Fussball, A-Klasse Aichach

In wenigen Monaten wieder ein Hörzhausener

Dominik Hormann wird nach der Sommerpause als neuer Spielertrainer zum SVH zurückkehren

24.11.2022 | Stand 24.11.2022, 16:59 Uhr

Zufriedene Gesichter beim SV Hörzhausen: (v. l.) Lukas Baumgartner (Zweiter Abteilungsleiter), Noch-Trainer Dominik Bichler, Bald-Trainer Dominik Hormann und Fußballchef Andreas Grepmair. Foto: privat

Von Matthias Vogt

Hörzhausen – Gerade erst hat für die meisten Fußballvereine die Winterpause der Saison 2022/23 begonnen. Doch beim SV Hörzhausen, der das Jahr diesmal ohne Abstiegssorgen beendet, geht der Blick bereits viel weiter voraus. Im nächsten Sommer wird Dominik Bichler als Spielertrainer beim A-Klassisten aufhören. Ein Nachfolger steht bereits fest.
Wenn ein langjähriger Hörzhausener (Alexander Gazdag) bald den BC Aresing trainiert, dann ist es doch nur logisch, dass sich der SVH auch beim BCA „bedient“ – oder? Nein, genau so lief es natürlich nicht ab – auch wenn es schon eine „lustige Konstellation“ ist, wie SVH-Fußballchef Andreas Grepmair bemerkt. Richtig ist, dass man Dominik Hormann seit seiner kurzen Zeit in Hörzhausen vor knapp zehn Jahren „nie aus den Augen verloren hat“, wie Grepmair betont. Im nächsten Sommer wird der 28-Jährige neuer SVH-Spielertrainer. Weil es jetzt offenbar für beide Seiten passt.

„Sind Dominik Bichler unendlich dankbar“

Aber der Reihe nach: Denn eigentlich hat der SVH ja einen Spielertrainer, mit dem er auch sehr zufrieden ist. Gut, der Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag war 2021/22 zwar nicht eingeplant. Doch zum Ende des Kalenderjahres hat Bichler die Mannschaft ja auf einem soliden Mittelfeldplatz (Sechster) in der A-Klasse Aichach stabilisiert. Und was aus Grepmairs Sicht mindestens genauso wichtig ist: die vielen Spieler, die seit Bichlers Start im Sommer 2021 mit oder wegen ihm nach Hörzhausen gekommen sind. Vor allem, wenn der Abteilungsleiter an die derzeitige Lage anderer Klubs (zum Beispiel des FC Schrobenhausen) denkt, sagt er: „Wer weiß, vielleicht hätte uns auch so etwas gedroht.“ Bichler sei dann so etwas wie der „erste Dominostein“ gewesen, der bei vielen Akteuren die Lust auf und die Verbindung zum SV Hörzhausen geweckt hatte. „Dafür sind wir ihm auch unglaublich dankbar“, betont Grepmair.
Dass der Spielertrainer dennoch aufhören wird, hat also nichts mit Unzufriedenheit zu tun, sondern mit einer Verletzung, mit der sich Bichler schon lange herumschlägt. Der SVH-Trainer habe schon in der Vergangenheit wegen Hüftproblemen kaum schmerzfrei gespielt, berichtet Grepmair. Und weil eine reine Trainerrolle an der Seitenlinie für Bichler (noch) keine Option sei (Grepmair schmunzelnd: „Er sagt, er ist kein Hütchentrainer“) habe er sich dazu entschlossen, eine Fußballpause einzulegen – die allerdings nicht als komplette Abkehr vom SVH gedeutet werden soll. „Er bleibt dem Verein treu“, freut sich der Abteilungsleiter. Und sollte es der Körper mal wieder zulassen, könne man über ein Comeback als Spieler immer noch sprechen. Das habe man übrigens in sehr offenen Gesprächen beschlossen, die im Guten endeten, erzählt Grepmair.

Die Zeit ist jetzt reif für eine neue Aufgabe

Das sind in etwa auch die Stichworte für Dominik Hormanns Abschied beim BC Aresing. Denn auch hier hätten beide Parteien mit offenen Karten gespielt, sagt der 28-Jährige. Ein Wechsel als Spieler sei für ihn nicht infrage gekommen. „Wenn, dann wollte ich es als Trainer wo versuchen“, so Hormann. Die Möglichkeit dazu hatte es schon mal gegeben. „Bloß damals hat es irgendwie aus meiner Sicht nicht gepasst“, so Hormann. Das sei jetzt anders: „Jetzt fühle ich mich in einem Alter, in dem ich das probieren muss“, betont er.
28 Jahre ist der frühere U17-Bundesligaspieler von Rot-Weiß Erfurt inzwischen, der über ein paar „Umwege“ (Ingolstadt, Memmingen und eben Hörzhausen) vor neun Jahren in Aresing seine sportliche Heimat gefunden hat. „Über seine fußballerischen Fähigkeiten müssen wir uns gar nicht unterhalten“, betont Grepmair: „Die stehen außer Frage.“ Was dem Abteilungsleiter noch besonders wichtig ist: Genau wie bei Bichler hole man sich mit Hormann einen Führungsspieler, der (auch außerhalb des Platzes) ein Team formen und zusammenhalten kann.

Wieso nicht irgendwann mal mit dem SVH aufsteigen?

Eine Mannschaft weiterentwickeln: Das nennt Hormann als Ziel für seine Aufgabe in Hörzhausen. Dass sich das noch recht allgemein anhört, ist natürlich auch irgendwie nachvollziehbar – schließlich kann bis zum Sommer noch einiges passieren, zum Beispiel was den Kader betrifft. „Ich will jetzt nicht gleich behaupten, dass wir aufsteigen wollen“, so Hormann: „Aber natürlich habe ich ehrgeizige Ziele. Und warum sollte das dann nicht mal dazu führen, dass wir uns weiter nach oben orientieren?“
Im nächsten halben Jahr geht es beim Stammspieler des BC Aresing aber vorerst noch um das genaue Gegenteil: nämlich um die Mission Klassenerhalt beim BCA. „Da liegt jetztder Fokus drauf“, sagt Hormann.

SZ