Vertrag als Cheftrainer verlängert
„Ich bin happy, es macht mir Spaß“: Ex-Regionalligaspieler Alexander Langen bleibt der DJK Langenmosen erhalten

19.02.2024 | Stand 20.02.2024, 11:00 Uhr

Kraftvoller Antritt: Alexander Langen (l.) hat mit de DJK Langenmosen noch einiges vor.   Foto: M. Schalk

Der Sprung nach unten war weit. Nach über 100 Regionalligapartien für den FC Ingolstadt 04 II sowie den FC Pipinsried verabschiedete sich Alexander Langen im Sommer 2023 in Richtung Kreisklasse, um dort bei der DJK Langenmosen als Spielertrainer anzuheuern. Über ein halbes Jahr ist seitdem ins Land gezogen – mit Höhen, aber auch Tiefen für den einstigen U17- beziehungsweise U19-Bundesligaakteur. Er hat zweifellos schon viel gelernt in seinem neuen Amt.

Aber Langen ist noch lange nicht fertig. Oder, etwas anders ausgedrückt: Er bleibt der DJK auch in der Fußballsaison 2024/25 als verantwortlicher Coach erhalten. Weshalb das so ist, wie er seine bisherige Zeit in Langenmosen empfand und was er mit den Blauweißen noch vorhat: Die Schrobenhausener Zeitung sprach darüber mit dem 26-Jährigen.

Alexander, Du bleibst also über den Sommer 2024 hinaus bei der DJK Langenmosen. Musstest Du lange überlegen, bevor Du der Vertragsverlängerung zugestimmt hast?
Langen: Eigentlich überhaupt nicht. Ich bin happy in Langenmosen, wir haben hier coole Jungs – und es macht mir eine Menge Spaß, dort als Trainer arbeiten zu müssen.

Aber Hand aufs Herz: Fehlt Dir der „große“ Fußball in den höheren Ligen nicht doch ein bisschen? Wärst Du beispielsweise immer noch beim FC Pipinsried, dann hättest Du am vergangenen Wochenende eine Testpartie gegen den Regionalligisten Türkgücü München bestreiten dürfen. Stattdessen kicktest Du mit der DJK gegen den BC Aichach II...
Langen: Von der Regionalliga fünf Stufen runter in die Kreisklasse – natürlich war das eine große Umstellung für mich. Aber nicht nur rein in fußballerischer Hinsicht ist das jetzt im Vergleich zu früher ein Riesenunterschied. So einen mannschaftlichen Zusammenhalt, wie es ihn aktuell bei der DJK gibt, hatte ich zuvor in meiner Karriere noch nie kennenlernen dürfen. In den oberen Spielklassen wird doch zunächst eher auf sich selbst geschaut, und dann erst auf das eigene Team.

Wenn man rein auf die harten Fakten blickt, dann steht da eine DJK Langenmosen, die als Absteiger aus der Kreisliga Augsburg Ost zurzeit nur den neunten Tabellenrang in der Kreisklasse Neuburg belegt...
Langen: Das stimmt. Und damit können wir auch nicht zufrieden sein. Mir war zwar von Beginn an bewusst gewesen, dass wir in der laufenden Saison wohl eher nicht um den Aufstieg mitspielen können – aber eine Position im oberen Tabellendrittel hätte ich mir schon gewünscht.

An was liegt’s denn, dass bislang die DJK-Ergebnisse nicht richtig passten?
Langen: Wenn alle da sind und wir keinerlei Verletzungssorgen haben, dann besitzen wir einen wirklich coolen Kader. Aber genau das war vor der Winterpause leider nur selten der Fall gewesen. Ich erinnere mich da beispielsweise an unsere Heimpartie gegen die SG Münster/Holzheim zurück, in der wir zum Schluss auf gleich fünf Akteure aus unserer Reservemannschaft zurückgreifen mussten. So tust Du Dich natürlich extrem schwer, gute Resultate einzufahren.

Wenn wir gerade bei Verletzungen sind: Wie geht’s Dir persönlich, nachdem Du vor der Winterpause oftmals nur dank der Einnahme von Schmerztabletten spielen konntest?
Langen: Der Anfangsverdacht, dass ich mir einen Leistenbruch zugezogen habe, hat sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet. Laut MRT-Untersuchung hatte ich „nur“ eine Schambeinentzündung, allerdings ist auch eine solche ausgesprochen schmerzhaft.

Was glaubst Du: Wirst Du beim Langenmosener Punktrundenauftakt 2024, am 17. März zu Hause gegen den Erzrivalen BSV Berg im Gau, auf dem Platz stehen können?
Langen: Ich bin guter Dinge. So oft, wie ich in jüngster Zeit beim Physio sowie beim Arzt war, sollte es doch klappen. In medizinischer Hinsicht bin ich auf jeden Fall in den besten Händen – wofür meine Kontakte von früher, als ich noch höherklassig gespielt hatte, natürlich sehr hilfreich waren.

Was ist in der laufenden Saison für die DJK noch drin?
Langen: Das ist eine gute Frage, die ich mir im Laufe der Winterpause auch immer wieder gestellt habe. Also zwei, drei Tabellenplätze würde ich schon noch gerne nach vorne kommen. Jetzt liegt es an mir, das auch meiner Mannschaft so zu vermitteln.

Und was ist Dein Ziel für die kommende Spielzeit 2024/25?
Langen: Ich möchte nun zwar keine Tabellenränge nennen – aber natürlich müssen wir dann konstant bessere Leistungen abliefern.

Gibt das der aktuelle Kader her?
Langen: Natürlich würde ich mir wünschen, dass wir im Sommer zwei, drei Verstärkungen hinzubekommen. Bloß ob das tatsächlich klappt, müssen wir erst noch schauen. Eine andere Frage ist, wie es bei unseren Routiniers weitergeht. Tobias Baierl beispielsweise ist zwar auch mit 38 Jahren noch topfit, und ich bin heilfroh, dass wir ihn haben – aber es ist zu befürchten, dass wohl auch er irgendwann nicht mehr weiterspielen möchte.

Mit Ferdinand Hofmann hattest Du bislang einen Coach der Reservemannschaft an Deiner Seite, mit dem Du Dich bestens verstanden hast. Nur der ist jetzt, in der Winterpause, zum SC Mühlried heimgekehrt...
Langen: Ja, leider. Zwischen „Ferdi“ und mir war sehr schnell eine echte Freundschaft entstanden. Er hat immer wieder immens viel Zeit für die Jungs geopfert, war stets supermotiviert. So hat auch er einen gehörigen Anteil daran, dass der Zusammenhalt in beiden DJK-Herrenteams aktuell so gut ist. Dementsprechend schade ist es, dass „Ferdi“ nun nicht mehr bei uns in Langenmosen ist – aber ich akzeptiere seinen Entschluss, zu seinem Heimatverein zurückzuwechseln, voll und ganz. Und wer weiß, vielleicht stehen wir irgendwann ja doch wieder zusammen auf dem Platz...

Blickst Du eigentlich noch darauf, was Deine einstigen Vereinskollegen beim FC Pipinsried so machen?
Langen: Ich schaue sehr wohl noch auf ihre Ergebnisse – aber das tue ich bei anderen Teams genauso, weil mich der Fußball an sich in unserer Region einfach interessiert. Wobei, wenn ich so darüber nachdenke: Wenn es von der Zeit her geht, würde ich tatsächlich gerne mal wieder ein Spiel des FCP anschauen und dort mal wieder „Hallo“ sagen.

SZ

Das Gespräch führte Roland Kaufmann