Fussball, A-Klasse Aichach

„Jeder Schuss ein Treffer“

TSV Weilach geht beim Aufstiegsaspiranten VfL Ecknach II mit 1:9 unter – Langenmosener Lebenszeichen im Abstiegskampf

22.05.2022 | Stand 23.05.2022, 11:39 Uhr

Spektakuläre Rettungstat im Altlandkreisderby: Hörzhausens Keeper Julian Bichler (l.) klärte hier gerade noch per Faustabwehr vor Aarin Kneilling von der DJK Langenmosen II. Foto: M. Schalk

Von Matthias Vogt

Schrobenhausen – Seit dem gestrigen Spieltag ist es auch rechnerisch sicher: Neben dem TSV Schiltberg und dem VfL Ecknach II wird keine andere Mannschaft mehr in den Aufstiegskampf der A-Klasse Aichach eingreifen. Wie das Rennen der beiden Topteams (zwei Punkte Differenz) allerdings ausgeht, wird sich vermutlich erst entscheiden, wenn beide im großen Meisterschaftsfinale am nächsten Sonntag direkt aufeinandertreffen.

FC Gerolsbach II - TSV Schiltberg 0:3: „Da war mehr drin“, ärgert sich Korbinian Reiner einerseits. Andererseits freut er sich aber über den starken Auftritt der Gerolsbacher Kreisklassenreserve gegen den Tabellenführer und Top-Aufstiegskandidaten, der gestern – trotz des deutlichen Resultats – eine Menge Mühe hatte. So verschossen die Gerolsbacher nach der TSV-Führung durch Robin Streit (9.) sogar einen Foulelfmeter (Lucas Felber) und vergaben noch weitere richtig gute Gelegenheiten. Letztlich kam es dann aber, wie es kommen „musste“: Der Tabellenführer nutzte seine Möglichkeiten souverän und abgezockt zu einem Doppelschlag durch Streit (48.) sowie Stefan Brunner (51.). Den Klassenerhalt hat der FCG II aber eh schon sicher – und jetzt nur noch ein Spiel, am Mittwoch bei der DJK Langenmosen II, vor sich. Doch egal, wie das ausgeht: „Unterm Strich war es dann eine gute Saison für unser Team“, freut sich Reiner.

SV Hörzhausen - DJK Langenmosen II 1:4: Vom Gefühl her hatte es vor diesem Derby anders ausgesehen. Denn nach den jüngsten Auftritten hätte man eher vermuten können, dass sich der SVH auch rechnerisch bald den Klassenerhalt sichert, während die Hoffnungen für die DJK II immer mehr schwinden beziehungsweise irgendwann ganz vorbei sind. Doch weit gefehlt: Der Auswärtssieg an diesem Sonntag war ein deutliches DJK-Lebenszeichen und könnte im Endspurt noch einmal für Bewegung sorgen. „Es war jedenfalls mal wieder wahnsinnig schön, dass wir nicht nur mithalten, sondern auch Chancen herausspielen und Tore erzielen konnten“, sagt DJK-Spielertrainer Ferdinand Hofmann: „Zudem freut es mich natürlich, dass wir am Ende gewonnen haben.“ Und ja, es stimme schon, dass sich seine Mannschaft dafür mit ein paar Akteuren aus dem Kreisligakader verstärkt hatte. Aber eben nicht auf übertriebene Weise. Nach einem bis dahin ausgeglichenen und umkämpften Spiel dauerte es bis zur 57. Minute, ehe Julian Bader die Gäste in Führung schoss. Manuel Greiner erhöhte auf 2:0 (65.), kurz darauf Tobias Stegmeir auf 3:0 (70.). Und nach dem SVH-Anschluss (Jürgen Bergknapp, 88.) setzte Bader noch einmal nach (90.). Hofmann verspricht nun, mit seinem Team in den letzten beiden Saisonpartien „noch einmal alles rauszuhauen“. Dann könnte es für die DJK II, bei jetzt nur noch drei Punkten Rückstand auf das rettende Ufer, ja vielleicht doch noch mit der Rettung klappen. Der SVH muss dagegen wieder mehr zittern, als ihm lieb ist. Er kann den Klassenerhalt aber in seinem letzten Saisonmatch, zu Hause gegen den TSV Pöttmes II, unter Dach und Fach bringen. „Das muss man erst einmal schaffen“, sagt Abteilungsleiter Andreas Grepmair zwar, betont allerdings auch: „Natürlich werden wir alles in dieses eine Spiel legen.“

FC Schrobenhausen - SV Baar 5:5: Der FCS hat sich im Saisonendspurt offenbar noch mal jede Menge Spektakel vorgenommen. Denn nachdem der Aufsteiger vor einer Woche in Weilach schon einen 0:3-Rückstand aufgeholt hatte (3:3), war es an diesem Sonntag nun ein Spiel mit (beidseitig) völlig offenem Visier. „Ein Mittelfeld gab es quasi nicht, es ging nur von Strafraum zu Strafraum“, erzählt FCS-Vorsitzender Stephan Rausch, der (mangels Personal) auch wieder selbst fröhlich mitkickte. So lag der FCS zwischenzeitlich mal 3:1 in Führung, dann 3:4 zurück, wieder 5:4 vorne und hatte auch nach dem 5:5 (wie übrigens auch der SV Baar) noch weitere Chancen zum Sieg. „Über so ein Ergebnis muss man eigentlich gar nicht viele Worte verlieren, das sagt allein schon alles aus“, schmunzelt Rausch.

VfL Ecknach II - TSV Weilach 9:1: „Jeder Schuss ein Treffer.“ So beschreibt TSV-Abteilungsleiter Sebastian Näßl das, was seiner Mannschaft an diesem Sonntagnachmittag beim Tabellenzweiten widerfahren ist, der ja laut Tabelle (Zweiter gegen Dritter) eigentlich keine acht Tore Differenz hätte voraus sein dürfen. Vielmehr hätte es ein Spiel auf Augenhöhe sein sollen, was zumindest auf die erste Viertelstunde zutraf. „Da waren wir gut in der Partie“, so Näßl, nachdem seine Weilacher durch Simon Singbartl sogar mit 1:0 in Führung gegangen waren (14.). Dann aber schlug der Aufstiegsaspirant zurück. Und da zu dessen spielerischer Stärke auch noch eine gnadenlose Effektivität hinzukam, wurde es aus Gästesicht ganz bitter. Philipp Heinrichs drehte die Partie (15./17.), ehe der große Auftritt des Thomas Egen begann: Der Ecknacher Torjäger (22 Treffer in 22 Spielen) war nämlich an diesem 22. Mai sogar fünfmal erfolgreich (39./50./71./80./87.). Dazu trafen noch Stefan Hoerl (44.) und Maximilian Eisner (51.) für den VfL II. Und die Weilacher? „Wir hatten ebenfalls gute Chancen, hätten auch drei, vier Tore mehr machen müssen“, sagt Näßl. An der deutlichen Niederlage hätte an diesem Tag allerdings auch das nichts geändert. Die Minichance der Grünweißen, doch noch einmal an Tabellenplatz zwei heranzuschnuppern, wurde stattdessen von Ecknacher Seite eindrucksvoll abgewehrt. „Jetzt wollen wir zumindest den dritten Rang sichern“, betont Näßl vor dem mittwöchigen Heimmatch der Seinen gegen den TSV Hollenbach II (Anstoß um 18.30 Uhr).

SZ