Von der DJK Langenmosen zum SC Mühlried
Ferdinand Hofmann kehrt in der Winterpause heim zu seinem Herzensverein

22.09.2023 | Stand 22.09.2023, 22:22 Uhr |

Schlägt einen neuen Weg ein: Ferdinand Hofmann (r.) wird nur noch bis Ende November als Spielertrainer der DJK Langenmosen II fungieren. Foto: M. Schalk

Für Ferdinand Hofmann ist es mehr als nur eine neue Aufgabe. Es ist ein Heimkommen. Zu „seinem“ SC Mühlried. Bereits in wenigen Monaten, in der Winterpause, wird er dorthin zurückkehren – um Chef-Spielertrainer Sebastian Slupik bei dessen Arbeit unterstützen.

„Ich hege gegen niemanden mehr einen Groll“

2020 war Hofmann ausgezogen, um Neues in Sachen Fußball kennenzulernen. Nicht ganz freiwillig, nicht komplett ohne Nebengeräusche. „Aber ich hege deswegen gegen niemanden mehr einen Groll. Ich bin nicht nachtragend, das ist längst vergessen“, sagt Hofmann: „Zumal das Ganze ja sogar sein Gutes hatte – denn dadurch raffte ich mich ja erst auf, um woanders Erfahrungen zu sammeln. Das hätte ich ansonsten vielleicht nie getan.“

Zunächst ging’s zum SV Hörzhausen, ehe Hofmann zur Saison 2021/22 bei der DJK Langenmosen anheuerte – als Spielertrainer der zweiten Vertretung. Ein Posten, den der mittlerweile 36-Jährige auch heute noch innehat. Den er auch heute noch mit voller Leidenschaft, mit nimmermüdem Einsatz ausübt– ganz nach seinem Motto „Halbe Sachen gibt’s bei mir nicht.“

Seine Liebe zum SCM erlosch deswegen trotzdem nie. Er erklärt zwar, dass Langenmosen inzwischen zu seiner „zweiten Fußballheimat“ geworden ist – und er meint das auch hundertprozentig so. Aber als sich dann immer mehr herauskristallisierte, das Slupik kompetente Unterstützung für seine Trainerarbeit in Mühlried sucht – begann es in Hofmann doch ein Stück weit zu rumoren.

Ja, er hätte sogar schon zu Beginn der neuen Saison beim SCM anfangen können. Nur das wollte der 36-Jährige nicht. Auf keinen Fall. Schließlich hatte er in Langenmosen bereits fest für 2023/24 zugesagt. Mehr noch: Hofmann freute sich auch schon riesig auf die neue Punktrunde – zumal er sich mit dem neuen Chef-Spielertrainer der ersten DJK-Vertretung, dem Ex-Regionalligakicker Alexander Langen, vom ersten Moment an sofort auf einer Wellenlänge befand.

Andererseits: Wie oft würde er noch diese reizvolle Chance bekommen, in führender Position bei seinem Herzensverein anheuern zu können, der noch dazu ein prominenter Kreisklassist ist? Immer wieder schoss dem 36-Jährigen diese Frage durch den Kopf. So lange, bis er doch den Entschluss fasste, das Mühlrieder Angebot anzunehmen – allerdings eben erst in der Winterpause. Keinesfalls früher.

„Ich fühlte mich um rund 20 Kilogramm leichter“

„Alex Langen war der Allererste, den ich hierüber in Kenntnis setzte. Ich hatte regelrecht Bammel davor, wie er reagieren würde – schließlich werde ich ihn schon in wenigen Monaten allein zurücklassen“, berichtet Hofmann: „Aber Alex hat es hervorragend aufgenommen – ebenso wie kurz danach die DJK-Abteilungsführung mit Roland Stegmayr sowie Michael Baierl. Zugegeben, danach fühlte ich mich gleich um rund 20 Kilogramm leichter – aufgrund der vielen Steine, die mir dadurch vom Herzen gefallen waren.“

Stand jetzt sind es noch neun Partien, die er für die DJK Langenmosen II in die B-Klasse Neuburg verantwortlich sein wird. Beziehungsweise noch rund neun Wochen, bis die Winterpause beginnt.„Bis dahin werde ich natürlich weiterhin alles geben“, verspricht der 36-Jährige: „Ich werde alles dafür tun, um meinem Nachfolger eine intakte Mannschaft zu hinterlassen.“ Am besten eine, die nicht nur auf dem neunten Tabellenrang liegt, wie es aktuell der Fall ist. Vor allem Hofmann selbst gefällt diese Platzierung überhaupt nicht. Umso wichtiger war es ihm, dass es am vergangenen Sonntag endlich zum ersten Saisonsieg reichte – einem 4:0 zu Hause gegen den SV Grasheim II. Übrigens mit zwei Hofmann-Toren – nur knapp zwei Wochen nach seinem Comeback nach einem Meniskusriss.

Er sprüht förmlich vor Tatendrang. Jetzt erst recht. „Aber ich mus körperlich schon noch eine Menge tun, um wieder dorthin zu kommen, wo ich hinmöchte“, sagt der 36-Jährige. Die verletzungsbedingte Zwangspause im Sommer, ausgerechnet während der Vorbereitungsphase auf die neue Saison: Für ihn sei’s schlichtweg die Hölle gewesen. „Ich bin halt jemand, der immer einen großen Anspruch an sich selbst hat“, so Hofmann, um augenzwinkernd hinzuzufügen: „Vielleicht hin und wieder sogar einen zu großen.“

„Es zählt immer auch die Art und Weise, wie man auftritt“

Da passt’s dann wohl ganz gut, dass seine neue Aufgabe in Mühlried sehr wohl sehr anspruchsvoll ist. Einige Pessimisten befürchten gar, dass der SCM bis zum Schluss in den Abstiegskampf der Kreisklasse Aichach verwickelt sein könnte. Hofmann selbst hält das für übertrieben: „Natürlich ist Vorsicht angesagt – aber es ist auf jeden Fall eine Menge Qualität im Kader vorhanden.“

Eine Qualität, die mit ihm noch mehr aus den Kickern herausgekitzelt werden kann? Er formuliert es ein bisschen anders: „Für mich zählt nicht nur das reine Ergebnis, sondern immer auch die Art und Weise, wie man auftritt.“

Hier Slupik als sachlicher Analytiker, dort Hofmann als mitunter sehr emotionaler Motivator: In Mühlried dürfen sie sich darauf wirklich freuen. Allerdings erst ab der Winterpause, denn bis dahin arbeitet „Ferdi“ noch bei der DJK Langenmosen II. Selbstverständlich mit 100 Prozent.

SZ