Fussball, Relegation

Im zweiten Anlauf hat’s geklappt

TSV Schiltberg schlägt den TSV Rehling mit 1:0 und darf nun in die Kreisklasse Aichach hochklettern

08.06.2022 | Stand 08.06.2022, 12:59 Uhr

Verabschiedet sich nun als Aufsteiger vom TSV Schiltberg: Roman Redl, der in der neuen Saison als Co-Spielertrainer bei seinem Heimatverein FC Gerolsbach fungieren wird. Foto: A. Goldberg

Von Roland Kaufmann

Schiltberg/Aichach – Es geht eine Etage nach oben für den TSV Schiltberg. Vielleicht nicht ganz so locker, wie es zu Saisonbeginn noch ausgeschaut hatte, aber egal: Der 1964 gegründete Klub darf in der neuen Fußballsaison in der Kreisklasse Aichach kicken. Seit dem Dienstagabend, nach seinem 1:0-Sieg in der Relegationspartie-Neuauflage gegen den TSV Rehling, steht dies nun unumstößlich fest.

Also auch das Wetter konnte es diesmal nicht verhindern, dass die Schiltberger etwas zu feiern hatten – im Gegensatz zum Freitag, als noch ein heftiges Gewitter inklusive Starkregen für einen Spielabbruch gesorgt hatte. Und irgendwie hatte die Neuansetzung sogar etwas Gutes, denn 96 Stunden nach dem ersten Versuch pilgerten sogar rund 230 Zuschauer mehr auf den Aichacher BCA-Platz, also 850. Umso würdiger war demnach die Kulisse für ein außerordentlich wichtiges Match. Denn nicht nur für die Schiltberger ging es um eminent viel, sondern auch für den TSV Rehling – denn seit über sechs Jahrzehnten hat er immer höher als auf der heutigen A-Klassen-Ebene gekickt.

Die große Frage: Würden die Teams ihre am Freitag ausgewählte Marschroute nun irgendwie verändern – nachdem sie damals rund 41 Minuten lang gesehen hatten, wie der Gegner auftritt. Schon bald nach dem Anpfiff war klar: nein. Die Elf aus Rehling versuchte es erneut mit einer knallharten Defensivtaktik, machte kurz vor dem eigenen Strafraum die Räume eng – und hoffte dann, mit Konterangriffen sowie Standardsituationen zum Erfolg zu kommen. Folgerichtig nahm das Schiltberger Team erneut das Heft des Handelns in die Hand, hatte deutlich mehr Spielanteile. „Allerdings haben’s wir dann nicht wirklich gut gemacht“, berichtet Roman Redl: „Wir besaßen kaum zündende Ideen, und der letzte Pass in die Spitze kam eigentlich nie an.“

Der 31-jährige Junkenhofener musste das alles übrigens von der Seitenlinie aus ansehen. Er stand zwar auf dem offiziellen Spielberichtsbogen – aber seine Oberschenkelverletzung, die ja bereits am Freitag zu einer baldigen Auswechslung von ihm geführt hatte, ließ diesmal einen Einsatz nicht mehr zu.

Folgerichtig war das am 3. Juni abgebrochene Match sein letztes im Schiltberger Trikot, bevor er jetzt als Co-Spielertrainer zu seinem Heimatverein FC Gerolsbach zurückwechseln wird. Sein wahrlich starker Arbeitsnachweis beim TSV: 35 Punktspiele, 31 Tore.

„Es war eine schöne Zeit in Schiltberg, sie hat richtig Spaß gemacht“, so Redl: „Und jetzt sogar nach einem Aufstieg zu gehen, das passt einfach. Besser könnte es doch gar nicht sein.“ Womit wir wieder bei der dienstagabendlichen Relegationspartie wären. Die alles entscheidende Szene in ihr ereignete sich in der 53. Minute, als Manuel Daurer von der linken Seite aus energisch nach innen zog und die Kugel dann unhaltbar für Rehlings Schlussmann Lukas Rutka zum 1:0 in die Maschen jagt. „Das hat er wirklich sauber gemacht“, lobt Redl seinen (Noch-)Teamkollegen.

Danach hatten die Rehlinger keine andere Wahl mehr, als endlich den Vorwärtsgang einzulegen. Prompt gab es auch für sie gute Chancen, aber Christian Lottes (58.) und Frank Widmann (65.) vergaben. Nachdem sie in der Nachspielzeit zudem vergebens einen Handelfmeter gefordert hatten, war endgültig klar: Die Rehlinger müssen in die A-Klasse runter – während der TSV Schiltberg jene nach oben verlassen darf. Dementsprechend ausgelassen fielen die anschließenden Feierlichkeiten bei Letztgenanntem aus. „Und hierbei musste ich definitiv nicht mehr nur zuschauen“, verrät Redl lachend: „Da war ich wieder hundertprozentig mit dabei.“

SZ