„Riesenspaß“ trotz „klassischen Fehlstarts“
Für Andreas Bichler aus Brunnen hat die neue Saison in der 2. Poolbillard-Bundesliga Süd begonnen

27.09.2023 | Stand 27.09.2023, 20:55 Uhr

Bei jedem einzelnen Stoß höchst konzentriert: Andreas Bichler, der einstige Jugend-Vize-Europameister im 8-Ball. Foto: kx

Zugegeben: Ein Remis und eine Niederlage sind keine Topausbeute. Aber muss man deswegen gleich von einem „klassischen Fehlstart“ sprechen? Andreas Bichler tut‘s. Weil er ein extrem ehrgeiziger Sportler ist. Einer, der immer das Optimum erreichen möchte. Und da schmerzt es das Poolbillard-Ass aus Brunnen eben, wenn er mit seinem BSV Playhouse Fürstenfeldbruck nach den ersten zwei Spieltagen in der 2. Bundesliga Süd noch sieglos dasteht.

„Ich habe wieder bewiesen, dass ich mithalten kann“

Zunächst ein 5:5 beim PBC Altstadt II in Kirkel (Saarpfalz-Kreis), am Folgetag ein knappes 4:6 beim 1. BC Saarbrücken: So die nackten Ergebnisse. „Wir als Team hatten uns mehr ausgerechnet – und ich hatte für mich persönlich ebenfalls mehr erhofft“, sagt Bichler. Seine eigene Bilanz in den beiden Auswärtspartien im Saarland: ein Sieg sowie drei Niederlagen. „Mit meiner Leistung an sich war ich absolut zufrieden“, gibt der 46-Jährige dann doch zu: „Ich habe wieder bewiesen, dass ich in der 2. Bundesliga sehr wohl mithalten kann. Dass ich im Endeffekt trotzdem dreimal das Nachsehen hatte, das lag eigentlich nur an Kleinigkeiten.“

In seinem ersten Duell, im 8-Ball gegen Ralf Wack vom PBC Joker Altenstadt II, gab’s sofort einen 8:5-Sieg für den Brunnener. Ein Sieg, der dem Fürstenfeldbrucker Team am Ende immerhin ein Gesamtunentschieden bescherte – trotz der 4:9-Niederlage von Bichler in seinem zweiten Einzel, im 9-Ball gegen Manuel Donauer. „Ein bisschen traurig, ein bisschen enttäuscht“ sei er anschließend gewesen, berichtet der Jugend-Vize-Europameister aus dem Jahr 1993 im 8-Ball: „Aber diese 2. Bundesliga Süd ist halt auch bärenstark. Die Mannschaften haben mächtig aufgerüstet – so dass es für uns wohl rein darum geht, die Klasse zu halten.“

Also purer Stress, großer Erfolgsdruck? „Für mich persönlich überhaupt nicht“, entgegnet Bichler sofort: „Ich habe wieder die Gelegenheit, mich mit absoluten Topspielern zu messen – und das macht mir einfach nur Riesenspaß.“ Hierfür ist ihm dann auch keinerlei Aufwand zu groß. Für den Doppelspieltag im Saarland etwa mussten sein Fürstenfeldbrucker Team und er rund 1200 Kilometer zurücklegen. Allein die Hinfahrt dauerte stolze neun Stunden – inklusive Herumstehen im Stau.

Wiedergutmachung erst Ende Oktober möglich

Egal. Was deutlich mehr zählt: Bichler ist wieder ein gestandener Zweitligaspieler – wie einst, vor rund drei Jahrzehnten, beim BSC Ingolstadt. Und nach dem 4:6 beim 1. BC Saarbrücken – mit zwei Niederlagen von ihm selbst gegen Nico Andres (63:125 im 14.1 endlos; 7:8 im 8-Ball) – wirkt er ehrgeiziger denn je. „Es ist nur schade, dass wir nun bis zum letzten Oktoberwochenende warten müssen, bis wir die Chance zur Wiedergutmachung bekommen“, meint der 46-Jährige: „Beim Fußball geht’s halt immer schon am nächsten Wochenende weiter, bei uns im Poolbillard ist das nicht so. Andererseits haben wir jetzt genügend Zeit, um die Köpfe wieder freizubekommen – und dann geht’s weiter.“

Genauer ausgedrückt wird das zunächst gegen den PBV Schwetzingen I (28. Oktober), dann gegen die BSF Kurpfalz I aus Nußloch (29. Oktober) der Fall sein – stets in heimischer Umgebung, also in Fürstenfeldbruck. „Gott sei Dank“, sagt Bichler dazu spontan: „Denn selbstverständlich ist es ein riesengroßer Vorteil, wenn du an deinen eigenen Tischen spielen darfst. Allerdings sind unsere beiden nächsten Gegner auf keinen Fall schwächer als unsere beiden ersten.“

Nach zwei Partien hat schon jedes Team gepunktet

Wie ausgeglichen es in der neuen Saison in der 2. Bundesliga Süd zugeht, zeigt auch ein Blick auf das Zwischenklassement: Jedes der insgesamt acht Teams hat mittlerweile zwei Partien bestritten – und keines steht mehr ohne Punktgewinn da. Trotzdem glaubt Bichler weiterhin fest daran, dass er mit seinen Fürstenfeldbruckern am Ende den Klassenerhalt schafft. Absteigen? Das geht schließlich überhaupt nicht. Erst recht nicht für so einen ehrgeizigen Sportler wie ihn.

SZ