhofft.“

Lenkerhandstand als erste Übung



Rahman eröffnete die Disziplin Einer Männer. Der Lenkerhandstand war dann auch die erste Übung. Während er den ersten Versuch abbrechen musste und auf dem Bodenstand, bekam er diesen zwar im zweiten Anlauf hochgedrückt, musste diese aber bereits kurz danach abbrechen. „Mir fehlt nach der Erkrankung einfach noch die Kraft, um den Handstand hochzudrücken“, so der 22-Jährige. „Es war der erste Wettkampf mit diesem neuen Element. Wenigstens hat das Kampfgericht nur 50 Prozent der Schwierigkeits-Punktzahl abgezogen.“ Der Rest klappte danach perfekt.

Bei der Schlussübung, dem umgelegten Rad mit Handstand, rief Albert Frank seinem Schützling zu: „Nochmal“. Im 2. Anlauf klappte diese Übung dann auch innerhalb der vorgegebenen fünf Minuten. 82,63 Punkte fuhr er aus. Damit belegte er Platz 10. „Er ist eigentlich ein Wettkampftyp“, so Albert Frank. „Wir sind im Moment im Aufbau, das heißt bis zur Hallenrad-WM im August sollte das Programm sicher sein.“ Rahman zeigte sich zuversichtlich, dass er bis dahin die Punktzahl erhöhen kann.

Zufriedenheit bei den Trainern



Auch seine beiden Trainer Albert Frank und Anna Kern zeigten sich zufrieden. „Es war der erste Test in der Vorbereitung auf die WM, die kleinen Fehler werden sicher noch eliminiert“, analysiert Frank und weiter: „Es wurde aber schon am Anfang eine neue persönliche Bestleistung; Er konnte sich auch um zwei Plätze verbessern, da alle anderen Sportler auch größere Probleme hatten.“ Rahman selbst würde die Kür gern noch ausbauen: „Am liebsten würde ich noch den Sattellenker-Handstand mit ins Programm aufnehmen,“ so der junge Sportler. Die Überlegungen sind da. „Ich freue mich auf alle Fälle schon heute auf den nächsten Weltcup in Bruckmühl, der am 27. Mai stattfinden wird.“

Wilfried Schwarz