Stockschützen-Bundesliga

Galavorstellung in der Oberpfalz: Herrenteam des TSV Kühbach entführt beide Zähler aus Zell

18.05.2022 | Stand 18.05.2022, 16:11 Uhr

Begeisterten ihre Fans in Zell: (hinten, v. l.) Alexander Ivenz, Armin Hahn, Manfred Schrittenlocher sowie (vorne, v. l.)) Rudi Baumgartner und Christian Breitschopf vom TSV Kühbach. Foto: A. Stadlmair

Von Anton Stadlmair

Kühbach – Es war ein Spieltag, auf den Kühbachs Stocksportanhang schon lange gewartet hatte – denn in einer hochklassigen Bundesligapartie zog das eigene Herrenteam alle Register seines Könnens und ließ dem SC Zell um dessen Weltmeister Christoph Öttl keine Chance. „Endlich konnte unsere Mannschaft ihr spielerisches Potenzial auch in einem Punktspiel umsetzen. Es war von uns eine Stocksportdemonstration mit allen Raffinessen, die unser Sport zu bieten hat und die gerade jetzt zum richtigen Zeitpunkt kamen“, schwärmt Kühbachs ehemaliger Eisstockchef Toni Stadlmair.
Nach einem Passauer 8:2-Erfolg über den immer noch sieglosen TSV Hartpenning könnte der Kühbacher Sieg im Kampf um Play-Offs und Abstieg in der Tat noch eminent wichtig werden. Voraussetzung wäre allerdings, dass vom TSV in den beiden noch ausstehenden Spielen gegen Passau und Hartpenning noch fleißig gepunktet wird. Diese Chance besteht bereits am Samstag, wenn um 15 Uhr im Kühbacher Sportpark der ungeschlagene Tabellenführer aus Passau seine Visitenkarte abgibt. So gesehen war der Sieg in Zell auch die beste Werbung für das bevorstehende Heimspiel.
Schon die Anfangskehren ließen für den Oberpfälzer Anhang nichts Gutes erahnen. Kühbach imponierte nämlich von Beginn an mit einem fehlerfreien Offensivspiel, Zell haderte nach einem unglücklichen Schuss ihres Weltmeisters – und prompt gingen die ersten fünf Kehren an den TSV. Am Ende stand ein überraschend hoher 19:3-Sieg auf der Kühbacher Habenseite.
Und auch im zweiten Spiel ging die Galavorstellung weiter. Die zahlreich mitgereisten TSV-Fans unter den rund 130 Kiebitzen an der Bande zeigten sich begeistert und peitschten das Team immer wieder nach vorne. „Moar“ Alexander Ivenz erwies sich als routinierter „Taktikfuchs“, Manfred Schrittenlocher sowie Christian Breitschopf liefen im Angriff zur Topform auf – und Rudi Baumgartner sammelte die Punkte ein. Durch diese geschlossene Mannschaftsleistung gingen mit einem 16:6 zwei weitere Zähler an Kühbach.
Nach der Pause starteten die Gastgeber mit neuem Elan in die Partie. Mit dem „Wabbeln“ bestens vertraut, versuchten sie jetzt auf diese Weise in die Erfolgsspur zu kommen – doch Kühbach wehrte den Ansturm erfolgreich ab und hatte in der fünften Kehre sogar die große Chance, beim Stand von 10:10 den Sack vorzeitig zu zumachen. Letztlich trennte man sich unentschieden 13:13.
Spektakulär dann das vierte Spiel: Versteckt wabbelte sich Zell bis auf wenige Zentimeter an die Daube heran, ehe Ivenz das Ganze seinerseits mit einem Wabbler noch toppte. Ein sehenswerter Abschluss, den die Fans frenetisch feierten. Etwas konsterniert ob dieser Aktion verlor Zell in den nächsten beiden Kehren völlig den Faden und wanderte mit einem 0:17-Rückstand auf die Verliererstraße. Den endgültigen Knockout der Hausherren zum 25:3-Endstand aus Kühbacher Sicht besiegelte dann Baumgartner mit einem präzisen Massschub.
Somit hatte das 21:11 für Zell in der Abschlusspartie keine Bedeutung mehr. Kühbach machte durch den 7:3-Erfolg den erhofften Sprung nach vorn und hält sich damit auch alle Chancen noch offen.
Einen Erfolg feierten zudem die Jüngsten im TSV-Dress: In der Besetzung Maximilian Filgertshofer, Jonas Krepold, Ilyas Baumgartner und Leon Leyer gewannen sie den Bezirksmeistertitel vor dem EC Schwangau und FC Penzing.